Der schleichende Serientod

22:36

Es ist ein Phänomen, was sicherlich viele von euch kennen. Ihr lest ein Buch und seid begeistert. So begeistert, dass ihr unbedingt mehr wollt. Und oh ja, die Begeisterung ist groß, als ihr bemerkt, dass das Buch nur der Auftakt zu einer Serie war. Gespannt wartet ihr Jahr für Jahr auf die Fortsetzung, und die Vorbestellung ist schon sicher, sobald der Erscheinungstermin feststeht.

Doch irgendwann, heimlich, still und leise, schleicht er sich ein... der Serientod.

Das Interesse an den Büchern lässt nach, der nächste Band wird zwar pflichtbewusst bestellt, steht dann aber ungelesen im Schrank. Irgendwie ist die Luft raus; das, was euch am Anfang so an die Bücher gefesselt hat, ist irgendwie nicht mehr da. Das Einzige, was noch interessiert, ist wie sich die Beziehung zwischen den Charakteren entwickelt.

Mir ist das schon öfter passiert und ich finde es immer sehr traurig, wenn Bücher, die ich früher regelrecht verschlungen habe, plötzlich nur noch ein mäßiges Interesse bei mir wecken. Mir ging es so bei folgenden Serien:




Die Sookie Stackhouse-Bücher von Charlaine Harris
Ach Sookie, was ist bloß aus uns geworden? Die ersten 6 Bände, die damals schon erschienen waren, als ich die Bücher für mich entdeckt habe, hatte ich innerhalb von wenigen Wochen gelesen, nein, verschlungen. Dann begann das Warten auf den Nachfolger, der noch nicht erschienen war. Die Vorfreude war groß und ich habe mich fleißig an Diskussionen zum nächsten Band beteiligt. Als er dann da war, hat sich vieles bestätigt und der große Überraschungsmoment war weg. Vielleicht lag es daran, dass der nächste Band dann nicht mehr ganz so heiß von mir erwartet wurde, denn irgendwie wusste ich ja schon vorher, was passieren würde. Mittlerweile will ich eigentlich nur noch wissen, mit wem Sookie am Ende zusammenkommt. 


Die Vampirbücher von Kerrelyn Sparks
"Wie angelt man sich einen Vampir" war ein Spontankauf, bei dem mich der lustige Klappentext angesprochen hatte. Die Charaktere waren frisch und lustig und wie bei J.R.Ward gab es genug tolle Jungs, die verkuppelt werden wollten. Aber spätestens beim Lesen des vierten Bandes fiel mir auf, dass die Charaktere quasi immer dieselben waren: ein Vampir mit ordentlich was in der Hose (was die Autorin nicht müde wird zu erwähnen), der schon lange seiner einsamen Existenz überdrüssig ist und nach der wahren Liebe sucht, findet sie gerade in der Frau, die absolut nicht zu ihm passt (weil sie Vampirjägerin ist, oder ihre Eltern von Vampiren getötet wurden etc.). Irgendwann war das Schema der Liebesgeschichte so klar und vorhersehbar, dass mich nicht einmal mehr die darumgewobene Handlung reizen konnte.  


Die Temperance Brennan-Bücher von Kathy Reichs
An Reichs Vorliebe, die Analyse von Knochen lang und breit auszuwälzen, konnte ich mich schnell gewöhnen, denn die Fälle, an deren Ermittlungen Tempe beteiligt war, waren immer richtig spannend. Ob Serienmörder, Organraub in einer medizinischen Klinik oder gefangene Mädchen in Kellerverschlägen, Kathy Reichs konnte mich immer überraschen und schockieren. Doch die letzten Fälle waren dagegen fast schon lahm und unspektakulär, die wissenschaftlichen Fakten und Analysen dagegen zu lang und zäh.
Tempe Brennan habe ich aber noch nicht aufgegeben. Ich bin und bleibe Kathy Reichs-Fan und hoffe einfach auf Besserung.

Die Betsy Taylor-Bücher von Mary Janice Davidson
Betsy war für mich eine herrliche Entdeckung im Vampir-Einheitsbrei. Was war ich von der schuhbesessenen Frau begeistert, die nach ihrem Tod unfreiwillig zur Vampirkönigin ernannt wird. Herrlich ironisch und unheimlich komisch hat sich Betsy mit ihrer untoten Existenz auseinandergesetzt. Die ersten Bücher haben richtig, richtig Spaß gemacht. Aber irgendwann gingen Frau Davidson wohl die Ideen und die Witze aus. Es wurde weniger komisch und weniger handungsreich. Die nachlassende Ideenfülle konnte man übrigens auch an einem ganz eindeutigen Zeichen sehen: die Seitenanzahl wurde von Mal zu Mal dünner...

Soviel zu meinen Serien-Leichen. Bei welchen Buchreihen war bei euch irgendwann die Luft raus?

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8 Kommentare

  1. Das habe ich noch gar nicht gehabt.Bei mir ist es so, dass ich immer den zweiten Teil udn auch den nächsten bestelle und zu die Serie zu Ende leseund bisher bin ich noch nicht enttäuscht worden.
    Allerdings, enn mir der erste teil nicht gefällt, bekommt der zweite keine Chance

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  2. Das kann ich gut nachvollziehen. Irgendwann ist einfach auch bei den Autoren die Luft raus - das liegt gar nicht mal am Leser.

    Bei mir ist das die "House of night"-Serie, die irgendwie immer verworrender wird. Die Vampire um Lara Adrian haben auch ihren Reiz verloren, irgendwann durchschaut man einfach das "System".

    Dann lieber nur 3 Bücher einer Serie schreiben und gut ist. Auf zu neuen Ufern.

    LG,
    JED

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  3. Kenne ich. Mit den Büchern von Kerrelyn Sparks gehts mir genauso. Ich fand den ersten Band absolut klasse und kurz darauf hab ich mir den zweiten ins Regal geholt. Das ist jetzt fast 2 Jahre her. Aber gelesen habe ich noch nicht weiter und es lockt mich auch nicht so besonders...

    Und so ähnlich ist es bei mir mit der Reihe von Eileen Wilks auch. Mal schauen, entweder ich lese doch irgendwann weiter, oder ich schmeiß sie irgendwann raus aus dem Regal.

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  4. Oh ja... Traurig aber wahr.
    Tatsächlich ging es mir jüngt mit Black Dagger so. Die ersten Bände (ich glaube da waren auf Deutsch 6 erschienen) hab ich verschlungen und auch schnell die Nachfolger gekauft. Aber mit Phurys Story ebte diese Faszination total ab. Ich hab zwar die folgenden Bände gekauft, aber nicht gelesen. Über ein Jahr Pause von den Brüdern. Und dann hat's mich wieder gepackt und ich hab die liegengebliebenen 4 Teile wieder verschlungen.

    Eine andere Serie, die mich nunmehr seit 10 Jahren begleitet ist "Forgotten Realms"/"Vergessene Welten" von R. A. Salvatore. Was hab ich die Bände geliebt und konnte gar nicht genug bekommen!
    Nach Drizzts Geschichte, habe ich mich dann auch an die Fortsetzung gemacht - 11 (oder 12?) Bände lang... Aber da ist bei mir seit Jahren die Luft raus - leider.
    Dabei will ich eigentlich schon wissen wie's weiter geht. Aber so ganz den Reiz und die Motivation weiter zu lesen, hab ich bisher irgendwie nicht verspürt. :-/

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  5. Ohh ja das kenne ich, und auch ich habe hier Serien stehen die dann nicht weiter geführt wurden und ab jetzt teilweise auch nicht mehr weiter geführt werden. Teilweise auch ganz neue Serien.
    Ich weiß auch nicht ganz wie es dazu kommt aber es ist so. Wahrscheinlich liegt es meistens daran das viele Serien langweilig werden und nur noch in die Länge gezogen werden um noch möglichst viel Geld mit den Büchern zu machen.
    Schade eigentlich.

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  6. Ich kenne das von der "Percy Jackson"-Reihe... Die ersten Bücher haben mir noch richtig gut gefallen, aber irgentwie hab ich das Interesse verloren. Allerdings glaube ich, dass nicht die Bücher sondern ich schuld bin. Manchmal wächst man aus Serien auch heraus.

    LG Rekymanto

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  7. Ich kann dich verstehen, denn mir ist ebenfalls bei der Tempe Brennan-Reihe und bei der Betsy Taylor-Reihe die Luft raus. Kathy Reichs fand ich 10 oder 11 Bände lang total klasse und dann nur mehr mies und bei Frau Davidson war nach 4 Bänden Schluß.

    Und die Kay Scarpetta-Reihe von Patricia Cornwell fällt da auch darunter - einst geliebt, nun verschmäht. ;-)

    LG
    Sabine

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  8. Stimmt, das Problem kennt wohl jeder :) Gerade, wenn man mitunter ein Jahr oder länger auf eine Fortsetzung warten muss - irgendwann haben sich dann doch die Interessen geändert und man kann mit der Serie plötzlich nicht mehr viel anfangen. Das ging mir z.B. bei "Darren Shan" damals so. Bis Band 6 bin ich gekommen und jetzt habe ich sicher schon siet 5 Jahren keinen neuen mehr gelesen. Oder aber bei Gossip Girl. Alles solche Bücher, die mich früher total fasziniert haben und jetzt höchstens noch als kleine Ablenkung zwischendurch dienen können.

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