Montag, 31. Januar 2011

© René Durant
Andreas Eschbach ist mein liebster deutscher Autor, von ihm habe ich fast alle Bücher in meinem Regal zu stehen (und natürlich auch gelesen). Umso mehr freut es mich, dass er dieses Jahr endlich auch mal eine Lesung in Berlin abhält, was bisher erst ein- oder zweimal vorgekommen ist.

Am 1. März kommt er ins Literaturforum im Brechthaus. Das Motto der Veranstaltung lautet "Von der Zukunft erzählen" und Eschbach wird verschiedene kurze Texte vorlesen, die Ansatz zur Diskussion über die Zukunft in literarischen Werken liefern soll. Die Lesung findet im Rahmen einer Veranstaltungsreihe zum Thema Science Fiction statt.
Ich hoffe nur, dass dort nicht ausschließlich Physiker und Hardcore-Science Fiction Fans um mich herum sind, denn dann würde ich mich doch etwas fehl am Platze fühlen. Aber vielleicht ist ja auch der eine oder andere Eschbach-Fan unter euch und an diesem Tag zufällig in Berlin. :-)

Falls ich hingehe, wäre das tatsächlich meine erste echte Live-Lesung. Welche Autoren habt ihr euch schon live angeschaut?

Auf seiner Homepage kann man sich übrigens eine online-Lesung von seiner Kurzgeschichte "Garten Eden" aus der Anthologie "Eine unberührte Welt" anhören: Klick hier

Freitag, 28. Januar 2011

Meine nächste Rezi folgt bald, heute gibt es stattdessen eine Kino-Info. Ich war gestern nämlich im Kino (Tron) und hab da zum ersten Mal den Trailer für "Ich bin Nummer Vier" gesehen, den Film mit Alex Pettyfer, der am 10.03. rauskommt. Für manche von euch mag das natürlich schon ein alter Hut sein, aber wer noch nix davon wusste, kann hier einen kurzen Trailer sehen:



Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Pittacus Lore, welches ich mir sicherlich auch zulegen werde.

Ich bin Nummer Vier - Pittacus Lore

Wir sehen aus wie ihr. Wir reden wie ihr. Aber wir sind nicht wie ihr. Wir haben Kräfte jenseits eurer Vorstellungskraft. Wir sind stärker und schneller als alles, was ihr je gesehen habt. Wir wollten eins werden und den Feind bekämpfen. Aber sie haben uns gefunden. Nun sind wir auf der Flucht. Wir leben unter euch, ohne dass ihr es bemerkt. Aber sie wissen es. Neun außerirdische Teenager fliehen auf die Erde, nachdem ihr Heimatplanet Lorien von einem schrecklichen Feind zerstört wurde. Auf der Erde tarnen sie sich als High School-Schüler, immer auf der Flucht. John Smith ist das nächste Opfer. Und dann verliebt sich Nummer Vier ... 

Auf Englisch erscheint übrigens schon dieses Jahr der Nachfolger "The Power of Six", für alle, die nicht warten können/wollen.

Mittwoch, 26. Januar 2011

Hach, gerade läuft mal alles super :-)

Ich habe nach langer Suche endlich eine Begründung für eine meiner Hypothesen meiner Diplomarbeit gefunden, die mir wirklich Kopfzerbrechen verursacht hat. Jetzt werde ich alles noch fein ausformulieren, und dann muss mein Prof es nur noch absegnen. 

Dann hab ich grad dieses coole Video gesehen, was mich immer noch schmunzeln lässt:
 

Und zuguterletzt kam heute endlich mein heißersehntes Bücherpaket von lovelybooks für die Rezension des Monats an :-) Dabei sind: 


Die Tochter des Buchdruckers - Ines Thorn
Das gefrorene Herz - Almudena Grandes
Die Nacht von Granada - Brigitte Riebe
Tausend Augen hat die Nacht - Sylvia Madsack


Hach :-)

Montag, 24. Januar 2011

"Er wird nicht mehr wissen, ob es Sommer oder Winter, Tag oder Nacht ist, er wird sich nicht mehr anziehen können oder waschen. Er wird Windeln tragen und gefüttert werden müssen, er wird niemanden mehr erkennen, nicht mehr wissen, wo er ist, und schließlich auch nicht mehr, wer er ist."

Die Leute sind mehr als verwundert, als Konrad Lang, nachdem er das prachtvolle Ferienhaus der Familie Koch aus Versehen abgebrannt hat, nicht entlassen wird. Doch Konrad, Mitte sechzig, ist ein alter Freund der Familie, zusammen mit ihrem Sohn Thomas aufgewachsen, und kann daher nicht einfach im Stich gelassen werden, auch wenn man ihn zusehends als Belastung empfindet. Denn in letzter Zeit leidet er an Gedächtnisaussetzern, was auch der Grund für das Feuer im Ferienhaus war. 
Gerade in dieser Phase trifft Konrad auf die Liebe seines Lebens und will sich mit ihr ein neues Leben aufbauen, um endlich seine Unabhängigkeit von der alles bestimmenden Familie Koch zu gewinnen. Doch bald schon weiß er nicht mal mehr den Namen seiner Liebsten...
Das alles beobachtet Elvira Senn, die Magnatin der Familie Koch, die seit dem Tod ihres ersten Mannes die Geschicke der Firma geleitet hat, mit Argusaugen. Denn je mehr Konrad die Gegenwart vergisst, desto mehr drängen sich früheste Kindheitserinnerungen nach vorne. Und das ist Elvira alles andere als recht...

-------

"Small World" ist eines der berührendsten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe und bietet eine unheimlich spannende und lehrreiche Beschreibung der Alzheimer Krankheit, die völlig authentisch und glaubhaft wirkt. Sehr einfühlend, aber ohne auf die Tränendrüse zu drücken, beschreibt Suter, wie sich ein Mensch langsam ans Vergessen verliert, bis er zum ständigen Pflegefall geworden ist. Konrads Krankheit bildet dabei den Rahmen dieser Familiengeschichte, die schon fast krimihafte Züge annimmt, je tiefer man sich in das Geheimnis der Familie Koch verstrickt. Die Auflösung des Geheimnisses am Ende ist zwar nicht übermäßig überraschend, aber sehr gut durchdacht und fesselnd wie ein Krimi geschrieben.

Mit Leichtigkeit und einem treffsicheren Gespür für die passenden Worte erzählt Suter in diesem gesellschaftskritischen Roman die traurige Geschichte von Konrad, der zeitlebens von der reichen Familie Koch ausgehalten wurde. Er war seit frühester Kindheit der ärmliche Freund des Fabrikantensohnes Thomas, der immer zur Stelle sein musste, wenn es Thomas nach seiner Gesellschaft verlangte. Seine eigenen Interessen hat er immer zurückgestellt und so nie etwas Richtiges aus seinem Leben machen können, weshalb er auch mit Mitte sechzig noch auf die Zuwendungen der Kochs angewiesen ist. Als seine Gedächtnisausfälle immer schlimmer werden, sieht man es als bequemste Lösung an, ihn in ein Heim abzuschieben.

Ich habe Konrad im Verlauf des Buches so lieb gewonnen wie ein echtes Familienmitglied und war tief getroffen, wenn ihn sein Gedächtnis immer weiter im Stich gelassen hat und habe gejubelt bei jedem kleinen Erfolg im Kampf gegen die Alzheimer Krankheit. Aber auch die anderen Figuren sind sehr eindrucksvoll gezeichnet, beispielsweise die junge Simone, die Frau des Erben des Koch-Imperiums, die sich schwer damit tut, sich in die kühle, abweisende Familie einzufinden und die Affären ihres Ehemannes zu akzeptieren.

Small World ist der erfolgreiche Debütroman von Martin Suter und gilt als erster Teil der sogenannten "neurologischen Trilogie", zu denen "Die dunkle Seite des Mondes" und "Ein perfekter Freund" gehören und bei denen immer eine neurologische Erkrankung im Vordergrund steht. Konrads Geschichte ist jedoch mit Small World abgeschlossen; und das sehr zufriedenstellend, muss ich an dieser Stelle festhalten. Wer sich für das Buch nicht die Zeit nehmen kann, dem empfehle ich den gleichnamigen Film mit Gérard Depardieu, der letztes Jahr erschienen ist. 

Mein Fazit: Absolute Leseempfehlung!

Small World - Martin Suter
Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 25., Aufl. (März 1999)
ISBN-10: 3257230885
Preis: 9,90 Euro 

Ich bedanke mich recht herzlich bei academicworld für das Rezensionsexemplar!

Willis Fazit:




Samstag, 22. Januar 2011

Wie man sieht, ist mein Header wieder normal, puh :-)
 
Ich habe heute neben 2 Büchersendungen eine sehr schöne Postkarte von Susanne Nort erhalten, der Autorin von "Zwischen den Toren", die ich euch nicht vorenthalten möchte. Sie zeigt Alana und die Hüterin der Tore. Hübsch, nicht wahr?
Artwork (c) Alexander Cieluch

Und hier die Bücher, die ich euch demnächst vorstellen darf:

 
Schalfen bei Licht - Wolfgang A. Gogolin

Das Leben von Torsten Burmester verlief bisher nicht in perfekten, aber doch sehr geordneten Bahnen. Regelmäßig versieht er als Hamburger Beamter seinen Dienst, hat eine kleine Wohnung und eine auf ihre Karriere bedachte Freundin namens Silke. Unvorhergesehenes ist nicht vorgesehen. Als Torsten einen Unfall hat und im Krankenhaus liegt, beginnt sich sein Leben grundlegend zu ändern. Nachdem ihn Silke verlässt, ist er plötzlich Single und denkt neu über sich nach. Unterstützung in dieser Situation erhält er von seinem Freund Mark, der als vermeintlicher Frauenheld und tatsächlicher Autolackierer viele Dinge so ganz anders betrachtet als Torsten. Aber gerade das hilft ihm, nach dramatischen Zwischenfällen seinen eigenen Weg klarer zu sehen und sich vielleicht einer neuen Liebe zu öffnen..

Verfahren - Ludwig Laher

Jelena, eine Kosovo-Serbin, wird in ihrer Heimat wiederholt Opfer unvorstellbarer Gewalt. Die geht nicht vom Staat aus, sondern von enthemmten Mitgliedern der Mehrheitsbevölkerung. Schwer traumatisiert, hofft die junge Frau nach zwei Selbstmordversuchen auf einen Neuanfang in Österreich. Dort aber gerät sie in die Mühlen eines unmenschlichen Asylrechts, das seinem Namen nicht gerecht wird.

Freitag, 21. Januar 2011

UPDATE (21.01): Ich weiß nicht, warum Blogger meinen Header auf einmal verpixelt, ich hoffe, das Problem wird schnellstens behoben. Ich kann euch nur raten, gerade bloß keinen neuen Header hochzuladen. Menno :-(
________________________________________________________________________________

Nova Barakel, Umweltaktivistin bei Greenpeace und seit kurzem Vollwaise, will eigentlich nur die Wohnung des Vorstandsvorsitzenden von Vattenfall verwüsten, einem der größten Klimasünder laut Greenpeace, als sie eine grausame Entdeckung macht: 
der Geschäftsmann wurde brutal ermordet und obszön auf seinem Bett arrangiert. An der Wand hinter ihm prangt ein blutiges Bibelzitat über die Sintflut. Geschockt flieht Nova vom Tatort und wird durch die Spuren, die sie hinterlassen hat, wenig später zur Hauptverdächtigen. Nova bleibt keine andere Möglichkeit, ihre Unschuld zu beweisen, als den wahren Schuldigen zu finden. Doch das ist nicht ihr einziges Problem. Warum behauptet der Leiter der Organisation FON, der ihre Mutter nach ihrem Tod ein enormes Vermögen vermacht hat, dass ihre Mutter noch lebt und auf Seiten der Nephilim kämpft, gefallenen Engeln...?
________________
Meine Meinung

Brutale Morde, göttliche Wesen und Umweltschutz. Passt das zusammen? Ich hatte da so meine Bedenken, ob man daraus eine stimmige Mischung machen kann. Und Asa Schwarz ist es in der Tat nur teilweise gelungen.

Das Buch ist eigentlich ganz gut geschrieben, es gab aber doch ein paar Punkte, die mir negativ aufgefallen sind. Die Geschichte beginnt sehr spannend mit einem grausamen Mord, lässt dann aber nach. Zwar ist die Handlung immer noch mitreißend geschrieben, aber die Verbindung zu den Nephilim und die Motive der "Bösen" schienen mir einfach zu sehr an den Haaren herbeigezogen, um mit dem Thriller zufrieden zu sein. Was mir auch etwas auf die Nerven ging: Nova und die anderen Protagonisten mussten bei jedem Ort, an den sie kamen, erstmal kurz beschreiben, was dort früher mal gewesen war. Klingt banal, aber wenn man zum x-ten Mal lesen muss, dass der Ort früher ein Kloster, eine grüne Wiese etc. war, fällt es einem schon negativ ins Auge.

Hier ein paar Beispiele:
"... ging die Treppen zum Ryssgarden hinauf, dessen Name auf die über siebzig russischen Lagerhäuser zurückging, die dort im siebzehnten Jahrhundert gestanden hatten."
"Als Nova ins Freie trat, sah sie die Treppe zu Stockholms ältestem Platz vor sich, [..] Im siebzehnten Jahrhundert hatte er als Hinrichtungsstätte gedient."
"Gedankenverloren passierte Nova das Haus Nummer dreizehn, das im fünfzehnten Jahrhundert ein Klosterstift für Alte und Kranke beherbergt hatte."

Diese Sätze durchziehen das ganze Buch. Ich hatte dabei oft das Gefühl, dass die Autorin bei ihren Recherchen auf einige spannende historische Fakten über Stockholm gestoßen ist, die sie nun unbedingt im Buch unterbringen wollte, was ja an sich auch nicht verwerflich ist. Leider wird außer einem kurzen Satz nichts weiter dazu gesagt und so bleiben diese Beschreibungen überflüssige Randinfos, die man sofort wieder vergessen hat.
Durch Nova bekommt man zwar außerdem einige Fakten über die Umweltverschmutzung, insbesondere die Problematik des Kohlendioxidausstoßes mit. Allerdings macht dies für mich noch keinen Ökothriller aus, nur weil die Mordopfer Klimasünder waren.
Trotzdem hat die Geschichte einen guten Spannungsbogen und 3/4 des Buches fand ich wirklich mitreißend. Doch dann kam die Sache mit den göttlichen Wesen... naja, ab da waren die Morde einfach etwas unplausibel. Vielleicht hätte sich die Autorin doch mehr auf einen Ökothriller beschränken sollen, statt noch eine übernatürliche Komponente mit hineinzubringen. Momentan arbeitet sie an einer Fortsetzung von Novas Geschichte, vielleicht wird dort etwas mehr Hintergrundwissen über die Nephilim geliefert. 

Dieses Buch empfehle ich daher eher nur denen, die solch einen Genremix und Spannung mögen, aber nicht allzu viel Wert auf schlüssige Motive legen.


Nephilim - Asa Schwarz
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Knaur TB (7. Februar 2011)
ISBN-10: 3426507668
Preis: 8,99 Euro

Vielen Dank an Droemer/Knaur für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Willis Fazit:





Dienstag, 18. Januar 2011

Guckt mal hier:


Wuaaah, das bin ich! Endlich hat es mal geklappt und meine Rezi wurde zur Rezension des Monats bei lovelybooks gewählt, juhuu. Dafür erwartet mich nun ein Buchpaket und ich bin sehr gespannt, was das Team da ausgesucht hat :-)

Die Gewinnerrezi könnt ihr auch hier finden: KLICK

P.S: Ich tüftel momentan etwas am Aussehen meines Blogs herum, also falls Seiten mal nicht auftauchen oder ihr denkt, ihr seid auf dem falschen Blog gelandet, nicht wundern :-)
"Ich heiße John Cleaver, bin sechzehn Jahre alt und verliebt. In Marci, das heißeste Mädchen der Schule. Sie will mit mir ausgehen. Wäre ich ein normaler Junge, wäre alles in Ordnung. Aber ich bin nicht normal. Ich träume von Feuer, Gewalt und Tod. Ich bin ein Killer. Und ich habe Angst um Marci. Denn ich will sie nicht töten. Doch habe ich eine andere Wahl?"

Eine neue Dämonin sucht Clayton County heim - und John wartet schon auf sie. Denn er war es, der sie herbeigerufen hat. Ihr Name ist Niemand, und sie kommt, um sich an John für die Morde an ihren dämonischen Freunden zu rächen. Als die erste Leiche mit abgesägten Händen aufgefunden wird, weiß er, dass der Kampf begonnen hat. Doch diesmal steht mehr auf dem Spiel als sein eigenes Leben, hat er doch in der beliebten Marci eine wundervolle Freundin gefunden, die seine Leidenschaft fürs Morbide zu teilen scheint. Doch so sehr sich John auch bemüht, ihre Identität zu offenbaren und der Dämonin eine Falle zu stellen, die Mordserie geht weiter. Und auch Marci gerät in Gefahr...


 -----

Mit "Ich will dich nicht töten" beendet Dan Wells eine der für mich originellsten Trilogien der letzten Jahre und lässt uns zum letzten Mal an Johns soziopathischem Leben teilhaben. Er verspürt zwar immer noch die Lust zu töten, meint aber, in seiner Jagd auf die Dämonen ein Ventil gefunden zu haben. Und in gewisser Weise wird er erwachsen: war er in den beiden vorigen Büchern immer darauf bedacht, sich selbst unter Kontrolle zu halten und seine Triebe zu unterdrücken, fiel ihm das in diesem Band gar nicht mehr so schwer und stattdessen konnten andere Aspekte in seinem Leben in den Vordergrund treten. Wie beispielsweise seine Zuneigung zu Marci. Das brachte Abwechslung mit sich, die mir gerade beim zweiten Band etwas gefehlt hatte.

Samstag, 15. Januar 2011

Und in den letzten Tagen kam auch der zweite Schwung der Bücher an, auf die ich sehnsüchtig gewartet habe. Damit ist wieder reichlich Rezensionsstoff eingetroffen.




Ich wünschte, ich könnte dich hassen - Lucy Christopher

Du hast mich zuerst gesehen. Auf dem Flughafen, an jenem Tag im August. Dein intensiver Blick, noch nie hat mich jemand so angeschaut. Ich hab dir vertraut. Dann hast du mich entführt. Raus aus meinem Leben, weg von allem, was ich kannte. Hinein ins Nirgendwo, in Sand und Hitze und Dreck und Gefahr. Du hast geglaubt, dass ich mich in dich verliebe. Und dort im Nirgendwo, in Sand und Hitze und Dreck und Gefahr, hab ich mich in dich verliebt. Doch ich wünschte, ich könnte dich hassen.
 
Small World - Martin Suter

 Das Leben des reichen Fabrikantensohns Thomas Koch und das seines ärmlichen Freundes aus Kindertagen, Konrad Lang, hat sich nie sehr weit auseinander entwickelt.
Konrad war stets zur Stelle, wenn Thomas nach ihm verlangte. Mittlerweile sind die beiden sechzig und Konrad hat immer mehr Probleme mit seinem Kurzzeitgedächtnis. Nachdem er das Ferienhaus der Familie Koch aus Unachtsamkeit abbrennen ließ, reist er zu Thomas, da ihn immer mehr Kindheitserinnerungen plagen. Die betagte Mutter von Thomas, Haupt der Familie und unumschränkte Alleinherrscherin, möchte um keinen Preis, daß die Vergangenheit nochmals heraufbeschworen wird -- aus gutem Grund.

Böser Engel - Timothy Carter

Stuart ist ein ganz normaler Teenager, und zwar einer, der sich hin und wieder gerne ein bisschen selbst befriedigt. Macht doch jeder! Stuart ahnt nicht, dass er dadurch versehentlich einen Engel erzürnt, der das für eine Todsünde hält. Plötzlich schwebt der Junge in höchster Gefahr – und sein einziger -Verbündeter ist ein übellauniger Dämon … 

Der Augensammler - Sebastian Fitzek

Er spielt das älteste Spiel der Welt: Verstecken. Er spielt es mit deinen Kindern. Er gibt dir 45 Stunden, sie zu finden. Doch deine Suche wird ewig dauern. Erst tötet er die Mutter, dann verschleppt er das Kind und gibt dem Vater 45 Stunden Zeit für die Suche. Das ist seine Methode. Nach Ablauf der Frist stirbt das Opfer in seinem Versteck. Doch damit ist das Grauen nicht vorbei: Den aufgefundenen Kinderleichen fehlt jeweils das linke Auge. Bislang hat der „Augensammler“ keine brauchbare Spur hinterlassen. Da meldet sich eine mysteriöse Zeugin: Alina Gregoriev, eine blinde Physiotherapeutin, die behauptet, durch bloße Körperberührungen in die Vergangenheit ihrer Patienten sehen zu können. Und gestern habe sie womöglich den Augensammler behandelt …

Freitag, 14. Januar 2011

Gaia lebt mit ihrer Familie außerhalb der Enklave, einer reichen Stadt, in der es ständig sauberes Trinkwasser gibt, genug Nahrung für alle und sogar Elektrizität. Damit auch die Menschen in dem armen Außenbezirk außerhalb der Mauer darauf zurückgreifen können, wurde ein Abkommen geschlossen: Nahrung und sauberes Wasser gegen die ersten drei Kinder, die jeden Monat geboren werden.

Gaias Mutter ist Hebamme und daher ist es für sie keine Frage, diesen Beruf auch zu ergreifen. Von klein auf hat sie ihre Mutter begleitet, wenn diese die Kinder zur Enklavenmauer vorgebracht hat. So hat sie dieses Vorgehen bisher nie hinterfragt. Doch als ihre Eltern plötzlich von der Enklave gefangengenommen werden, beginnt Gaia am System zu zweifeln. Was haben ihre Eltern verbrochen? Und wozu braucht die Enklave unbedingt die Kinder der Außenbezirke?

_________________
Meine Meinung

Ich liebe dystopische Literatur, und so freue ich mich sehr darüber, dass dieses Genre nun auch die Jugendliteratur vermehrt erreicht. Gaias Geschichte spielt irgendwann im 24. Jahrhundert, nachdem eine Klimakatastrophe die Bevölkerung scheinbar stark dezimiert hat und Wasser eine Seltenheit ist. Was genau passiert ist, erfährt man (noch) nicht.

Man merkt jedoch, dass dieses Buch u.a. auch für jüngere Teenager gedacht ist, denn der Versuch einer Dystopie ist nicht vollständig gelungen. Einerseits scheint die Gesellschaft innerhalb der Enklave aus gefühllosen, kaltherzigen Menschen zu bestehen, die ohne Skrupel bei der Hinrichtung einer schwangeren Frau zusehen und es richtig finden, den Menschen außerhalb der Mauer jeden Monat 3 Kinder wegzunehmen. Andererseits begegnen Gaia aber fast nur Menschen, die es gut mit ihr meinen und ihr jederzeit bereitwillig helfen. Wirklich grausam verhält sich ihr gegenüber eigentlich keiner. Eingefleischten Dystopie-Fans dürfte die Geschichte daher zu seicht sein, ich finde sie für die angezielte Altersklasse jedoch sehr angemessen.

Auch hat mich der Titel und der Klappentext noch ein großes Mysterium erwarten lassen, was aber nicht der Fall war. Alles wird logisch erklärt und die Kinder sind eigentlich nicht "verschwunden", wachsen nur unter einem anderen Namen innerhalb der Enklave auf. Keine Sorge, das wird sehr bald am Anfang klar und ich nehme euch hier eigentlich nichts vorweg. Warum die Enklave die Kinder braucht, lasse ich euch aber selbst herausfinden :-) Daher finde ich den Titel zwar sehr schön, aber auch etwas irreführend, da passt der englische Titel "Birthmarked" doch besser.

Trotz dieser kleinen Kritik konnte ich das Buch einfach nicht mehr weglegen, denn auch wenn der Schreibstil recht einfach gehalten ist (verständlich bei einem Kinder- und Jugendbuch), ist es doch sehr mitreißend und liebevoll geschrieben. Gaia ist von Anfang an sympathisch, aber auch naiv wie ein kleines Mädchen, trotz ihrer sechzehn Jahre. Sie erkennt die Grausamkeiten der Enklave erst, als sie auf sich allein gestellt ist. Und eher durch glückliche Zufälle findet sie heraus, was mit ihren Eltern geschehen ist. Doch gerade wegen ihrer unschuldigen Art gewinnt man sie sehr schnell lieb und leidet und hofft mit ihr.

Das Ende der Geschichte bleibt offen, aber man merkt schon in der Mitte des Buches, dass Gaias Geschichte noch nicht zuende erzählt ist. Ein Blick auf die Verlagsseite offenbart, dass dieses Buch der Beginn einer Serie ist. Darüber freue ich mich sehr und warte nun gespannt auf die Fortsetzung, denn Gaias Geschichte birgt viel Potenzial, auch außerhalb der Enklavenmauern. Ich empfehle dieses Kinder- und Jugendbuch vorbehaltlos weiter!


Die Stadt der verschwundenen Kinder - Caragh O'Brien
Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (24. Januar 2011)
ISBN-10: 345352800X

Preis: 16,99 Euro 

Willis Fazit:





Mittwoch, 12. Januar 2011

Caro von Bücher ohne Ende hat mir ein Stöckchen zugeworfen. Und so gehts:

Nimm das nächste Buch in deiner Nähe mit mindestens 123 Seiten.
Schlage Seite 123 auf.
Suche den fünften Satz auf der Seite.
Poste die nächsten drei Sätze.


Da ich gerade "Die Stadt der verschwundenen Kinder" lese und bisher sehr begeistert bin, gebe ich euch natürlich gerne einen kleinen Einblick in das Buch. Die Rezension kommt in ein paar Tagen.

 

"Deine Uhr? Wo hast du sie her?"
"Sie ist ein Geschenk meiner Eltern. Sie sagt mir, in welchem Abstand die Wehen kommen und wie viel Zeit mir bleibt, ein Baby vorzubringen."
Er betätigte den Verschluss und ließ den Deckel aufschnappen. Sie wusste, welche Worte er jetzt las. In die Innenseite des kleinen runden Deckels war eingraviert: Das Leben zuerst.



Ich hab mal Absätze statt Sätze draus gemacht. So, laut den Regeln sollte ich das Stöckchen weiterwerfen, aber ich denke, jeder der will, kann es sich einfach schnappen.

Dienstag, 11. Januar 2011

Kennt ihr das auch? Ihr habt zig ungelesene Bücher im Regal zu stehen, aber wenn ihr Bücher gewonnen habt, könntet ihr euch trotzdem fürchterlich aufregen, wenn diese Bücher zu lange brauchen, um endlich bei euch anzukommen? So ging es mir. :-)

Ich habe gleich zu Anfang des Jahres richtig tolle Bücher bekommen, die ich euch nicht vorenthalten will. Freut euch also auf Rezensionen zu:


Die Stadt der verschwundenen Kinder - Caragh O'Brien

Es ist eine unbarmherzige Welt, in der die sechzehnjährige Gaia aufwächst. Alles ist streng rationiert und jeder träumt von einem besseren Leben. Das ist jedoch nur wenigen Auserwählten vorbehalten, die in einer geheimnisvollen Stadt leben, der Enklave, hinter einer unüberwindlichen Mauer. Alle anderen müssen sich mit dem zufriedengeben, was die Enklave ihnen zuteilt. Der Preis dafür ist hoch: Jeden Monat müssen die ersten drei Neugeborenen an der Mauer abgegeben werden. Wer sich weigert, wird mit dem Tod bestraft, besonders Hebammen wie Gaia und ihre Mutter. Doch dann werden eines Tages Gaias Eltern verhaftet. Für das junge Mädchen zerbricht eine Welt, und sie beginnt Fragen zu stellen: Was geschieht mit den verlorenen Kindern?

Acht helle Nächte - André Aciman

Als er auf einer New Yorker Weihnachtsparty die junge, schöne Clara kennenlernt, ist es um den Erzähler geschehen. Ihr Charme, ihre wilde Lebensfreude, ihre unmittelbare, witzige Bosheit nehmen ihn vom ersten Moment an gefangen, und augenblicklich weiß er, dass er diese Begegnung niemals vergessen wird. An den folgenden sieben Abenden trifft er Clara bei einem Rohmer-Filmfestival. Während eine spannungsgeladene Affäre ihren Lauf nimmt, wird beiden bewusst, dass ihnen entweder unermessliches Glück bevorsteht oder ein schmerzlicher Verlust, der sie lebenslang zeichnen wird.

Nephilim - Asa Schwarz

Ein grausamer Ritualmörder hält Stockholm in Atem. Einflussreiche Konzernchefs werden verstümmelt und in ihren Wohnungen obszön arrangiert. An den Wänden prangen mit Blut geschriebene Bibelzitate. Schnell scheint der mutmaßliche Täter für die Polizei festzustehen: die junge, radikale Umweltaktivistin Nova Barakel. Doch Nova hat ganz andere Sorgen. Der mysteriöse Selbstmord ihrer Mutter scheint nur der Anfang von unglaublichen Geschehnissen zu sein. Wer ist in ihr Haus eingebrochen? Wieso erhält Nova ein Millionenerbe? Und wie gefährlich ist der Mann, der ihr weismachen will, dass ihre Mutter lebt und den Kampf der gefallenen Engel anführt, die sich Nephilim nennen …


P.S: Da sich meine Regale immer rasanter füllen, bin ich gerade am Aussortieren und werde einige Bücher der Bibliothek spenden. Ein oder zwei Bücher werde ich jedoch zurückbehalten und hier in meinem Blog verlosen. Ihr könnt also auf mein erstes Gewinnspiel gespannt sein.

Montag, 10. Januar 2011

Gerade erholt sich Kommissar Schäfer von seinem letzten nervenaufreibenden Fall und ist eigentlich noch mehrere Wochen krankgeschrieben, da wird er auch schon zu einem neuen Todesfall hinzugerufen. Im Hafen findet man die Leiche einer jungen Frau, bei der ein Mord nicht ausgeschlossen werden kann. Kurz darauf wird eine weitere Frau tot aufgefunden, die scheinbar in ihrer eigenen Badewanne ertrunken ist.

Kommissar Schäfer ist anfangs verwirrt, findet aber bald schon eine Verbindung zwischen den beiden, die für einen Serienmörder sprechen würde - ausgerechnet im beschaulichen Österreich. Doch seine Kollegen halten seine Theorie für zu abstrus. Bis eine weitere Leiche gefunden wird, die in Schäfers Schema passt...

______________
Mein Meinung


Ein guter Krimi hängt auch immer stark vom Charisma seines Ermittlers ab. Und mit Johannes Schäfer hat Haderer einen sehr sympathischen Hauptcharakter geschaffen. Er ist kein hartgesottener Bulle, der schon alles gesehen hat und den nichts mehr erschrecken kann, sondern ein ganz normaler Mann mit Problemen, der von seinem letzten Fall aus der Bahn geworfen wurde und seitdem dem Alkohol zu sehr anhängt und überlegt, ob ein Jobwechsel zum Kindergärtner nicht doch das Beste wäre.

Interessant finde ich, wie Haderer in diesem Buch mehrere Schreibstile ausprobiert. Anfangs seitenlange Sätze, die kein Ende nehmen wollen und mich schon zweifeln lassen, ob ich das lange durchhalte. Dann kommt plötzlich ein Kapitel, bei dem nur die wörtliche Rede der verschiedenen Leute aneinandergereiht wird. Um mal mit den Worten der Band 2raumwohnung zu sprechen: "Ich weiß nicht was das soll, aber ich finds gut". Gerade das wörtliche Rede-Kapitel brachte mich sehr zum Schmunzeln. 

Georg Haderers zweiter Schäfer-Krimi braucht sich meiner Meinung nach nicht hinter seinen berühmten skandinavischen Kollegen zu verstecken, denn auch sein Buch hat alles, was ein guter Krimi benötigt: einen interessanten Fall vor der Kulisse Wiens und einen sympathischen, etwas deprimiert daherkommenden Ermittler. Ich war sehr froh darüber, dass man den zweiten Schäfer-Krimi auch ohne Kenntnisse des ersten Bandes lesen konnte und werde mir nun den Vorgänger auf jeden Fall auch noch zulegen.

Einzige Minuspunkte: ich rate bei Krimis gerne mit und spekuliere, wer der Täter sein könnte. Das war hier leider nicht möglich, da man viele Informationen erst ganz kurz vor dem Ende erfährt. Und der Schluss kam mir etwas abrupt und unspektakulär abgehandelt vor. Abgesehen davon ist "Ohnmachtspiele" aber ein gut durchdachter Krimi, bei dem am Ende nicht nur der Ermittler sondern auch der Leser in die Irre geführt wird.



Ohnmachtspiele - Georg Haderer
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Haymon Verlag; Auflage: 1 (16. August 2010)
ISBN-10: 3852186307
Preis: 19,90 Euro

Willis Fazit:





Vielen lieben Dank an Nicole Oberdanner und den Haymon Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Freitag, 7. Januar 2011

Meine Lieben, da ich gerade nix neues zu erzählen habe, weil ich ganz tief in meiner Diplomarbeitsrecherche versunken bin, möchte ich euch mal wieder eine meiner älteren Rezis vorstellen. Vielleicht kennt ja der eine oder andere von euch "Little Brother" noch nicht. Demnächst gibt es hier wieder Neuigkeiten.

„Ich habe ein Recht auf meine Privatsphäre“ meint Marcus, 17 Jahre alt, ein begeisterter Gamer und Hacker. Und spricht mir damit aus der Seele. Wann ich wohin gehe und warum, geht nur mich etwas an. Doch in einem Staat, in dem Paranoia und ständige Angst vor Angriffen herrscht, sieht das schon ganz anders aus. Das muss auch Marcus auf schmerzhafte Weise lernen - ausgerechnet im ach so freien Amerika…


___________________
Worum geht es?

Was wie ein ganz normaler Schultag anfängt, wird schon bald zu einem Albtraum. Ein Bombenanschlag zerstört die Bay Bridge in San Francisco, als Marcus und seine Freunde gerade ganz in der Nähe sind.  In Panik fliehen sie zusammen mit den Menschenmassen, die sich in den nächstgelegenen U-Bahnschacht drängen. Kurz darauf werden sie von militärisch wirkenden Personen aufgelesen. Doch helfen wollen die ihnen nicht; stattdessen ziehen sie ihnen Säcke über den Kopf und fesseln ihre Hände. Irgendwo abseits vom Festland werden sie tagelang verhört; man verdächtigt sie, an den Anschlägen beteiligt gewesen zu sein. Marcus wird gezwungen, sämtliche Passwörter für sein Handy und den Laptop preiszugeben, er bekommt kein Essen und darf mit niemandem reden. Erst als man keine konkreten Anhaltspunkte für seine Beteiligung findet, lässt man ihn gehen, mit dem Verspechen, ihn genauestens zu beobachten.

Zuhause angekommen, muss er feststellen, dass sich San Francisco in einen Überwachungsstaat verändert hat. Überall sind Kameras, von jedem Einwohner wird registriert, wann er wohin geht und wenn etwas daran ungewöhnlich wirkt, werden sie stundenlang verhört. Größere Menschenansammlungen werden mit Gewalt auseinandergetrieben. Jeder verwandelt sich in den Augen der Homeland Security in einen potentiellen Terroristen; die persönliche Freiheit ist zweitrangig bei dem Versuch, die Täter zu finden. Marcus und seine Freunde wollen sich damit aber nicht abfinden und beginnen, die staatliche Überwachung zu sabotieren…

_______________
Meine Meinung

Ich liiiiebe Dystopien und freue mich demnach sehr darüber, dass dieses Genre nun auch verstärkt Einzug in die Jugendliteratur hält. Die Geschichte um Marcus ist sehr realitätsnah geschrieben und Doctorow thematisiert in seinem Buch ein wichtiges Thema: wie weit die Einschränkung der persönlichen Freiheit und dem Recht auf Privatsphäre im Angesicht potentieller Terrorgefahr gehen darf. 


Ein wichtiges Buch, das sprachlich sehr gut umgesetzt wurde. Über die Bombenanschläge erfährt man nichts Genaueres, dafür konzentriert sich der Autor sehr auf die technischen Raffinessen, mit denen Marcus die Überwachungstechniken unterwandert. Wer also ein bisschen Nachhilfe in Verschlüsselungstechniken braucht, ist hier gut bedient. Glücklicherweise überwiegen die technischen Beschreibungen aber nicht, so dass sich die Geschichte trotz dieser Einwürfe sehr spannend liest und nicht ins Stocken kommt. Das sprachliche Level passt dabei ideal zur jugendlichen Ziellesergruppe.

Da bleibt nur noch die Frage, inwiefern Doctorows Zukunftsvision von der ständigen Überwachung des Bürgers nicht schon eingetroffen ist. Wem dieses Buch gefallen hat, dem möchte ich auch ganz herzlich den großen Bruder, "1984" von George Orwell, ans Herz legen. Die Anspielung des Buchtitels auf Orwells Werk, bei dem der Big Brother seine Bürger überwacht, ist nämlich nicht zufällig. Doctorow gibt im umfangreichen Nachwort an, dass er das Buch mit 12 Jahren zum ersten Mal las und seitdem vermutlich 30-40 Mal.



Little Brother - Cory Doctorow
Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: rororo; Auflage: 2 (1. März 2010)
ISBN-10: 3499215500
Preis: 14,95 Euro

Willis Fazit:




Dienstag, 4. Januar 2011

Es war einmal ein junges Mädchen namens Keturah, dass am Waldesrand den verwunschenen Hirsch erblickte, über den sie am Lagerfeuer schon so viele Geschichten erzählt hatte. Fasziniert folgte sie ihm in den Wald, immer weiter, bis sie sich schließlich in seinen Tiefen verirrt hatte. Nach tagelangem Umherirren, ohne Wasser oder Nahrung, gab sie langsam die Hoffnung auf Rettung auf und wartete auf Gevatter Tod. Doch der war so angetan von dem schönen Mädchen, dass er ihr eine Gnadenfrist gewährte:

Würde es ihr gelingen, ihre wahre Liebe an nur einem Tag zu finden, dann würde er sie am Leben lassen. Schaffte sie dies nicht, würde sie stattdessen seine Braut werden und ihn in sein tristes Dasein begleiten. So wandte sich Keturah an die Hexe des Dorfes, um einen Zauber zu erlangen, der sie ihre wahre Lieber erkennen ließe. Doch die Zeit rannte ihr davon...

 -----

Klingt wie ein Märchen? Das ist kein Zufall. Denn auch wenn nicht die Gebrüder Grimm oder Hans Christian Andersen die Autoren sind, ist die Geschichte um Keturah doch klar märchenhaft. In kurzen, einfachen Sätzen erzählt uns Keturah ihre Geschichte. Schauplatz ist ein altertümliches Bauerndorf, welches von der Pest bedroht wird. Darin lebt Keturah bei ihrer Großmutter, denn ihre Mutter ist schon bei ihrer Geburt gestorben. Außer der Großmutter stehen ihr noch ihre zwei treuen Freundinnen zur Seite und unterstützen sie tatkräftig bei ihrer Suche. Der passende Kandidat scheint schnell gefunden, doch um den jungen Ben Marshall heiraten zu können, der in Keturah verliebt ist, muss sie zur besten Köchin des Dorfes gewählt werden.

Vom Stil her ist das Buch eher für junge Mädchen gedacht, ist es doch die Geschichte eines Mädchens auf der Suche nach seiner großen Liebe. Gerade deshalb war ich aber anfangs verwirrt darüber, dass Keturah so emotionslos vorgeht. Wahllos und fast schon unbeteiligt sucht sie mithilfe des Zaubers der Hexe nach dem richtigen Mann und es ist ihr egal, wer es wird. Wenn man aber bedenkt, dass Keturah der Tod quasi im Nacken sitzt, kann man ihr Handeln vielleicht besser verstehen. An großen Gefühlen oder Romantik hat es mir also lange Zeit gefehlt.

Es gibt aber Bücher, die begeistern mich die ganze Zeit über eher mäßig, bis plötzlich auf den letzten Seiten ein so schöner oder überraschender Schluss kommt, dass ich meine Meinung doch noch ändere. Und so ging es mir bei Keturah. Denn am Ende kamen endlich die tiefen Emotionen, die mir das ganze Buch über gefehlt haben und machen alles wieder wett. Wie bei einem Märchen üblich, darf man natürlich auch ein Happy End erwarten, auch wenn dieses anders ausfällt, als man denken mag.

Dieses Buch gehört zwar nicht unbedingt zu denen, die einen vor Spannung an den Seiten kleben lassen. Trotzdem ist es eine schöne, liebevoll durchdachte Geschichte der ruhigen Art. Und wer seine Erwartungen an herzzereißende Romantik und Gefühle etwas zurückschraubt, wird hier ein wundervolles Märchen vorfinden, in dem ein Mädchen versucht, den Tod zu besiegen. 

Keturah - Gefährtin des Todes - Martine Leavitt
Gebundene Ausgabe: 237 Seiten
Verlag: Hanser (8. Februar 2010)
ISBN-10: 3446234756
Preis: 14,90 Euro

Willis Fazit:



Ich bedanke mich sehr herzlich beim Hanser Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!



Caro von Bücher ohne Ende und Tanja vom Lese-Leuchtturm haben mir einen weiteren Blog-Award verliehen, vielen Dank dafür!

Und hier die Regeln:

Du bist getaggt worden und möchtest teilnehmen?
Erstelle einen Post, indem du das Liebster-Blog-Bild postest & die Anleitung reinkopierst (= der Text den du gerade liest). Außerdem solltest du zum Blog der Person verlinken, die dir den Award verliehen hat & sie per Kommetar in ihrem Blog informieren, dass du den Award annimst & ihr den Link deines Award Posts dalassen. Danach überlegst du dir 3- 5 Lieblingsblogs, die du ebefalls in deinem Post verlinkst und die Besitzer jeweils per Kommetar - Funktion informierst, dass sie getaggt wurden und hier ebfalls den Link des Posts angibst, in dem die Erklärung steht.
 

Liebe Blogger/inen: Das Ziel, dieser Aktion ist, dass wir unbekannte, gute Blogs an's Licht bringen, deswegen würde ich euch bitten keine Blogs zu Posten, die ohnehin schon 3000 Leser haben, sondern talentierte Anfänger und Leute, die zwar schon ne Weile bloggen, aber immer noch nicht so bekannt sind.


Ich möchte nun folgende Blogs nominieren (und die Wahl war nicht leicht, es gibt so viele schöne Blogs):




Sonntag, 2. Januar 2011

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mein Stapel ungelesener Bücher ist vermutlich genauso hoch wie unser Haus. Daher möchte ich mir in diesem Jahr selbst eine Challenge auferlegen:

Bis zum 31.12.2011 möchte ich folgende 10 Bücher gelesen haben, die schon laaaaange auf meinem Stapel schmoren. All diese Bücher habe ich mir mal mit großem Interesse gekauft/ertauscht, bin dann aber doch nicht dazu gekommen, sie zu lesen. Wer sich mir anschließen will und seinem SUB ebenfalls den Kampf ansagen will, ist gerne eingeladen.

Mal sehen, wie viele ich davon tatsächlich schaffe, denn obwohl 10 Bücher nicht viel sind, sind fast alle davon sehr dicke Wälzer.





1. Blackout - Andreas Eschbach




2. Die Waldgräfin - Dagmar Trodler



3.Saphirblau - Kerstin Gier




4. Stunde Null - Michael Green




5. Das Lied der Dunkelheit - Peter V. Brett




    6. Lord of the fading Lands - C. L. Wilson




  7. Bartimäus - Das Amulett von Samarkand - Jonathan Stroud





8. Frucht der Sünde - Phil Rickman




9. Love - Stephen King





10. Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär




Samstag, 1. Januar 2011

Hallo meine Lieben, ich hoffe, ihr seid gut ins Jahr 2011 gerutscht, habt alle eure Vorsätze gefasst und bisher noch nicht gebrochen. Ein ereignisreiches Lesejahr ist nun rum und diesmal habe ich mir notiert, welche Bücher ich wann gelesen habe. Insgesamt waren es im Jahr 2010 73 Bücher. Meine Favoriten habe ich fett markiert. Zu den meisten habe ich auch eine Rezension geschrieben, also falls euch ein bestimmtes Buch interessiert, fragt ruhig nach, falls die Rezi noch nicht im Blog drin ist.

Januar

1.       Dark Lover – J.R. Ward (beendet am 04.01.10)
2.       Denk an mich in der Nacht – Joanne Harris (beendet am 10.01.10)
3.       Stadt, Land – Schluss – Judith O’Reilly (beendet am 15.01.10)
4.       Der Sünde Sold – Inge Löhnig (beendet am 16.01.10)
5.       In weißer Stille – Inge Löhnig (beendet am 19.01.10)
6.       Mieses Karma – David Safier (beendet am 20.01.10)
7.       Alles Fleisch ist Gras – Christian Mähr (beendet am 26.01.10)
8.       Die besten zehn Sekunden meines Lebens – Roger Schmelzer (beendet am 30.01.10)

 Februar

9.       Splitterherz – Bettina Belitz (beendet am 07.02.10)
10.   Little Brother – Cory Doctorow (beendet am 14.02.10)
11.   Man down – André Pilz (beendet am 16.02.10)
12.   Im Schatten der Königin – Tanja Kinkel (beendet am 21.02.10)
13.   So finster die Nacht – John A. Lindqvist (noch nicht beendet)
14.   Dämonenherz – Julia Talbot (beendet am 03.03.10)

März

15.   Mit dir ohne dich – Wolfgang Hermann (beendet am 02.03.10)
16.   Ostfriesensünde – Klaus-Peter Wolf (beendet am 06.03.10)
17.   Der Gartenkünstler – Ralf Günther (beendet am 11.03.10)
18.   Cult – Lincoln Child, Douglas Preston (beendet am 15.03.10)
19.   Der Christmas Cookie Club – Ann Pearlman (beendet am 19.03.10)
20.   Hush hush – Becca Fitzpatrick (beendet am 24.03.10)
21.   Welche Farbe hat die Liebe – Katja Reuter (beendet am 27.03.10)
22.   Erbarmen – Jussi Adler Olsen (beendet am 31.03.10)

April

23.   Meister der Wünsche – Ali Sethi (beendet am 04.04.10)
24.   Silberlicht – Laura Whitcomb (beendet am 10.04.10)
25.   Jesus liebt mich – David Safier (beendet am 13.04.10)
26.   Sturm – Claudia Kern (beendet am 18.04.10)
27.   Salvador und der Club der unerhörten Wünsche – Alberto Torres Blandina (beendet am 19.04.10)
28.   Elfenkuss – Aprilynne Pike (beendet am 22.04.10)
29.   Totenpfad – Elly Griffith (beendet am 26.04.10)

Mai

30.   Vatermord und andere Familienvergnügen – Steve Toltz (beendet am 26.05.10)
31.   Die geheime Sammlung – Polly Shulman (beendet am 07.05.10)
32.   Alles für die Katz – Tom Cox (beendet am 12.05.10)
33.   Der ohnmächtige Arzt – Dr. Günther Loewit (beendet am 18.05.10)
34.   Mann im Dunkel – Paul Auster (beendet am 22.05.10)

Juni

35.   Die Fremde aus dem Eis – René Barjavel (beendet am 10.06.10)
36.   Und im Zweifel für dich selbst – Elisabeth Rank (beendet am 16.06.10)
37.   Rost – Philipp Meyer (beendet am 28.06.10)

Juli

38.   Finstere Orte – Gillian Flynn (beendet am 06.07.10)
39.   Der Menschenräuber – Sabine Thiesler (beendet am 09.06.10)
40.   Halleluja – Johanna Alba, Jan Chorin (beendet am 15.07.10)
41.   Ein Winter mit Baudelaire – Harold Cobert (beendet am 16.07.10)
42.   Das Einstein-Mädchen - Philip Sington (beendet am 29.07.10)

August

43.   Gottes leere Hand – Marianne Efinger (beendet am 08.08.10)
44.   Die linke Hand Gottes – Paul Hoffman (beendet am 17.08.10)
45.   Über mir der Himmel – Jandy Nelson (beendet am 22.08.10)
46.   Das Wörterbuch der Liebenden – David Levithan (beendet am 24.08.10)
47.   Solo – Rana Dasgupta (beendet am 31.08.10)

September

48.   Der Eid der Kreuzritterin – Ricarda Jordan
49.   Nach dem Sommer – Maggie Stiefvater (beendet am 15.09.10)
50.   Die Reise zum Horizont – Jürg Amann (beendet am 15.09.10)
51.   Ein Ort zum Sterben – Carol O’Connell (beendet am 22.09.10)
52.   Oh happy Dates – Lucy-Anne Holmes (beendet am 26.09.10)

Oktober

53.   Apocalypsia – Andreas Izquierdo (beendet am 07.10.10)
54.   Winnetou unter Werwölfen – Peter Thannisch (beendet am 10.10.10)
55.   Morbus Dei: die Ankunft – Bastian Zach/Matthias Bauer (beendet am 13.10.10)
56.   Der zweitbeste Koch – Kurt Bracharz (beendet am 21.10.10)
57.   Der verbotene Schlüssel – Ralf Isau (beendet am 27.10.10)
58.   Der Monstrumologe – Rick Yancey (beendet am 30.10.10)

November

59.   Schwestern der Angst – Lydia Mischkulnig (beendet am 04.11.10)
60.   Makellose Morde to go – Susanne Henke
61.   Der Fluch von Crowfield – Pat Walsh (beendet am 12.11.10)
62.   Schattenblüte – Nora Melling (beendet am 19.11.10)
63.   FAQ – Daniel Bielenstein (beendet am 21.10.10)
64.   Zwischen den Toren – Susanne Nort (beendet am 23.11.10)
65.   Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid – Gabriella Engelmann (beendet am 26.11.10)
66.   Julia – Anne Fortier (noch nicht beendet)

Dezember

67.   Ascheherz – Nina Blazon (beendet am 04.12.10)
68.   Mit nackten Händen – Simonetta Greggio (beendet am 06.12.10)
69.   Die Geliebte – Ina Weisse (beendet am 10.12.10)
70.   Éanna – Wildes Herz – Leonie Britt Harper (beendet am 16.12.10)
71.   Mockingjay – Suzanne Collins (beendet am 21.12.10)
72.   Mottentanz – Lynn Weingarten (beendet am 25.12.10)
73.   Mr. Monster – Dan Wells (beendet am 30.12.10)