Sonntag, 27. Februar 2011

Ich wünschte, ich könnte dich hassen - Die Geschichte einer Entführung

"Was willst du?", fragte ich mit brüchiger Stimme. "Ganz einfach." Mit der Zigarette im Mund lächeltest du. "Nicht allein sein."

In "Ich wünschte, ich könnte dich hassen" schreibt Gemma rückblickend die Geschichte ihrer Entführung auf. Wie sie von Ty, dem jungen Mann mit den schönen, durchdringend blauen Augen betäubt und vom Flughafen entführt wird und wie er sie in die Wüste Australiens verschleppt. Schon der erste Fluchtversuch zeigt ihr, wie sinnlos der Gedanke an ein Entkommen ist: rings um das kleine Holzhäuschen, in dem Ty sich mit ihr versteckt, gibt es kilometerweit nur Staub, Geröll und vertrocknete Pflanzen, eine unendlich erscheinende Wüstenebene. Ihre anfänglichen Sorgen, er wolle ihr etwas antun, verschwinden nie so ganz, selbst als Ty ihr immer wieder versichert, dass er ihr nichts tun wird. Denn wieso hält er sie dann in der Wüste fest? In der Einsamkeit des Outbacks bleibt Gemma nichts anderes übrig, als sich mit ihrem Entführer zu arrangieren und sie muss feststellen, dass sich nach und nach noch andere Gefühle außer Angst und Hass für Ty in ihr Bewusstsein schleichen. Dabei müsste sie ihn doch eigentlich hassen...


Stockholm-Syndrom nennt man es, wenn ein Opfer mit der Zeit positive Gefühle für seinen Entführer entwickelt. Um so einen Fall scheint es sich auf den ersten Blick bei Gemma zu handeln. Denn natürlich weiß sie, dass das, was Ty mit ihr gemacht hat, falsch war, trotzdem kann sie ihn nicht hassen, denn nach und nach lernt sie den Menschen hinter der Fassade des Entführers und seine traurige Geschichte kennen:

"Bis zu dem Moment warst du für mich einfach nur der Entführer. Du hattest keinen Grund für das, was du machtest. Du warst dumm, böse und geisteskrank, fertig. Doch als du zu reden begannst, fingst du an, dich zu verändern." 


Mittwoch, 23. Februar 2011

Kam ein Stöckchen geflogen...

Hallo ihr Lieben, ich hatte gestern die Idee, eine kleine Tauschbörse bei mir im Blog einzuführen. In der Navigationsleiste könnt ihr jetzt neben "Mein Sub" etc. die Rubrik "Biete / Tausche" finden. Werft doch mal einen Blick drauf, vielleicht ist ja was passendes für euch dabei. 

Marie Seth hat mir ein Stöckchen zugeworfen, welches sich jeder nehmen darf, der möchte.

Gebunden oder Taschenbuch?
Gebunden ist natürlich schöner, aber auch teurer, weshalb ich mir gebundene Bücher meist schenken lasse oder versuche, sie günstiger zu kriegen.
Da ich aber, wie viele von euch sicherlich auch, nie ohne Buch aus dem Haus gehe, schleppe ich meistens Taschenbücher mit mir rum, dann ist die Tasche nicht ganz so schwer :-)

 Amazon oder Buchhandel?
Ich muss gestehen: in letzter Zeit eher nur noch Amazon oder Bücher.de, da es besonders englische Bücher bei Amazon wesentlich billiger gibt als im Laden und ich mir meist nur noch Bücher kaufe, wenn ich einen Gutschein habe (dank Reziexemplaren muss ich mir kaum noch was kaufen, hach :-)). Der Einzelhandel sollte allerdings gefördert werden, weshalb ich bei Büchern, die ich verschenken will, gerne auf den Buchladen um die Ecke zurückgreife, denn da spare ich nicht am Preis.

Lesezeichen oder Eselsohr?
NIEMALS Eselsohren!!! Wer mir ein geknicktes Buch zurückgeben will, der sollte lieber gleich ein neues Buch kaufen, bevor ihn/sie mein Zorn trifft!
Ich habe allerdings auch keine besonderen Lesezeichen, sondern nehme alles, was da kommt (Papierschnipsel, Deckenzipfel etc.)

Ordnen nach Autor, Titel oder ungeordnet?
Als ich vor einem dreiviertel Jahr umgezogen bin, wollte ich meine Bücher gerne nach Genre und darin nach Autor ordnen. Leider ging das nicht lange gut, da ich ständig neue Bücher dazubekomme und ich früher oder später das ganze Regal umräumen müsste, weil sich alle verschieben.
Momentan herrscht bei mir nur noch eine Ordnung nach Genre, also Kinderbücher, Jugendbücher, Krimis und Thriller, Liebesgeschichten etc. Vampirbücher bilden ihre eigene Kategorie und Dystopien auch.

Behalten, wegwerfen oder verkaufen?
Die meisten meiner Bücher behalte ich, auch wenn ich sie vermutlich nicht noch einmal lesen werde. Aber wer weiß, ob ich im Rentenalter nicht vor meiner Bibliothek (die ich bis dahin hoffentlich habe) stehe und mir denke „Mensch, daran kann ich mich gar nicht erinnern, das lese ich noch mal.“ Oder ob meine Kinder die Bücher nicht toll finden werden.
Einige Bücher, die mir nicht so gut gefallen haben, werden vertauscht oder bei eBay versteigert, damit jemand anderes daran Freude hat.
Es ist mir erst 1x passiert, dass ich ein Buch weggeworfen habe. Das war „Der Judasfluch“ von Scott McBaine und ich fand das Buch soooo grottenschlecht, dass ich es wutentbrannt in den Papiermüll geworfen habe, weil ich so wütend darüber war, für diesen Schrott Geld ausgegeben zu haben. Das war es mir nicht mal mehr wert, es bei eBay für nen Euro zu versteigern.
 
Schutzumschlag behalten oder wegwerfen?
Äh, halloo?? Wer wirft denn bitte Schutzumschläge weg?

Kurzgeschichte oder Roman?
Lieber Roman, ich erfahre gern so viel wie möglich über die Welt, in der das Buch spielt, und das ist bei Kurzgeschichten meist nicht drin.

Aufhören wenn man müde ist oder wenn das Kapitel zu Ende ist?
Ich erwische mich oft dabei, wie ich denke „Nur noch bis zum Ende des Kapitels“ oder wenigstens bis zum nächsten Absatz.

Die Nacht war dunkel und stürmisch“ oder „Es war einmal“?
Ganz egal. Ich lese eigentlich alles, außer Biografien von Pseudo-Stars wie Bohlen oder Effenberg. So lange mich die Handlung anspricht, ist es mir egal, aus welchem Genre das Buch stammt, ich habe da keine Präferenz. In meinem Regal dürfte eigentlich für jeden was drinstehen, was ihn/sie interessiert, ob nun Klassiker, Fantasy, Thriller, Märchen, Schnulzen etc.

Kaufentscheidung: Bestsellerliste, Rezension, Empfehlung oder Stöbern?
Von den Bestsellerlisten habe ich bisher verhältnismäßig wenig gelesen, denn nur weil sich ein Buch sehr oft verkauft hat, heißt es nicht, dass es auch gut ist. Siehe Sarrazin. Oder die weiße Wandfarbe von Alpina, die meistverkaufte Marke in Europa. Warum ist sie die meistverkaufte? Weil sie nicht richtig deckt und man die doppelte Menge davon kaufen muss :-)
Durch die ganzen Bücherblogs, die ich verfolge, ist mir erst aufgefallen, wie wichtig mir eure Rezensionen und Empfehlungen sind. Ich kaufe eigentlich gar keine Bücher mehr, von denen ich nicht vorher schon gehört habe. Meine letzten Spontankäufe waren "Jack" von A.M. Homes und "Bertil bis zum Hals im Schnee" von Tiina Krohn.

Geschlossenes Ende oder Cliffhanger?
Nun ja, wenn es sich um ein Serienende oder ein einzelnes Buch handelt, ist ein Cliffhanger natürlich absolut unangebracht. Innerhalb einer Serie mag ich Cliffhanger, denn so steigt die Spannung.
Kennt übrigens einer von euch die „Dunkler Turm“ Reihe von Stephen King? DAS nenn ich mal ein hammer Ende für eine Serie! :-)

Morgens, mittags oder nachts lesen?
Besonders abends auf der Couch, da läuft meist eh nix gutes im TV. Und ansonsten immer wenn es geht :-) Langweilige Univorlesungen, Bahnfahren…

Einzelband oder Serie?
Wenn mir eine Geschichte ganz besonders gefallen hat, freue ich mich natürlich, wenn es Nachschub aus demselben Buchuniversum gibt.
Allerdings habe ich es auch schon oft erlebt, dass sich eine vielversprechende Buchserie irgendwann erschöpft und von den Ideen her abnimmt. So z.B. bei Charlaine Harris Sookie Stackhouse-Serie, die ich anfangs regelrecht verschlungen habe. Die letzten 2 Bücher stehen allerdings seit 2 Jahren ungelesen im Schrank. Ich glaube, es fällt vielen Autoren schwer, einen gelungenen Abschluss für ihre Serie zu finden.


Lieblingsbuch von dem noch nie jemand gehört hat?
*ratloser Blick zum Bücherregal* Von dem noch niemand gehört hat? Das wird schwer. 
Mein erstes Buch, dass ich als Kind richtig allein gelesen habe, war „Hier kommt Schlingel“ von Susanne Riesch (vermutlich nicht verwandt mit der Skiläuferin :-)) Ich habe es zwar seitdem nie wieder gelesen, aber ich erinnere mich daran, dass ich das Buch sehr geliebt habe. Und, hat davon schon mal einer von euch gehört?


Lieblingsbuch das du letztes Jahr gelesen hast?
Puh, da gab es einige:
„Über mir der Himmel“ – Jandy Nelson
„Julia“ – Anne Fortier
„Apocalypsia“ – Andreas Izquierdo
“Der Monstrumologe” – Rick Yancey

Welches Buch liest du gegenwärtig?
Gerade lese ich „Ich wünschte, ich könnte dich hassen“, ein Jugendbuch über ein Mädchen, das entführt wird, sowie „Acht helle Nächte“, welches ich schon länger lese, aber immer nur ca. 20 Seiten am Stück schaffe. Ich weiß gar nicht so genau, warum.

Absolutes Lieblingsbuch aller Zeiten?
Ich muss gestehen, ich habe kein absolutes Lieblingsbuch, dazu gibt es zu viele gute Bücher, als dass ich mich auf eins festlegen könnte.

Lieblingsautoren?
Andreas Eschbach, Stephen King, Kathy Reichs, L.J. Smith (aber nur ihre alten Bücher), Megan Hart, Juliet Marillier. Ich könnte hier noch einige mehr nennen, aber wenn ich bisher erst ein Buch von einem Autor gelesen habe, will ich ihn/sie lieber noch nicht als Lieblingsautor kategorisieren, auch wenn ich das erste Buch ganz toll fand.

Samstag, 19. Februar 2011

Weißer Fluch - fesselnder Trilogiebeginn

"Verschwendet nicht zu viel Mitleid an mich. Mit vierzehn habe ich ein Mädchen getötet. Sie hieß Lila, sie war meine beste Freundin und ich habe sie geliebt. Trotzdem habe ich sie umgebracht. Vieles an diesem Mord ist in meiner Erinnerung verschwommen, aber meine Brüder haben mich gefunden, wie ich über ihrer Leiche stand, mit Blut an den Händen und einem seltsamen Lächeln auf den Lippen."

Cassel Sharpe entstammt einer Familie von Fluchmagiern, Menschen, die mit einer einzigen Berührung ihrer Hand das Glück entziehen, Gefühle und Träume manipulieren und sogar schwerste Verletzungen zufügen können.
Doch diese Magie ist seit Jahrzehnten verboten, alle Menschen müssen ständig Handschuhe tragen um niemanden mit bloßer Haut zu berühren und die Fluchmagier können nur noch im Geheimen agieren. Cassel ist der Einzige aus seiner Familie, dem diese Kräfte fehlen, was ihn zum Außenseiter macht. Auch in der Schule hat er keinen leichten Stand, da er nicht zu den reichen Kids gehört und als einziger kein eigenes Auto hat. Und nicht zuletzt quälen ihn seit geraumer Zeit auch noch seltsame Träume und Erinnerungsfetzen, die mit Lilas Tod im Zusammenhang stehen. Lila, seiner besten Freundin, die er vor drei Jahren umgebracht hat. Und er weiß nicht, warum...

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Meine Meinung

Wenn man erstmal ein halbes Dutzend der Fantasy-Jugendbücher gelesen hat, die momentan auf dem Markt rumschwimmen, bekommt man schon das Gefühl, dass sie eigentlich alle gleich sind und nur die Namen der Protagonisten ausgetauscht werden. Die Handlung besteht meist daraus, dass sich ein Mädchen in einen Jungen verliebt, der entweder gar kein Mensch ist oder wenigstens übernatürliche Kräfte hat. Und durch ihre Liebe bringen sich beide in Gefahr. Allein vom Cover her habe ich von "Weißer Fluch" auch nicht viel anderes erwartet. Aber ich wurde sehr positiv überrascht. 

"Weißer Fluch" ist der erste Teil einer Trilogie über die Fluchwerker und bietet eine sehr erfrischende Abwechslung; vielleicht, weil dieses Buch aus Sicht eines Jungen und nicht eines verliebt schmachtenden Mädchens erzählt wird. Vielleicht aber auch, weil es eher ein Thriller als eine Fantasygeschichte ist, obwohl natürlich auch hier spärliche Fantasy-Elemente enthalten sind. Trotzdem ist die Geschichte in einem Umfeld angesiedelt, das sich eigentlich kaum von unserer Realität unterscheidet, abgesehen davon, dass es ein paar Menschen gibt, die Flüche wirken können und die dafür gefürchtet werden.

Den Hauptcharakter Cassel kann man nicht gerade als gewöhnlichen Helden bezeichnen: in seiner Schule verdingt er sich als Buchmacher und wie er es von seiner Mutter gelernt hat, lügt und betrügt er, wo er nur kann. Seine Brüder arbeiten für eine der mächtigsten Fluchwerkerfamilien der USA, die vergleichbar mit der Mafia sind. Und doch versucht er, wie ein ganz normaler Teenager zu wirken; er imitiert das Verhalten der anderen und sucht sich eine Freundin, nur um nicht aufzufallen und damit niemand seine dunkle Vergangenheit herausfindet.
Über dem ganzen Buch liegt eine düstere, fast schon bedrückende Stimmung und die Geschichte  wirkt im Allgemeinen einfach reifer und erwachsener als bei anderen Jugendbüchern, in denen es eigentlich nur um die Liebesgeschichte geht. Cassel hat mit so realen Problemen zu kämpfen wie einer Mutter, die im Gefängnis sitzt, Vorurteilen ihm gegenüber, weil er aus einer Fluchmagierfamilie stammt und nicht zuletzt die Schuld für den Tod seiner besten Freundin, die auf ihm lastet.

Seine Suche nach der Wahrheit gestaltet sich dabei sehr spannend, wenn auch etwas vorhersehbar. Wie gesagt, das Buch ist eher ein Thriller, in dem Cassel versucht aufzuklären, was mit seiner Freundin passiert ist, doch die Ansprüche, die ich an ein Buch aus dieser Sparte habe, konnte das Buch nur teilweise erfüllen, einfach, weil mir schon ziemlich schnell am Anfang klar wurde, was es mit Lilas Tod auf sich hat. Das Konzept der Fluchmagier hat dieses Manko jedoch wieder ausgeglichen und hat das Buch zu etwas Besonderem, etwas Anderem gemacht. Gerade die Mischung aus Fantasy und Thriller hat mir sehr gut gefallen und mich das Buch kaum weglegen lassen, weshalb ich trotz kleiner Kritik die Höchstbewertung vergebe. 

Allerdings frage ich mich schon, was in den nächsten beiden Büchern passieren soll. Der erste Band scheint in sich abgeschlossen zu sein, jedenfalls lässt uns die Autorin nicht mit einem bösen Cliffhanger zurück. Aber was solls, ich lass mich einfach überraschen :-)

Mein Fazit: Wer nach Abwechslung von Jugendbüchern sucht, in denen Vampire, Werwölfe oder Feen die Hauptrolle spielen und die Protagonisten nicht viel anderes tun, als sich gegenseitig anzuschmachten, der ist hier genau richtig. Cassels Geschichte ist düster und spannend und die Geschichte hat einen richtigen Sog auf mich ausgewirkt. Ich freue mich schon darauf, die beiden Nachfolger zu lesen. 


P.S: Ich finde das Originalcover übrigens passender, da es die Grundelemente des Buches wesentlich besser festhält, auch wenn beide die düstere Stimmung des Buches einfangen. Man beachtet die gesetzlich vorgeschriebenen Lederhandschuhe :-)

Weißer Fluch - Holly Black
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: cbt (21. Februar 2011)
ISBN-10: 3570161072
Preis: 17,99 Euro

Willis Fazit: 





Freitag, 18. Februar 2011

Nicht weit vom Stamm - tolle Script5-Aktion

UPDATE 20.02.: Die Aktion ist beendet, wer noch nicht mitgemacht hat, kommt leider zu spät :-)

So meine lieben Leser, diejenigen unter euch, die auch selbst bloggen, haben die tolle Chance, ein Rezensionsexemplar vom Script5-Verlag zu ergattern. Was ihr dafür tun müsst?
Bindet den Trailer zum Buch "Nicht weit vom Stamm" auf eurer Startseite ein und schickt den Link mit Wunschtitel und Adresse an: info@script5.de

Da mach ich natürlich gerne mit und präsentiere euch hier den Trailer zu "Nicht weit vom Stamm" von Oliver Uschmann:


Nicht weit vom Stamm - Oliver Uschmann
 
Sven hat die schiefe Bahn verlassen und ist am Ziel angekommen: ganz unten. Seine Tage verbringt er im Rausch, seine Nächte wahlweise mit Sex oder Prügeleien. Dabei stünden ihm alle Türen offen, sagt sein Vater – hätte Sven sie nicht vor fünf Jahren zugeschlagen.
Als seine Schwester bedroht wird, findet sich Sven in seinem schlimmsten Albtraum wieder: Der einzige Weg, Lina zu retten, ist, so zu werden wie sein Vater. 




P.S: Wer bei Büchereule.de angemeldet ist, hat die Chance, dort auch an einer Leserunde zu diesem Buch teilzunehmen. Klick hier.


Donnerstag, 17. Februar 2011

Neuzugänge im Februar #2

Ich spare mir dank webmiles immer mal wieder Buchgutscheine zusammen, und diesmal habe ich mir folgende Schätze geleistet:




Matched - Ally Condie

Stell dir vor, du lebst in einer Welt, die ein absolut sicheres Leben garantiert. Doch dafür musst du dich den Gesetzen des Systems beugen: den Menschen lieben, der für dich bestimmt wird. Was würdest du tun? Für die wahre Liebe dein Leben riskieren? Für die 17-jährige Cassia ist heute der wichtigste Tag ihres Leben: Sie erfährt, wen sie mit 21 heiraten wird. Doch das Ergebnis überrascht alle: Xander, Cassias bester Freund, ist als ihr Partner vom System ausgewählt worden. Als jedoch, offenbar wegen eines technischen Defekts, das Bild eines anderen Jungen auf dem feierlich überreichten Microchip auftaucht, wird Cassia misstrauisch. Kann das System wirklich entscheiden, wen sie lieben soll?

Éanna - Stürmische See - Leonie B. Harper

Irland, 1847: Noch immer wütet die Hungersnot. Éanna und Brendan, der Junge, an den sie ihr Herz verloren hat, gelingt es nur mühsam, in Dublin Arbeit zu finden. Und von ihrem kargen Lohn können sie kaum etwas für die ersehnte Überfahrt nach Amerika zurücklegen. Um ans Ziel ihrer Träume zu kommen, bittet Éanna heimlich den Schriftsteller OBrien um Hilfe. Doch Brendan wird rasend eifersüchtig. 

Across the Universe - Beth Revis

Amy has left the life she loves for a world 300 years away. Trapped in space and frozen in time, Amy is bound for a new planet. But fifty years before she's due to arrive, she is violently woken, the victim of an attempted murder. Now Amy's lost on board and nothing makes sense - she's never felt so alone. Yet someone is waiting for her. He wants to protect her; and more if she'll let him. But who can she trust amidst the secrets and lies? A killer is out there - and Amy has nowhere to hide... 

Gestohlene Rache - Elisabeth Naughton 

Als die Archäologin Dr. Lisa Maxwell in Italien dem gut aussehenden Rafe Sullivan begegnet, schlägt sie alle Vorsicht in den Wind und verbringt eine heiße Liebesnacht mit ihm. Doch am nächsten Morgen wacht sie in einem leeren Bett auf und schlimmer noch, mit einem leeren Safe! Lisa hat es sich zum Ziel gesetzt, die drei Furien zu sammeln, ein äußerst wertvolles Set antiker griechischer Relieffiguren. Und nun ist die eine Figur, die sie bereits gefunden hatte, verschwunden. Wutentbrannt verfolgt die Archäologin Rafe nach Florida. Doch bald schon müssen beide feststellen, dass sie nicht die Einzigen sind, die es auf die Furien abgesehen haben. 

Dienstag, 15. Februar 2011

Unverhofft kommt oft - Oksa Pollock

Anfangs ist Oksa nicht begeistert, als ihr ihre Eltern eröffnen, dass sie von Paris nach London ziehen, weil ihr Vater sich einen lang gehegten Traum erfüllen und ein Restaurant eröffnen will. Doch als sie erfährt, dass auch ihr bester Freund Gus und seine Familie mitziehen, sieht das schon ganz anders aus. Die Schule in London ist toll und Oksa findet auch schnell neue Freunde. Wenn da nur nicht ihr gemeiner Mathelehrer McGraw wäre, der es einfach nicht lassen kann, gemein zu Oksa zu sein. Doch sie muss bald merken, dass sie noch viel größere Sorgen als ihren Lehrer hat, als ihr eines nachts völlig unerwartet eine Feuerkugel aus der Hand schießt und die Haare ihrer Puppe abfackelt. Und plötzlich hat sie so ein merkwürdiges sternförmiges Mal um ihren Bauchnabel herum. 

Von ihrer Großmutter erfährt Oksa schließlich das wohlgehütete Familiengeheimnis: Sie ist eine Zauberin, genau wie ihr Vater und ihre Oma, die aus einer geheimen Magierwelt namens Edefia stammen, aus der sie vor vielen Jahren fliehen mussten. Und nicht nur das: Oksa ist die Unverhoffte, das Mädchen, dem es bestimmt ist, über Edefia zu herrschen. Aber Oksa hat nicht nur Anhänger, sondern auch viele Feinde, die ihre Kräfte für ihre eigenen Zwecke nutzen wollen...

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Meine Meinung

Die Geschichte um die junge Zauberin Oksa Pollock hat die Leser in Frankreich begeistert und auch bei uns in Deutschland könnte Oksa die würdige Nachfolgerin von Harry Potter werden, die richtigen Zutaten bringt das Buch auf jeden Fall mit. Die Entstehung des Buches grenzt selbst schon fast an Zauberei. Da sie von den Verlagen Frankreichs nur Absagen erhielten, entschieden sich die beiden Autorinnen, das Buch im Selbstverlag herauszubringen und boten es jahrelang diversen Buchhandlungen an. Die ersten Leser waren begeistert und steckten mit ihrem Eifer weitere Leser an, bis Oksas Geschichte schließlich in ganz Frankreich bekannt war und endlich doch ein Verlag Interesse an dem Buch zeigte - das Buch wurde ein Bestseller. 

So zauberhaft wie die Entstehungsgeschichte um das Buch herum ist auch die Geschichte selbst. Ich denke, bei einem jungen Mädchen, das in England zur Schule geht und dort ihre Zauberkräfte entdeckt, werden Vergleiche zum berühmten Harry Potter natürlich nicht ausbleiben, doch auch wenn Ähnlichkeiten vorhanden sind, haben die beiden Autorinnen ihr ganz eigenes Oksa-Universum geschaffen. Und an dieser Stelle ein Kompliment an sie! Das Buch ist echt super geschrieben, einfach aber trotzdem voller liebevoller Details, so dass ich schon nach wenigen Seiten richtig tief in der Geschichte drin steckte. Sofort kam bei mir ein Gefühl von Vertrautheit auf, als würde ich Oksa und ihre Familie schon lange kennen.

Im Kampf gegen ihre Widersacher lernt Oksa magische Fähigkeiten, um die man sie nur beneiden kann. Sie kann schweben, an der Decke laufen, Feuerbälle schleudern und mit magischen Kugeln um sich schießen. Die Kreativität der beiden Autorinnen kannte scheinbar keine Grenzen bei den ganzen magischen Gestalten und Zaubern, die sie geschaffen haben und die dem Buch einen einzigartigen Charme verleihen, wie beispielsweise der Gedächtnisradiergummi, der unliebsame Erinnerungen auslöscht oder die Goranov-Pflanze, die sehr empfindlich ist und beim kleinsten Schrecken in Ohnmacht fällt. 

 Leider finde ich aber auch bei diesem Buch kleine Kritikpunkte. So fand ich das Buch zur Mitte hin etwas lahm, als Oksa in den Ferien ihre Zauberausbildung antritt. Außerdem war mir die Geschichte nicht komplex genug, was vielleicht daran liegt, dass das Buch doch eher für Kinder und Jugendliche gedacht ist. Oder weil ich durch Harry Potter einfach zu verwöhnt bin, was die Handlung betrifft. Und wie es manchmal bei Kinder- und Jugendbüchern zu sein scheint, verhalten sich die Kinder oftmals klüger als die Erwachsenen. Warum zum Beispiel lässt Oksas Familie sie weiterhin zur Schule gehen, nachdem sie erfahren haben, dass dort einer ihrer Feinde lauert, der sie jederzeit entführen könnte?

Abgesehen davon ist Oksa aber ein tolles Mädchen, mit der sich die Leser leicht identifizieren können: sie ist mutig aber immer wieder auch schüchtern, handelt oftmals bevor sie genau nachgedacht hat und bringt sich so in brenzlige Situationen, zickt rum, wenn sie sich von ihrer Familie ungerecht behandelt fühlt und kann es absolut nicht leiden, wenn sich andere Mädchen an ihren besten Freund Gus hängen. Ein ganz normales Mädchen also. :-)

Alle, die Harry Potter geliebt haben, werden sicherlich auch mit Oksa jede Menge Spaß haben, ich jedenfalls freue mich schon auf das nächste Buch.

Mehr zu Oksa gibts unter oksapollockfans.de. Bis zum 20.02.2011 kann man sich dort noch für ein kostenloses Leseexemplar bewerben, also haltet euch ran!

Oksa Pollock - Die Unverhoffte - A. Plichota, C. Wolf
Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
Verlag: Oetinger (März 2011)
ISBN-10: 3789145025

Preis: 19,95 Euro

Willis Fazit:










Montag, 14. Februar 2011

Nachruf an Lisa J. Smith

Nein, keine Sorge, L.J. Smith ist nicht tot, auch wenn mein Titel das vielleicht andeuten mag. Aber gestern habe ich bei Reden ist Silber, Lesen ist Gold einen Post gesehen, der mich sehr schockiert hat. Auf Vampire Diaries wurde ein Brief von Smith an ihre Fans veröffentlicht. In diesem schreibt sie folgendes: 


"Aber auch Autoren bleiben nicht von Konsequenzen verschont. Dies ist noch vertraulich, aber in meinem Fall ist die Konsequenz, dass mir gekündigt worden ist und ich Vampire Diaries nicht weiterschreiben darf. Midnight ist das letzte Buch, das ihr jemals wieder von L.J. Smith in dieser Reihe sehen werdet. Ich habe bereits das nächste Buch ‚Phantom’ für meinen Verleger ‚HarperCollins’ geschrieben.
Aber anstatt mir Änderungsvorschläge zu schicken, erhielt ich einen Brief, adressiert an den anonymen Ghostwriter, der an meiner Stelle die Vampire Diaries Reihe weiterschreiben soll. Da ich über Damon und Elena’s Liebe geschrieben habe – und auch über Damon’s Gefühle für Bonnie – bin ich aus dieser Buchreihe ausgeschieden."


Wie bitte?!?! Ich verschlinge ihre Bücher, seit ich 12 Jahre alt bin und Damon war wohl der erste Buchcharakter, in den ich so richtig verknallt war. Und nun so was: da der Ausgang der Story den Verlegern nicht gefallen hat, wurde ihr gekündigt und an ihrer Stelle soll ein Ghostwriter die Serie fortführen. Ich bin geschockt!!! Smith hatte damals in den 90ern leider einen Vertrag unterschrieben, bei dem die Geschichte und die Charaktere nicht ihr gehören, was ihre Kündigung ermöglicht hat.

Ich muss gestehen, mir haben die "neuen" Vampire Diaries zwar nicht mehr gefallen. Der vierte Band, den sie auf Drängen ihrer Fans geschrieben hatte, war schon nicht mehr ganz so gut wie die Vorgänger und hat das phänomenale Ende des dritten Bandes leider versaut. Aber gut, als Fan kann man ja eigentlich nie genug bekommen und dank der TV-Serie "The Vampire Diaries" sind die Bücher nach Jahren endlich wieder in den Fokus gerückt, was mich als Alt-Fan natürlich sehr für L.J. Smith gefreut hat.Trotzdem habe ich auf das Lesen der neuen Bücher verzichtet, weil sich Smiths Stil einfach zu sehr verändert hat. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass ich mit der "Enteignung" von Smith einverstanden bin. 

L.J. Smith bittet zwar darum, den HarperCollins Verlag nicht zu boykottieren, aber genau das werde ich in diesem Fall wohl tun. In Zukunft werde ich höchstens noch Fanfiction über die Vampire Diaries lesen, die sind wenigstens kostenlos. Und ein Ghostwriter tut schließlich auch nichts anderes, er führt einfach eine fremde Idee fort. Traurig :-(

Wer Nachschub von L.J. Smith sucht, unabhängig von den Vampire Diaries, dem empfehle ich folgende Bücher, am besten im englischen Original:

- The Forbidden Game Trilogie
- Dark Visions Trilogie
- Night World Serie (bisher 9 Teile, auch auf deutsch erschienen)
- Secret Circle Trilogie (auch auf deutsch erschienen, "Der magische Zirkel")

Freitag, 11. Februar 2011

Neuzugänge im Februar #1

Hi ihr Lieben, diese Woche war bzw. ist ganz schön stressig, daher komme ich kaum dazu, was zu schreiben. Meine Neuzugänge möchte ich euch trotzdem nicht vorenthalten. Freut euch also auf Berichte zu:





Weisser Fluch - Holly Black

Was geschieht, wenn alles, was du berührst, verflucht ist? In einer Welt, in der Magie seit Jahrzehnten verboten ist, sind allein sie mächtig - die Fluchmagier. Menschen, die Erinnerungen, Gefühle und das Schicksal mit der geringsten Berührung ihrer Hand verändern können. Menschen, die im Untergrund arbeiten. Cassel Sharpe entstammt einer solchen Familie von Fluchmagiern, doch er ist ein Außenseiter, der einzige normale Teenager in einer magisch begabten Familie. Es gibt nur ein kleines Problem dabei: Vor drei Jahren hat Cassel seine beste Freundin Lila umgebracht - und er weiß nicht, warum ..

101 Reykjavik - Hallgrimur Helgason

Was macht man im Winter in einem Land, in dem keine Sonne scheint, es ununterbrochen schneit und sich sogar Gespenster zu Tode langweilen? Hlynur vergammelt die Tage im Bett, surft im Internet nach Pornos und tut auch sonst wenig Sinnvolles. Der Achtundzwanzigjährige lebt bei seiner Mutter. An Frauen interessiert ihn vor allem ihr Marktwert. Das ändert sich, als er Lolla kennenlernt, die lesbische Freundin seiner Mutter. Der One-Night-Stand mit ihr hat jedoch Folgen.

Zeugin der Toten - Elisabeth Herrmann

Spuren eines quälend langsamen Todes, Blutlachen wie Seen, Hände, die verzweifelt Halt suchen. Judith Kepler hat viel gesehen. Sie wird gerufen, wenn die Spurensicherung geht. Sie macht aus Tatorten wieder bewohnbare Räume. Sie ist ein Cleaner. In der Wohnung einer grausam ermordeten Frau begegnet sie ihrer eigenen Vergangenheit. Die Tote kannte Judiths Geheimnis. Unter mysteriösen Umständen war Judith als Kind in ein Heim gebracht worden. Herkunft unbekannt. Immer im Schatten dabei, die Staatssicherheit. Als Judith Fragen zu stellen beginnt, gerät sie in das Visier mächtiger Gegner.

Beste Beziehungen - Gustav Ernst

Lisa und Franz haben zwei nette kleine Kinder und arbeiten auf das gemeinsame Haus hin, deshalb soll Franz sich gefälligst um seine Beförderung bemühen, wie Lisa findet; Jack ist Büroleiter des Wirtschaftsministers und mitten im Wahlkampf, sieht seine Frau selten und seine Affäre gelegentlich; dass Hanno mit Exfrau Sabine und seiner neuen Freundin unter einem Dach wohnt, findet er in Ordnung, aber nur er; und Stöger, der pflichtbewusste Deutschlehrer, will seiner Nichte Pia eigentlich nur Nachhilfe geben...

Und dann habe ich mir noch zwei Spontankäufe geleistet, bei denen mich der Klappentext angesprochen hat. Kennt die einer von euch?

Jack - A.M. Homes

Jack ist ein 15-jähriger Teenager, der wie die meisten Teenager einfach nur normal sein möchte. Auch wenn normal sein bei ihm heißt, Kind geschiedener Eltern zu sein und einen ziemlich merkwürdigen besten Freund zu haben. Aber als Jacks Vater mit ihm auf einen See hinausrudert und ihm dort im Boot eröffnet, er sei schwul, ist für Jack nichts mehr normal. Jack muss für sich neu definieren, was »Familie« heißt. Warum erfährt er als letzter, dass sein Vater schwul ist? Warum muss sein bester Freund Max die Neuigkeit in der Schule verbreiten und ihm das Leben zur Hölle machen?

Bertil bis zum Hals im Schnee - Tiina Krohn

Entsetzen in einem schmucken Viertel Helsinkis: Auf einer winterlichen Gartenparty lässt sich der Chirurg Bertil Salomaa unter dem Beifall der Gäste bis zum Hals im Schnee eingraben - und stirbt. Wirklich ein Zufall?

Dienstag, 8. Februar 2011

Hexenkuss - Mischung aus O.C. California und Charmed

Hallo ihr Lieben, erstmal vielen vielen Dank für die zahlreichen Nominierungen für den "The Versatile Blogger"- Award! Es freut mich zu sehen, dass so vielen von euch mein Blog gefällt. Ich hab in letzter Zeit sehr fleißig gelesen, weil ich mich erst nächste Woche mit meinem Prof zur Anmeldung der Diplomarbeit treffe, und bis dahin so viel wie möglich vom SUB runterhaben will :-) Hier also meine (wenig begeisterte) Meinung zu "Hexenkuss":
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"Zeit, es sich endlich einzugestehen: Magie gibt es wirklich, und sie übernimmt die Kontrolle über unser Leben."

Die junge Holly Cathers verliert bei einem tragischen Unfall ihre Eltern und soll fortan bei ihrer Tante in Seattle leben. Dort muss sie ein Geheimnis erfahren, vor dem ihre Eltern sie immer schützen wollten: Holly entstammt einer Familie von mächtigen Hexen. Als würde sie das nicht schon genug verwirren, trifft sie auch noch auf den geheimnisvollen Jeraud Deveraux, zu dem sie sich unwiederstehlich hingezogen fühlt und der ihr den Kopf verdreht. Doch was Holly nicht weiß: seit Anbeginn der Zeit sind die beiden Hexerfamilien Cathers und Deveraux verfeindet bis aufs Blut. Und der Kampf um die Vorherrschaft des Hexenzirkels tobt bis in die heutige Zeit...


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Meine Meinung

"Hexenkuss" ist der erste Band einer Trilogie um Hexerei, Liebe und Intrigen und hat etwas von einer Daily Soap: die Charaktere und die Handlung sind zwar klischeehaft und vorhersehbar, aber trotzdem hat es irgendetwas an sich, dass man hängenbleibt und weiterguckt. Vielleicht liegt es am Beziehungsgeflecht in "Hexenkuss", in dem jeder jeden begehrt und fleißig Intrigen gesponnen werden. Oder daran, dass alle Protagonisten selbstverständlich unheimlich gut aussehen, was auch ständig betont wird. Wie sollte es auch anders sein bei dieser literarischen Mischung aus O.C. California und Charmed, bei der sich durchgestylte Teenies an Papies Zauberbuch vergreifen. 

Originelle Charaktere trifft man hier kaum. Der Oberbösewicht ist natürlich unheimlich gutaussehend und böse bis ins Mark, die junge Hauptakteurin wirkt anfangs schwach und naiv, beweist im Verlauf der Geschichte aber immer mehr Stärke, und ihr Schwarm quält sich mit den düsteren Familiengeheimnissen und will seine Liebste deshalb nicht zu nah an sich heranlassen. Hab ich schon erwähnt, dass er natürlich auch unheimlich gut aussieht? Nein?

Okay, Spaß beiseite. Vieles ist zwar sehr klischeehaft, aber die Geschichte an sich hat sich eigentlich ziemlich gut gelesen und besonders die magischen Rituale fand ich interessant. Allerdings hätte man wohl besser einen Film draus machen sollen als ein Buch. Nicht umsonst ist mir Nancy Holder bekannt als eine der Autorinnen, die zu der Serie "Buffy - Im Bann der Dämonen" einige Bücher geschrieben hat. Und leider hat sich auch die Spannung gegen Ende hin verflüchtigt, die Handlung wirkte fahrig und dahingeschmiert.

Abwechselnd in der Gegenwart und in der Vergangenheit werden die Verflechtungen der Familien Deveraux und Cathers aufgedeckt und wie sie auch heute noch probieren, unter Verwendung ihrer magischen Künste die andere Familie zugrunde zu richten. Dafür, dass das Buch eindeutig für Teenager ausgelegt ist, fand ich es streckenweise sehr brutal, wenn für ihre schwarze Magie Menschen der Kopf abgehackt wird oder Tiere bei lebendigem Leib in Wände eingemauert werden. Eine Altersbeschränkung ab 14 Jahren erscheint mir hier sinnvoll. 
Neben blutdürstigen Ritualen und perfiden Plänen erwarten einen hier ansonsten schmalzige Gefühlsbeschreibungen (besonders aufgefallen ist mir die inflationäre Verwendung des Wortes  begehren) und eine dürftige Liebesgeschichte, die man den beiden Verliebten einfach nicht abkauft. 

Mein Fazit: Auf der einen Seite bietet die Geschichte brutalen Hexenhorror, auf der anderen Seite entspinnt sich eine gefühlsarme Liebesgeschichte. Wäre die Geschichte nicht so sehr klischeebeladen, hätte sie mich vielleicht mehr in ihren Bann geschlagen. So überlege ich noch, ob ich mir die nächsten zwei Bände wirklich auch antun soll. Vermutlich werde ich es eher lassen.



Hexenkuss - Nancy Holder & Debbie Viguié
Broschiert: 320 Seiten
Verlag: Penhaligon Verlag (29. November 2010)
ISBN-10: 3764530766
Preis: 14,99 Euro


Willis Fazit: 






Sonntag, 6. Februar 2011

Böser Engel - Bist du ein Sünder?

Moralapostel aufgepasst! Wer von euch Probleme mit der Beschreibung von aufmüpfigem Verhalten, gotteslästerlichen Kraftausdrücken oder gar Selbstbefriedigung und Dämonenbeschwörung hat, der lese doch bitte woanders weiter. Denn ich möchte euch heute von Stuart Bradley und seiner eigenartigen Geschichte berichten.

Stuart ist eigentlich ein ganz normaler Teenager, der sich gerne mal unter der Dusche mit sich selbst vergnügt. Was bleibt einem auch übrig, wenn man der einzige Schwule in einem strenggläubigen kleinen Dörfchen ist? Dummerweise wird er an diesem Sonntag dabei von seinem kleinen Bruder erwischt, der es promt in der Sonntagsschule rumerzählt. Wie passend, das dort gerade über die Sünde von Onan berichtet wird, der scheinbar auch gern an sich selbst rumgespielt hat. 
Doch irgendwie geht die Ächtung, die Stuart in den folgenden Tagen entgegenschlägt, etwas zu weit, wie er findet. Schließlich hat er niemandem geschadet oder gar umgebracht, oder? Trotzdem schmeißt ihn seine Mutter aus dem Haus und auf dem Schulweg wird er mit fauligem Gemüse beworfen. 

Um Antworten für das merkwürdige Verhalten der Dorfbewohner zu finden, beschwört er seinen alten Dämonenkumpel Fon Pyre, der ihm nicht gerade Hoffnung macht: ein gefallener Engel hat Einzug in das Dorf gehalten, und will die göttliche Rechtssprechung in die eigene Hand nehmen. Und ganz besonders verhasst sind ihm Jungs, die gerne an sich selbst rumspielen...

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Meine Meinung

Was für ein übernatürlicher Spaß! Fiese Engel, die auf die Erde kommen um die Sünder zu bestrafen und Dämonen, die nur darauf warten, die Menschen langsam zu zerstückeln, sind hier genauso selbstverständlich wie Harry Potter Zauberkräfte hat
Stuart war mir sofort sympathisch, nicht zuletzt weil er Tomaten genauso wenig ausstehen kann wie ich; zu dumm, dass er im Verlauf des Buches gerade mit einer Tomate geknebelt wird :-) Obwohl man zwar seine Homosexualität akzeptiert hat, muss er sich doch immer mal wieder dumme Sprüche gefallen lassen. Um allen zu beweisen, dass ihre religiösen Ansichten nichts als Unsinn sind, beschwört er den Dämon Fon Pyre, um einen Dokumentarfilm zu drehen und sich von ihm die Wahrheit über Gott und die Welt erzählen zu lassen und so den Dörflern ihre Dummheit auf die Nase zu binden.

Das Buch ist sehr einfach und humorvoll geschrieben, was bei der religiösen Thematik genau richtig ist. Wer sich von der Glaubenskritik auf den Schlips getreten fühlt, dem sei zu sagen, dass das Buch nicht nur das Christentum und ihre fanatischen Anhänger durch den Kakao zieht, sondern auch nebenbei noch ein wenig Toleranz für Religion und Andersartigkeit vermittelt. Schließlich wird Stuart von einem sehr modernen Priester begleitet, der ihm sogar Weihwasser für seine Dämonenbeschwörung überlässt und natürlich  vom übellaunigen Fon Pyre selbst, der ihm klarmacht, dass der Glaube nicht dumm ist, nur weil Stuart ihn nicht teilt. 

Ich hatte zwischendurch befürchtet, dass das Buch nach dem witzigen Anfang etwas abflauen würde und eher eine ernstere Richtung einschlagen würde, aber das war glücklicherweise nicht der Fall. Stuart behält seine flapsige Art bei, selbst wenn ein wütender Mob samt Fackeln und Mistgabeln vor seiner Haustür steht. So habe ich das Buch an einem Tag ausgelesen. Lediglich das Ende war etwas lahm und schnell dahingehuscht. Die gerechte Strafe für jedermanns Taten kam leider nicht und hat mich etwas unzufrieden zurückgelassen.

Mein Fazit: Wer nach kurzweiliger und nicht sonderlich anspruchsvoller, dafür aber lustig-sarkastischer Literatur sucht, ist hier genau richtig. Ich jedenfalls hatte viel Spaß.

Böser Engel - Timothy Carter
Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. Juni 2010)
ISBN-10: 342650698X

Preis: 8,95 Euro

Vielen Dank an Rezi-Online für das Rezensionsexemplar!

Willis Fazit:






Freitag, 4. Februar 2011

Die Farben der Grausamkeit

"Er hatte gelernt, seine Welt zu teilen, und dazu gehörte, dass er immer schneller umschalten konnte. Er lebte stets im jeweiligen Jetzt. Mit Selma genoss er ein Familiennestleben. Ein paar Häuser weiter wartete Ursula in einem elfenbeinweißen Skianzug und mit einem Koffer auf ihn. Später wunderte er sich, wie sicher er von einer Lebenswelt in die andere zu wechseln imstande gewesen war, wie ein gewiefter Verbrecher, dachte er, ja, er war ein Grausamkeitsspezialist geworden und hatte sich dabei als einen lebensfrohen Bejaher gesehen."


Richard lebt ein Doppelleben. Ein Leben voller Geborgenheit, Liebe und Beständigkeit mit seiner Frau Selma und den Kindern, und ein Leben der Lust und Freiheit mit seiner Geliebten Ursula. Als diese ihn verlässt, versucht er sie sich aus dem Kopf zu schlagen, indem er ein altes Bauernhaus inmitten der Berge kauft, welches er gemeinsam mit seiner Familie renoviert. Doch Ursula beherrscht noch immer seine Gedanken und lässt ihn an der Familienidylle schier ersticken. 
Als sich ihm da die Chance bietet, als Auslandskorrespondent im geteilten Deutschland zu arbeiten, überlegt er nicht lange und lässt seine Frau und die Kinder im fertigen Häuschen zurück. Doch ausgerechnet in Berlin, kurz vor dem Mauerfall, trifft er Ursula wieder...


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Meine Meinung

"Die Farben die Grausamkeit" ist die Geschichte eines innerlich zerrissenen Mannes. Einerseits liebt er seine Frau und seine Kinder über alles und will ihnen auf keinen Fall wehtun, andererseits beginnt er eine Affäre mit seiner Arbeitskollegin Ursula. Er weiß zwar, dass er nie seinen Lebensabend mit ihr verbringen will, trotzdem kreisen seine Gedanken unaufhörlich um sie. Besonders, als Ursula sich in einen anderen verliebt und ihn zurücklässt.

Es wäre langweilig, wenn alle Autoren auf dieselbe Art schreiben würden, und so muss man den Hut vor Zoderer ziehen, denn er hat einen ganz eigenen, ungewöhnlichen Schreibstil entwickelt. Leider tat ich mich anfangs sehr schwer damit, einen Zugang zu seiner Sprache zu finden. Es ist nicht so, dass er unbekannte oder schwierige Wörter gebraucht; seine Satzkonstruktionen erfordern einfach viel Aufmerksamkeit beim Lesen und lassen die Geschichte etwas schwerfällig voranschreiten. Besonders seine ausufernden Naturbeschreibungen im ersten Teil des Buches, der sich fast ausschließlich um den Hausbau in der Bergwelt dreht, fand ich ermüdend und sie verlangten mir einiges an Geduld ab. Auch waren einige von Richards Gedankeneinwürfen, die von schon fast poetischer Qualität erscheinen, mir einfach zu konfus und ich konnte ihre Bedeutung nicht herauslesen. 

Trotz der Kritik ist die Geschichte an sich mitreißend und gefühlvoll, sie liest sich halt nur etwas schwer. Richards Zerrissenheit über die schleichende Entfremdung von seiner Frau und der quälenden Liebe zu Ursula war sehr spürbar und ich konnte sie gut nachvollziehen, auch wenn ich persönlich sein Verhalten für moralisch sehr bedenklich halte. Richard versucht seine Gefühle gar nicht erst mit lahmen Ausreden zu verteidigen, kann aber gerade deshalb wohl auch nie ganz glücklich sein, da er früher oder später immer an die Frau denken muss, die gerade nicht bei ihm ist. Ein unlösbares Dilemma, so dass nach Ende der Lektüre ein bitterer Nachgeschmack bleibt. 

Zoderer hat im Buch einen Charakter geschaffen, dessen Beschreibung ich auch auf ihn selbst anwenden würde und mein Fazit zu dieser Geschichte bildet: "Er ist ein guter Schriftsteller, auch wenn er kaum gelesen wird, zu kompliziert, was er schreibt, um von Massen gelesen zu werden."



Die Farben der Grausamkeit - Joseph Zoderer
Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Verlag: Haymon Verlag; Auflage: 1 (11. Februar 2011)
ISBN-10: 3852186846

Preis: 19,90 Euro

Willis Fazit:





Vielen Dank an Nicole Oberdanner und den Haymon-Verlag für das Rezensionsexemplar!


Donnerstag, 3. Februar 2011

Zieht euch warm an, die Winterspiele kommen

Ein Junge, der als Gladiator um sein Leben kämpfen muss. Ein Mädchen, dessen Stimme das Feuer der Revolution entzünden kann. Und die verzweifelte Hoffnung, das Regime zu stürzen, bevor es zu spät ist...

Helen und Milena leben in einem strengen Mädcheninternat, welches sie nur alle paar Monate verlassen dürfen, um ihre Trösterinnen, Frauen aus dem umliegenden Dorf, zu besuchen. Um die Mädchen an einer Flucht aus dem unliebsamen Internat zu hindern, wird immer ein Mädchen bestimmt, welches in den Kerker gesperrt wird, falls jemand nicht wiederkommt. 
Umso schockierter ist Helen, als Milena nach einem Ausflug zu ihrer Trösterin nicht zurückkehrt. Schon bald erfährt sie von dem Jungen Milos, der wie sie im Internat gefangengehalten wird, die grausame Wahrheit: 

Sie werden absichtlich von der Phalanx in den Internaten festgehalten, weil ihre Eltern Aufständische gegen das Regime waren; und besonders Milenas Mutter und ihre verzaubernde Singstimme spielte dabei eine wichtige Rolle. Helen und Milos beschließen, gemeinsam zu fliehen und Milena zu finden. Doch mit ihrer Flucht beginnt eine blutige Jagd, bei der Milos gefangengenommen wird und von der Phalanx gezwungen wird, an den grausamen Winterspielen teilzunehmen. Um dort zu überleben bleibt Milos nur eine Wahl: selbst zu töten...

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Meine Meinung


Ein brutales Regime, welches zum Vergnügen Gladiatorenkämpfe abhält, und mutige Jugendliche, die den Kampf gegen sie aufnehmen. Was will mein jugenddystopieverliebtes Herz mehr :-)
Eigentlich liefert das Buch alles, was man sich nur wünschen kann: eine sehr mitreißende Handlung, eine spannendes Universum, in der die Bürger unterdrückt werden, eine kleine zarte Liebesgeschichte und viele tolle Charaktere, die einem ans Herz wachsen.

Das enorme Potential der Geschichte hat der Autor meiner Meinung nach aber leider nicht völlig ausgereizt. Was mich beispielsweise gewurmt hat, war, dass man über die Motivation der Phalanx kaum etwas erfährt; dass es einen gewaltsamen Putsch gab, ist klar, aber weshalb die Phalanx überhaupt die Herrschaft an sich reißen konnten und was sie den Bürgern nun genau antun, bleibt unklar. Diese Idee schien mir ein wenig halbherzig ausgearbeitet.

Trotzdem ist die Handlung sehr spannend geschrieben und zu keiner Zeit langweilig. Mourlevat entwirft viele interessante Charaktere, mit denen man sich identifizieren kann, lässt sich allerdings nicht viel Zeit für deren Entwicklung. So richtig übel nehme ich ihm das aber nicht, da so viel in dem Buch passiert, dass man quasi gar nicht dazu kommt, innezuhalten. Allerdings hätte ich mir ab und zu schon etwas mehr Tiefgang gewünscht, was bei dem rasanten Tempo der Erzählung und vielleicht auch, weil es ein Jugendbuch ist, manchmal auf der Strecke blieb.

Loben muss ich aber Mourlevats Schreibstil bzw. die gelungene Übersetzung aus dem Französischen. Durch den kapitelweisen Perspektivenwechsel zwischen Helen, Milos und den anderen Charakteren und die einfache Sprache liest sich das Buch so locker weg, dass ich mich zeitweise erschrocken habe, dass schon wieder 50 Seiten an mir vorbeigeflogen sind :-) Und auch die nicht zu vermeidenden brutalen Szenen sind doch irgendwie so geschrieben, dass man zwar mitleidet, sich aber nicht fürchterlich ekelt. 

Mein Fazit: Wer ein mitreißendes Jugendbuch über den Kampf gegen die Unterdrückung durch ein brutales Regime sucht und über kleine Schwächen hinwegsehen kann, wird mit diesem Buch bestens unterhalten. 


Winterspiele - Jean-Claude Mourlevat 
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: cbt (9. November 2010)
ISBN-10: 3570304558

Preis: 12,99 Euro

Vielen Dank an Frau Göring und den cbt-Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares!

Willis Fazit:






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