Sonntag, 27. März 2011

Ein toter Lehrer - Traurige Realität statt Fiktion


"Wenn sie dich auf dem Kieker haben, dann bist du für alle anderen Luft, sogar für deine besten Freunde, und in diesen Tagen... in dieser ganzen Zeit kannst du von Leuten umgeben sein, von deinen Freunden, von Leuten, die du dafür gehalten hast, und die Sonne kann scheinen, und du kannst eine Million Pfund einfach so auf der Straße finden, und trotzdem kommst du dir vor wie der jämmerlichste, unglücklichste und einsamste Mensch der Welt."

An einem brütendheißen Sommertag geht der Lehrer Samuel Szajkowski in die vollbesetzte Schulaula - und erschießt drei Schüler und eine Lehrerin, anschließend richtet er sich selbst. Der Fall scheint klar zu sein, schließlich ist der Schuldige tot, doch die Ermittlerin Lucia May will den Fall trotz Drängen ihres Vorgesetzten nicht so schnell zu den Akten legen. Während ihrer Ermittlungen offenbart sich immer mehr, dass Szajkowski unter massiven Angriffen der Schüler zu leiden hatte und scheinbar nicht das einzige Opfer war. Wer trägt also wirklich Schuld an dieser Tragödie? Der Lehrer, der vier Menschen umbringt? Oder die Schule, die den immer schlimmer werdenden Schikanierungen durch die Schüler keinen Riegel vorgeschoben hat?



Während ich dieses Buch las, erregte wieder einmal ein schlimmer Vorfall an einer Berliner Schule Aufsehen. Ein Schüler wurde von 17 anderen Mitschülern auf dem Schulhof ins Koma geprügelt, weil er seine Freundin vor deren Mobbing beschützen wollte. Traurig passend. Denn Mobbing ist auch das Hauptthema dieses Buches. Es beginnt mit harmlos erscheinenden Witzen, fiesen Spitznamen und endet mit körperlichen Angriffen und einem Nervenzusammenbruch, nicht selten Selbstmord.


Samstag, 26. März 2011

Neuzugänge im März #2

Hallo ihr Lieben,

erst einmal vielen lieben Dank für die virtuelle Schokolade, die ich von so vielen von euch erhalten habe! Diese Aktion für einen guten Zweck finde ich sehr lobenswert und hätte sie auch gerne unterstützt, aber das Limit der Spendensumme wurde bereits erreicht, wie ihr hier nachlesen könnt.

Ach ja, und wen es interessiert: den Büchergutschein über 50 Euro habe ich leider nicht gekriegt, dafür durfte ich bei Otto shoppen und habe mir die längst nötigen Gardinen fürs Wohnzimmer gekauft. 

Zum Monatsabschluss habe ich noch einmal einige schöne Bücher erhalten, die ich euch hier demnächst vorstelle.

 

Stechzeit - Bernard Beckett 

Wissenschaft ist alles, behauptet Malcolm. Um den ersten Preis des anstehenden Wissenschaftswettbewerbs gewinnen, braucht er nur das richtige Thema. Es muss einzigartig sein, brisant und sensationell. Da bleibt eigentlich nur eins: Sex. Leider fehlt es Malcolm auf diesem Gebiet gänzlich an Erfahrung. Ist die aber für ihn als seriösen Wissenschaftler nicht eigentlich Pflicht? Keine Frage. Ein Versuchsobjekt muss her. Und wer bietet sich für dieses Experiment besser an, als die beste Freundin? Juliet sagt ja – und bringt mit diesem kleinen Wörtchen nicht nur Malcolm ins Wanken, sondern die gesamte Wissenschaft zu Fall. 

Neva - Sara Grant

Die 16-jährige Neva hat es satt, keine Antworten auf Fragen zu bekommen, die sie nicht einmal laut stellen darf: Warum wird ihr Heimatland von einer undurchdringbaren Energiekuppel von der Außenwelt abgeschottet? Warum verschwinden immer wieder Menschen spurlos? Und was ist mit ihrer Großmutter geschehen, die eines Tages nicht mehr nach Hause kam? Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Sanna beschließt Neva, Antworten zu verlangen und nicht mehr brav alle Gesetze und Regeln zu befolgen. Doch dabei verliebt sie sich nicht nur in den einen Jungen, der für sie tabu sein muss – sondern gerät auch in tödliche Gefahr … 

Kraa - Benoit Sokal

Ein abgelegenes Tal in einem eisigen Land, das an Alaska oder Sibirien erinnert. Abgesehen von einigen wilden Tieren und einem Volk von Eingeborenen ist die Gegend unbewohnt. Doch als bekannt wird, dass der Boden voller wertvoller Rohstoffe steckt, fallen zahlreiche Geschäftsleute und Spekulanten dort ein, um Städte, Minen und Talsperren zu bauen. Schon bald kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit jenen, die sich dem "Fortschritt" in den Weg stellen wollen. Doch gibt es einen stummen Zeugen, der das Geschehen aus der Ferne beobachtet: Kraa, ein junger und mächtiger Adler und heimlicher Herrscher über das Tal. Gemeinsam mit Yuma, einem indianischen Waisenjungen, mit dem ihn schamanistische Bande verknüpfen, versucht er, das Naturrefugium zu retten.

Mittwoch, 23. März 2011

Bloggeraktion "Gutscheine für das Volk"

Meingutscheincode.de startet gerade eine Gutschein-Aktion und ich möchte mich gern beteiligen.
Gewinnen kann man u.a. einen 50 Euro Gutschein von buecher.de, und als Buchsuchtie mache ich da natürlich gerne mit.

Was würde ich mit diesem Gutschein anfangen? Mein Stapel ungelesener Bücher ist zwar schon enorm hoch, aber das ist noch nichts im Vergleich zu meinem Wunschzettel. Darauf stehen nämlich 238 (!) Artikel, davon sind 200 Bücher. Von 50 Euro könnte ich diesen riesigen Wunschzettel wenigstens ein wenig reduzieren :-) 5 Stück jedenfalls, wenn ich nur Taschenbücher kaufe, 7-8 wenn es englische TB sind. Außerdem gäbe es dann auch wieder viele interessante Buchempfehlungen für euch.

Ganz oben auf der Wunschliste stehen:
- XVI - Julia Karr
- So unselig schön - Inge Löhnig
- The girl with glass feet - Ali Shaw
- City of fallen Angels - Cassandra Clare
- Seelenhüter - Laura Whitcomb

Meine zweite Wahl fiel auf den Otto-Gutschein, da ich ebenso süchtig nach Sommerkleidern bin und mir davon doch auch das eine oder andere Exemplar kaufen könnte. 

Vielleicht klappt es ja mit dem Wunschgutschein. Und ihr habt auch noch die Chance teilzunehmen, es erwarten euch Gutscheine von Zalando, Otto, Spreadshirt und Fotokasten. Also, schnell gucken gehen unter: http://www.meingutscheincode.de/gutscheine-fuer-das-volk

Das neue Buch Genesis - unsere Geschichte wird neu geschrieben

"Geschichte, ihre Geschichte, die Geschichte aller, die sie kannte, wurde vor ihren Augen neu geschrieben. Eine Verschwörung, die so gewaltig war, dass sie sich nicht vorstellen konnte, was sie bedeutete."

Fünf Stunden hat Anaximander Zeit, die Aufnahmeprüfung abzulegen, die ihr den Zugang zur gerühmten Akademie ermöglichen soll, in die nur die Weisesten aufgenommen werden. Ihr gewähltes Thema: der Revolutionär Adam Forde, der ihre Gesellschaft erst zu der gemacht hat, die sie heute ist: von Frieden geprägt, vom Wissen geleitet, niemand muss hungern oder leiden.
Doch in den fünf Stunden muss sie erkennen, dass ihr Wissen über Adam lückenhaft ist und nicht alles, was es über ihn zu wissen gibt, an die Öffentlichkeit gedrungen ist...

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Meine Meinung

Ich befinde mich hier in dem Dilemma, dass ich nicht weiß, wieviel von der Handlung ich euch erzählen soll. Zu wenig macht euch vielleicht nicht neugierig genug auf dieses großartige Buch, aber zuviel mag die Spannung wegnehmen. Trotzdem möchte ich noch etwas mehr zur Hintergrundgeschichte sagen.

Anax beschreibt während ihrer Prüfung die Umstände, unter denen Adam Forde aufgewachsen ist, und enthüllt eine erschreckende Zukunftsvision. Sein Heimatland hat sich nach diversen Kriegen und einer verheerenden Seuche vom Rest der Welt losgesagt. Ein Zaun mitten im Meer um die Heimatinsel herum und ein sofortiger Schießbefehl soll verhindern, dass Menschen von draußen hineinkommen und die Seuche auch zu ihnen bringen könnten. Als Adam eines Tages den Schießbefehl verweigert und eine junge Flüchtige rettet, wird er eingesperrt, zusammen mit Art, einer Maschine mit überragender künstlicher Intelligenz, die der des Menschen scheinbar in nichts nachsteht.

Becketts Erzähltalent offenbart sich bei diesem Buch ganz besonders. Die ganze Handlung besteht nur aus Anax Schilderungen während der fünfstündigen Prüfung, wobei ihr die Prüfer immer wieder Fragen stellen, die die Handlung in die gewünschte Richtung treiben. Dabei wird man sehr lange im Unklaren gelassen, was die Akademie überhaupt ist und weshalb Anax dort gerne aufgenommen werden will. Dies steht aber auch gar nicht im Zentrum der Geschichte, denn hauptsächlich geht es um Adam und Art, die durch ihr Verhalten den Wandel herbeigeführt haben, der Anax Gesellschaft geformt hat.
Die Geschichte bietet dabei einen philosophischen Rundumschlag über das Wesen des Menschen und was ihn beispielsweise von einer denkenden Maschine unterscheidet, aber auch die Idealform der Gesellschaft wird analysiert und welche Mittel man nutzen darf, um diese zu erreichen.

Mein Urteil über ein Buch steht und fällt oft mit dem Schluss. Ich erlebe es häufig, dass mich ein Buch sehr begeistert, aber der Schluss eher mau ausfällt und mich nicht zufriedenstellen konnte. Oder ein Buch ist eher mäßig interessant, punktet aber mit einem so grandiosen Schluss, dass ich mein Urteil noch einmal überdenke. 
Bei "Das neue Buch Genesis" ist keines von beidem der Fall. Das Buch hat mich von Anfang bis Ende begeistert und  die Auflösung am Schluss ist so unerwartet wie genial, dass ich darüber kein weiteres  verräterisches Wort verlieren werde. Vorblättern verboten!

Mein Fazit: Wieder einmal konnte mich Bernard Beckett begeistern und ich möchte dieses Buch jedem von euch wärmstens ans Herz legen, denn es bietet nicht nur eine sehr spannende Geschichte, sondern auch philosophische Einsichten, die alles andere als staubtrocken daherkommen. Eine klare Leseempfehlung für alle Fans dystopischer Science-Fiction Literatur und solche, die es werden wollen!


Das neue Buch Genesis - Bernard Beckett
Broschiert: 171 Seiten
Verlag: Script5 (10. Januar 2011)
ISBN-10: 9783839001288
Preis: 5,95 Euro

Willis Fazit:





 Vielen Dank an Script5 für dieses tolle Rezensionsexemplar!


Montag, 21. März 2011

Vladimir Tod hat Blut geleckt (#1) - Achtung, bissiger Teenie!

"Mein Name ist Vladimir Tod und ich bin ein Vampir. Es ist nicht einfach, eine blutsaugende Kreatur der Nacht zu sein, wisst ihr? Wenn ich mal den Sunblocker vergesse, laufe ich gleich Gefahr, in Flammen aufzugehen. Wenn ich mich konzentriere, kann ich ein bisschen schweben, und manchmal kann ich die Gedanken anderer Leute lesen. Aber im Großen und Ganzen steht man als Vampir nicht gerade auf der Sonnenseite des Lebens."


Was für die anderen Schüler in seiner Klasse nur ein fiktiver Aufsatz über ein Fabelwesen sein soll, ist für den dreizehnjährigen Vlad alles andere als Fiktion. Als Sohn einer menschlichen Frau und eines Vampirs gehört er selbst zu den mystischen Gestalten, die sie gerade im Unterricht behandeln. Wenn er sich aufregt, fährt er seine Reißzähne aus, sein Mittagessen besteht aus einer Blutkonserve und er hat übernatürliche Fähigkeiten. Leider macht ihm das sein Teenieleben trotzdem nicht leichter. Als eher schmächtiger, blasser Junge haben ihn die Rowdys der Schule auf dem Kieker und ausgerechnet das Mädchen, in das Vlad sich verliebt hat, scheint auf seinen besten Freund Henry zu stehen. Doch so richtig in Gefahr gerät er erst, als sein Lehrer spurlos verschwindet und ein neuer Vertretungslehrer seinen Platz einnimmt. Mr. Otis scheint mehr über seine geheime Identität zu wissen, als ihm lieb ist. Könnte dieser mysteriöse Mann vielleicht der Mörder seiner Eltern sein, die vor drei Jahren bei einem Brand ums Leben gekommen sind?

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Meine Meinung

Mein erster Gedanke, nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, war: Endlich! Endlich mal eine Vampirgeschichte, die nicht von einem verliebten, hormonstrotzenden Mädchen erzählt wird, und in der der Vampirismus nicht nur eine dekorative Funktion mit zahmem Beigeschmack zu haben scheint. 

Vladimirs Geschichte ist erfrischend anders. Seit seine Eltern vor drei Jahren gestorben sind, lebt er bei seiner Tante, die sich liebevoll um den Halbvampir kümmert. Als Krankenschwester versorgt sie ihn regelmäßig mit Blutkonserven und bestückt sein Mittagessen mit kleinen unauffälligen Blutkapseln, damit seine Mitschüler nichts bemerken. Doch trotz ihrer Unterstützung und der seines besten Freundes Henry, der auch von seinem Geheimnis weiß, fühlt er sich oft allein und hilflos.Schließlich scheint es außer ihm keine Vampire zu geben und sein Vater, der ihm alles hätte erklären können, lebt nicht mehr.

Vlads Geschichte liest sich in einem Rutsch weg. Liebevoll gezeichnete Charaktere, ein selbstironischer Held und eine interessante Handlung haben mich die knapp 200 Seiten regelrecht verschlingen lassen. Vlad kämpft nicht nur mit den Schwierigkeiten, die sein Vampirismus aufwerfen, sondern auch mit den ganz normalen Problemen eines Teenagers, z.B. wie man ein Mädchen zum Schulball einlädt oder das frühe Aufstehen für die Schule, was nicht gerade einfach ist, wenn man eher ein Nachtmensch ist. :-)
 
Obwohl Vlad im Verlauf dieses Buches von einem mysteriösen Mann bedroht wird, der alles daran zu setzen scheint, ihn zu finden und dafür auch über Leichen geht, kam bei mir trotzdem keine richtige Gruselstimmung auf, dazu war die Geschichte dann doch zu simpel geschildert und vermutlich einfach für eine jüngeres Publikum gedacht. Für meinen Geschmack hätte die Geschichte ruhig noch etwas düsterer sein können, aber vielleicht wird es ja wie bei Harry Potter: es beginnt alles harmlos und lieb und endet mit einer immer dunkleren Handlung und vielen Toten. Ich hoffe trotzdem, dass sich die Autorin ihren flapsigen Erzählstil beibehält, denn gerade der lässt Vlad so sympathisch und normal erscheinen.
Bisher sind 5 Bände geplant, in denen Vlad sicherlich noch mit einigen Problemen zu kämpfen haben wird. Nicht zuletzt mit dem Erwachsenwerden.

Mein Fazit: Die Geschichten um Vladimir Tod bieten erfrischend andere Vampirunterhaltung für Jungen und Mädchen, fernab von Liebesschmalz und Vampirromantik. Ich bin sehr gespannt auf den nächsten Teil.


Vladimir Tod hat Blut geleckt - Heather Brewer
Broschiert: 205 Seiten
Verlag: Loewe Verlag (28. Februar 2011)
ISBN-10: 3785570279

Preis: 7,95 Euro

Willis Fazit:






Sonntag, 20. März 2011

Leipziger Buchmesse 2011 - ich war dabei

So ihr Lieben, gestern konnte ich keine Energie mehr aufbringen, noch was zu schreiben, daher folgt hier mein Buchmesse-Bericht.
Der Tag begann für mich um kurz nach 7 Uhr früh, nicht gerade meine bevorzugte Aufstehzeit am Samstag morgen, aber dafür wurde ja der Kaffee erfunden. Anschließend folgten 2 Stunden Autofahrt und das lange Anstehen, bis wir endlich auf den Parkplatz kamen. Drinnen ging es erst mal ärgerlich weiter, denn unsere Kamera wollte auf einmal nicht mehr angehen *grummel*. Gut dass unser Handy wenigstens einigermaßen gute Fotos machen kann, auch wenn die Zoomstufe leider nicht so hoch ist.



  Anfangs sah es noch gar nicht soooo voll aus, aber das Bild täuscht. Später konnte man sich nur noch mit Mühe durch die Reihen schieben und musste aufpassen, nicht einem der gefühlten 200.000 Cosplayern auf ihre Kostüme zu treten. Das kurioseste Kostüm war übrigens Scrat von Ice Age (davon gibt es leider kein Foto, weil wir genau da festgestellt haben, dass unsere Kamera nicht geht).


Kaum hatten wir die erste Halle betreten, begann auch schon der "Promi-Regen", wie ich es mal nennen möchte. Hier hocken gleich zwei zusammen, Bernd Stelter und Sarah Larke (alias Ricarda Jordan). Da ich nicht wusste, dass Stelter unter die Autoren gegangen ist und ich das einzige Buch von Larke, das ich bisher gelesen habe, nicht so toll fand, gab es hier kein Autogramm für mich. 


In der Kinder- und Jugendbuchhalle ging es dann richtig los. Hier herrschte das dichteste Gedränge, u.a. auch, weil hier das Treffen der Cosplayer stattfand. Auf der Fantasy-Leseinsel konnte ich einen Blick auf Bettina Belitz erhaschen, die gerade aus "Scherbenmond" vorlas. Ich muss gestehen, wenn man die Geschichte von Colin und Ellie laut vorliest, klingt sie verdammt schnulzig :-) Leider wusste ich vorher nicht, dass sie an diesem Tag da ist, sonst hätte ich mir mein Exemplar von Splitterherz signieren lassen.


Als ich das nächste Mal dort vorbeikam, saß Oliver Plaschka dort und las aus "Der Kristallpalast" vor. Er sieht schon ein bisschen aus wie ein Nerd, oder? ;-)


Und Kai Meyer war auch fleißig am Signieren, sah meiner Meinung nach aber etwas angespannt aus. Aber das wäre ich wohl auch gewesen, wenn man die Länge der Schlange gesehen hat, die auf ein Autogramm von ihm gewartet haben.


Mein absolutes Highlight war allerdings die Lesung von Kristin Cashore, die aus "Fire" (dt. Die Flammende) vorgelesen hat und anschließend mein Buch signierte. Sie sah wirklich sehr fröhlich und sympathisch aus und nahm sich sogar die Zeit, ein paar kurze Sätze mit mir zu wechseln.

 
 
Am Stand vom Haymon-Verlag habe ich mich auch kurz rumgetrieben, in der Hoffnung, auf Nicole Oberdanner zu treffen, doch sie musste scheinbar leider in Österreich bleiben. Dafür begegneten wir während einer Verschnaufpause noch Tim Melzer, der plötzlich gerade mal 2 Meter von uns entfernt saß. Und dabei hatten wir uns einfach nur gemütlich hinsetzen wollen. :-)


Zuguterletzt habe ich mir noch das Buch "Darkside Park - Ankunft in Porterville" gekauft und signiert bekommen. Dieses Buch habe ich erst neulich bei jemandem von euch entdeckt und wollte es mir eigentlich eher bei eBay ersteigern, hab mich dann aber doch überreden lassen, es zu kaufen. Eigentlich hätte ich ja mal fragen können, ob ich es gratis bekomme, wenn ich hier fleißig Werbung dafür mache, aber diese Idee hatte ich natürlich erst später auf der Toilette :-)


Und mit dem Bild vom riesigen Bücherturm der Verlagsgruppe Droemer Knaur verabschiede ich mich für heute. Ich hoffe, ihr konntet einen kleinen Eindruck von der Buchmesse bekommen.

Freitag, 18. März 2011

Buchmesse - ich komme!

Ich habe eine Weile hin und her überlegt, aber jetzt stehts endlich fest: morgen fahre ich zur Leipziger Buchmesse :-)
Ich werde fleißig Fotos machen und von meinen Erfahrungen berichten, damit auch diejenigen unter euch, die nicht hinfahren können, trotzdem ein wenig mit dabei sein können. Das letzte Mal war ich vor sieben Jahren da, ich bin gespannt, was mich erwartet.


Und gestern habe ich mir "Ich bin Nummer Vier" im Kino angeguckt und ich muss zugeben, Alex Pettyfer wirkt auf der Leinwand schon ganz schnuckelig :-) Und der Film hält genau das, was man sich von ihm verspricht. Gute, spannende Unterhaltung, mit ordentlich Explosionen, wie man es von Michael Bay erwarten kann. Hier nochmal ein Trailer zum Schmackhaft-machen, der den Film eigentlich vollkommen zusammenfasst.




So ihr Lieben, ich melde mich Sonntag wieder. Bis bald!

Mittwoch, 16. März 2011

101 Reykjavik - FSK 16 wäre angebracht

Achtung, diese Rezi ist nicht für Kinder geeignet!


Pornos gucken, saufen, rauchen, Mädchen anbaggern, bis in die Puppen schlafen. Sich einen runterholen, wieder ab in die Kneipe, Mädchen aufreißen. Willkommen in Hlynurs Leben!
 

Hlynur hat keine wirklichen Erfolge vorzuweisen: mit über dreißig Jahren wohnt er immer noch bei Mutti, Arbeiten scheint für ihn ein Fremdwort zu sein, stattdessen gammelt er auf dem Sofa rum und guckt Pornos. Und Frauen sind eh nur für das Eine gut. Trotz seines Alters verhält er sich wie ein putertärer Teenie. Die Mädchen, die er aufreißt, sind für ihn bedeutungslos, ihren Wert misst er an dem Geldbetrag, den er dafür bezahlen würde, mit ihnen eine Nacht zu verbringen.
Nur mit Lolla ist es anders. Lolla ist die lesbische Freundin seiner Mom, Suchtberaterin und wohnt seit Kurzem bei ihnen. Ein One-Night Stand mit ihr hat ungeahnte Folgen und wirbelt sein faules Leben ganz schön durcheinander...


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"Kneipennächte. Familienfeiern. Mädchen und Masturbation." So wird Fritz Göttler von der Süddeutschen auf der Rückseite des Buches zitiert, und damit fasst er den Inhalt des Buches ziemlich gut zusammen.

Beim Lesen dieses Buches war ich hin- und hergerissen zwischen meiner Bewunderung für Helgasons ungewöhnlichen, einzigartigen Schreibstil und meiner Abneigung für den männlichen Protagonisten. Hlynur macht es einem nämlich wirklich nicht leicht, mit ihm warm zu werden. Ständig macht er sexuelle Anspielungen und läuft quasi mit Dauererektion durch die isländische Hauptstadt, weil er allen Frauen auf die Brüste starrt oder fantasiert, wie sie wohl nackt aussehen. Außer Sex scheint es in seinem Leben auch nichts zu geben, was ihn richtig interessiert. Er hat keine Arbeit, keine Hobbys abgesehen vom Masturbieren und Pornos gucken. Er macht sich einen Jux daraus, seiner Schwester die Pille zu klauen, damit sie schwanger wird und guckt anderen ganz ungeniert beim Sex zu. 

So skurril das auch klingt, war es doch nicht so sonderlich spannend, über sein Leben zu lesen, dazu hatte das Buch einfach zu viele Längen. Insgesamt gesehen könnte man die Handlung wohl in wenigen Sätzen zusammenfassen. Interessant wurde es erst nach seinem Stelldichein mit Lolla, denn da schreitet die Geschichte endlich voran. Obwohl es durchaus den Anschein hat, geht es in diesem Buch nämlich natürlich nicht nur um Sex, auch wenn das für mich den größten Teil des Buches ausgemacht hat. Zugleich ist es auch eine unübliche Geschichte über das Erwachsenwerden und das Finden zu sich selbst.

Helgason schreibt wie gesagt sehr ungewöhnlich, so dass ich besonders am Anfang das Gefühl hatte, Hlynur würde eine ganz andere Sprache sprechen als ich, weil seine Gedanken rasend schnell hin- und herflitzen und er zeitweise nur mit Schlagwörtern um sich schmeißt. Beim Lesen schwankte ich dabei zwischen den Eindrücken "unheimlich toll und einzigartig geschrieben" und "was ist das für ein perverser Mist?". Beispiel gefällig?

"Ich pinkle im Sitzen, damit ich dabei in der Nase bohren kann. In der Nase herrscht hochalpines Klima. Alles so trocken darin. Steige über Grate in den linken Kamin. Getrocknetes Blut. In einem Seitental finde ich eine weiche Quelle und fördere drei gute Portionen zu Tage. Schöner, hellbrauner, leckerer Matsch. Nichts ist besser auf nüchternen Magen als Popel. Bildet eine gute Schleimgrundlage für Cheerios und Kaffee.
Wohnzimmer.
Ich frage ihre Hoheit. Lolla.
'Sag mal, hast du vielleicht etwas Popel in der Nase?'
'Was?'
'Popel. Bei mir sind irgendwie magere Zeiten angesagt. Mir fehlt etwas.'
'Aha. Nein. Ich bin auch total trocken.'"

Solche Passagen haben mich öfters als einmal überlegen lassen, warum ich dieses Buch überhaupt noch lese. Dann wiederum äußert Hlynur zeitweise so kluge Einsichten über sich und das Leben, dass ich einfach nur den Hut vor Helgasons Schreibkunst ziehen konnte und mich verwundert gefragt habe, ob da gerade dieselbe Person spricht. 

Ich muss ehrlich gestehen, hätte ich das Buch nicht rezensieren müssen, hätte ich es wohl weggepackt. Ich habe von der Geschichte einfach etwas anderes erwartet und die Handlung geht zu langsam voran, als dass sie mich fesseln konnte. Trotzdem ist "101 Reykjavik" kein schlechtes Buch, ich war nur nicht die richtige Leserin dafür. Vielleicht sucht das Buch einfach nach jemandem, der nicht von Hlynurs ständigen Gedanken über Sex, Geschlechtsteile und Körperflüssigkeiten genervt ist und sich stattdessen am Gesamtkonzept von Hlynurs skurrilen Leben erfreuen kann.

Mich konnte das Buch zwar leider nicht begeistern. Eins aber kann ich sagen: es war auf jeden Fall mal etwas ganz anderes!


P.S: Im Jahr 2000 wurde das Buch, welches in Island Kultstatus besitzt, verfilmt. Einen Trailer (in Originalsprache) könnt ihr hier finden: KLICK

101 Reykjavik - Hallgrimur Helgason
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Januar 2011)
ISBN-10: 3423212586
Preis: 9,95 Euro 


Willis Fazit:





Vielen Dank an academicworld für das Rezensionsexemplar!

Freitag, 11. März 2011

Neuzugänge im März #1

Während ich mich noch über mein Lospech bei lovelybooks zu "Neva" ärgere (egal wo ich mich in letzter Zeit bewerbe, das Los erwischt immer die Person, die genau über mir steht *grummel*), trudelten gerade vier tolle neue Bücher ein. Wenigstens ein kleiner Trost :-)


 

Beim Ueberreuter-Verlag konnte man diese Woche ein Faschingsbild von sich bei facebook posten und damit ein Buch gewinnen. Und mit meinem teuflischen Bild konnte ich folgende Schätze ergattern:

Estelle, dein Blut so rot - B. Minte-König 
Blankensee, im Juni 1904. Ich schreibe dieses Buch in großer Verzweiflung. Die Frau, die mit diesen Zeilen zur Chronistin des dunklen Zweiges der Familie Vanderborg wird, hat alles gesehen: Verdammt zu einem Dasein als Vampirin treibt die Rache sie seit ewigen Zeiten als Untote durch halb Europa. Nun findet sie Zuflucht in einem neuen Körper. Aus Eleonore wird Estelle, und die steht am Anfang ihres Lebens und eines neuen Jahrhunderts, das bessere Zeiten verspricht. Aber die Vergangenheit holt sie gnadenlos ein, und als Estelle dem Mann ihrer Liebe begegnet, ist sie bereits einem anderen versprochen! 

Der Zauber von Ashgrove Hall - U. Isbel

Die Geschwister Merle und Anders verbringen den Sommer in einem Jagdschloss in den Highlands, in dem vor langer Zeit ein Weggefährte des schottischen Nationalhelden Bonnie Prince Charlie spurlos verschwand. Ein nächtlicher Besucher, der auf ewig an das alte Haus gebunden scheint, bringt Merle auf die Spur dramatischer Ereignisse. Teil des Rätsels sind auch die neuen Freunde Kyle und Bronwen. Sie stehen in geheimnisvoller Verbindung zu dem Verschollenen und stürzen die Geschwister bald in heftige Gefühlsverwirrung.
 
Endzeit - L. Jensen 

In der Hitze eines gnadenlosen Sommers versucht die Psychotherapeutin Gabrielle, nach einem Autounfall wieder in ihrem Beruf Fuß zu fassen. Aber dann weist man ihr ausgerechnet die 16-jährige Bethany als Patientin zu. Bethany hat auf grausame Weise ihre Mutter umgebracht. Sie ist gewalttätig, manipulativ – und sie behauptet, sie könne Katastrophen vorhersehen. Gabrielle tut das als Symptom von Bethanys psychischer Erkrankung ab. Doch dann treten genau die Unglücksfälle ein, die Bethany prophezeit hat. Ist es möglich, dass tatsächlich die Apokalypse bevorsteht, eine letzte Katastrophe, die eine vom Konsumwahn verblendete Menschheit endgültig in den Abgrund stürzen wird? 

Ein toter Lehrer - S. Lelic

Schulversammlung in der drückenden Hitze eines Londoner Sommers. Der Geschichtslehrer betritt die Aula – und eröffnet das Feuer: Drei Schüler und eine Lehrerin sterben, dann richtet er sich selbst. Auf Druck von oben soll die junge Ermittlerin Lucia May den Fall schnellstmöglich abschließen, doch sie bohrt tiefer – und bringt damit Unvorstellbares ans Licht …

Dienstag, 8. März 2011

Aushäusige - Zu hause ist, wo das Herz ist

Zu hause ist man dort, wo das Herz ist. Doch was ist, wenn die Liebe schwindet? Wenn man plötzlich allein ist, in einer Stadt, die nie so recht zur Heimat geworden ist? Dann wird man zum Aushäusigen, Heimatlosen... 


"Sie habe sich nicht gewöhnen können. Weil das Ungewöhnliche, nämlich sie selbst, die Fremde auf dem Wasser, immer eine Ungewöhnliche geblieben sei, eine Auswärtige, eine Dazugekommene. Sie will sich nicht gewöhnen. Nicht einmal an Wien."

 Rita ist eine "Aushäusige", eine heimatslose Frau, die der Liebe wegen aus dem Heimatort in den österreichischen Bergen nach Venedig gezogen ist. Doch die Liebe zu Ennio, dem Fischverkäufer, zerbricht an dem unerfüllten Kinderwunsch. Ennio flüchtet sich in seine Arbeit und den Alkohol, Rita in die Arme eines anderen. Als er davon erfährt, schmeißt Ennio sie aus der gemeinsamen Wohnung und Rita muss Unterschlupf bei ihrem Bruder Anton in Wien suchen. Doch die Gedanken an ihre zerbrochene Liebe lassen sie auch dort nicht los...

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Meine Meinung

Bereits zu Beginn des Buches ist Ritas Beziehung zu Ennio am Ende. In Rückblicken, die lückenlos mit der gegenwärtigen Handlung vermischt werden, offenbart sich langsam, wie es mit Ennio begann, aber auch, warum Rita damals aus ihrem Heimatdorf geflohen ist. Es war der Versuch, dem übermächtigen Vater zu entkommen, dem Rita nie etwas recht machen konnte; nicht mit ihrer Berufswahl und nicht mit ihrer Entscheidung für Ennio.
In Venedig wollte sie sich ein neues Leben an Ennios Seite aufbauen und versuchte, sich an die fremde Stadt anzupassen, zu der Insulanerin werden, die sich Ennio gewünscht hat. Doch heimisch fühlte sie sich dort nie. Zu fremd ist ihr der Fischgeruch, der vom Meer durch die Straßen zieht und der mangelnde Abstand der Leute zueinander; sie bleibt eine Ausländerin.
Als Ennios zunehmend dem Alkohol verfällt, fällt es ihr immer schwerer, seine Eskapaden zu ignorieren. Sie träumt sogar davon, ihn umzubringen, bis sie es schließlich nicht mehr aushält, hastig ihre Sachen packt und zu ihrem Bruder Anton nach Wien flieht. Doch mit der Flucht verschwindet Ennio natürlich nicht einfach, er beherrscht weiterhin ihre Gedanken, egal wohin sie geht; selbst in Wien verfolgt sie der Fischgeruch.

Mehr als um das vordergründige Thema der Heimatlosigkeit und der Suche nach sich selbst scheint es in diesem Buch um die Liebe zu gehen. Gruber wirft einen Blick auf diverse Beziehungen, wobei keine in diesem Buch tatsächlich glücklich zu sein scheint, und zeigt so, dass man sich selbst in einer festen Beziehung verloren fühlen kann. Antons neue Feundin überfällt ihn gleich zu Beginn mit ihrem Kinderwunsch, sein Freund hat nicht zum ersten Mal eine Affäre und Rita tröstet sich über Ennio mit einer flüchtigen Barbekanntschaft hinweg.

Grubers Ausdrucksweise hat mir gut gefallen, es wird nichts direkt ausgesprochen, sondern man muss zwischen den Zeilen lesen, sich seinen Teil denken. Völlig übergangslos springt die Erzählung zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her, zwischen Ritas und Antons Erzählung, was jedoch weniger verwirrend ist, als man denken könnte. Die Handlung entfaltet sich still und unspektakulär, aber dadurch nicht uninteressant, und hinterlässt so ein melancholisches Gefühl, als wäre man selbst heimatlos, verloren.


Aushäusige - Sabine Gruber
Broschiert: 126 Seiten
Verlag: Haymon Verlag; Auflage: 1 (22. Februar 2011)
ISBN-10: 3852188695

Preis: 9,95 Euro

Willis Fazit:





Mein herzlicher Dank für das Rezensionsexemplar geht an Nicole Oberdanner und den Haymon Verlag!



Freitag, 4. März 2011

Wie du ihr - Wie weit darf Rache gehen?

"Gestern Abend habe ich den Arzt gesehen und wusste sofort, was ich tun musste. Ich habe keine Wahl. Ich werde ihn töten. Ich habe ihn nur kurz auf der Station gesehen. Er hat so getan, als wäre er ein ganz normaler Arzt. Als könnten die Risse, die beim Erdbeben entstanden sind, seine Vergangenheit verschlucken."

Als Marko mit seinen Mitschülern im Rahmen eines Outdoorkurses zur Expedition durch die Bergwelt Neuseelands aufbricht, ahnt er nicht, dass er schon zwei Tage später um Leben und Tod kämpfen muss. Von Anfang an gibt es Stress in Markos Gruppe: die beliebte Rebecca wurde in die Außenseiter-Gruppe abgeschoben und lässt ihren Frust an den anderen aus und der manipulative Jonathan versucht alles, um allen den Ausflug zu versauen. Trotzdem entwickeln sie sich nach und nach zu einer echten Gruppe und arbeiten zusammen, bis plötzlich ein Erdbeben ganze Landstriche zerstört und den Ausnahmezustand hervorruft. In dieser chaotischen Situation geschieht das Unfassbare: einer von Markos Begleitern wird ermordet und die Übriggebliebenen müssen fliehen...
Tage später wacht Marko in einer Psychiatrie auf, desorientiert und benebelt von Tabletten - und erkennt dort einen der Mörder wieder. Heimlich setzt er seine Medikamente ab, mit denen man ihn ruhig stellen will und plant seine Rache. Doch wird er es schaffen, dem Schuldigen die gerechte Strafe zu verpassen, bevor dieser ihn selbst als Mitwisser beseitigt?

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Meine Meinung

Achtung, ich warne euch gleich vor: wer von euch anfängt, dieses Buch zu lesen, will es in einem Rutsch durchlesen, also sorgt dafür, dass ihr genug Zeit habt. :-) "Wie du ihr" ist die Geschichte eines Rachefeldzugs und liest sich wie ein guter Film. 
Marko schreibt während seines Psychiatrieaufenthalts heimlich seine Geschichte auf und erzählt so, was genau bei dem Ausflug passiert ist, damit es noch irgendeinen Beweis gibt, falls ihn der Mörder zur Strecke bringt, bevor er selbst ihn erwischt. Der ständige Wechsel von Gegenwart in der Psychiatrie und Vergangenheit im Gebirge wirkt temporeich und steigert die Spannung von Seite zu Seite.

Die Charaktere wirken dabei zwar recht einfach und stereotyp gestrickt, aber ihr Handeln erschien mir trotzdem irgendwie so echt, so real, als könnten diese Schüler tatsächlich mit mir zur Schule gegangen sein und ich konnte mich sehr gut in ihre Gefühle hineindenken. 
Besonders Marko fand ich sehr authentisch. Er ist der stille Außenseiter, der nie so recht auffällt. Da er den Mord nicht verhindert hat, obwohl er in der Nähe war, quälen ihn Schuldgefühle und er hält sich für einen Feigling. Um seine Schuld wiedergutzumachen, sieht er es nun als seine Aufgabe, den Mord zu rächen, selbst wenn er dafür ins Gefängnis muss. Doch wie wird er damit klarkommen, selbst zum Mörder zu werden?

So gut mir die Geschichte gefallen hat, habe ich doch einen kleinen Kritikpunkt. Und zwar fand ich die Situation, die zu dem Mord geführt hat, etwas an den Haaren herbeigezogen. Zwar kann ein Erdbeben schon den Ausnahmezustand hervorrufen, in dem Menschen panisch reagieren und nur noch an ihr eigenes Wohl denken. Aber seit dem Erdbeben sind gerade mal ein paar Stunden vergangen, und schon ziehen die ersten plündernd und mordend durch die Gegend, als gäbe es keine Gesetze mehr? Besondern im Gebirge, wo es eh nichts zu holen gibt? Das fand ich ziemlich unglaubwürdig. 
Vielleicht ist das aber der geringen Seitenzahl zu schulden, denn viel Zeit blieb dem Autor nicht, um die Situation zu entwickeln. Gerade dass er sich aber nicht lange mit der Beschreibung von Nebensächlichkeiten aufgehalten hat, gefiel mir gut und so habe ich das Buch gefesselt weitergelesen, weil die Geschichte einfach so spannend erzählt wird.

Das Buch hat mir bewiesen, wieso Beckett zu den bekanntesten Jugendbuch-Autoren in Neuseeland gehört. Ohne sich groß um einen bemerkenswerten Schreibstil zu bemühen und auf nur wenigen Seiten hat er einen fesselnden, temporeichen Jugendthriller geschaffen, der einen so schnell nicht mehr loslässt. 

Wie du ihr - Bernard Beckett
Broschiert: 182 Seiten
Verlag: Script5 (15. Januar 2011)
ISBN-10: 3839001242
Preis: 12,00 Euro

Willis Fazit:


 

Vielen Dank an den Script5 Verlag für dieses Rezensionsexemplar! 


Donnerstag, 3. März 2011

Miscellaneous

Seit meinem letzten Post sind schon wieder ein paar Tage vergangen, daher wollte ich mal über die neuesten Entwicklungen bei mir berichten.
Ich lese gerade "Infinity - Der Turm" von Wolfgang Hohlbein im Rahmen einer Leserunde, bei der Hohlbein selbst auch dabei ist. Wer sich dafür interessiert, sollte mal hier vorbeischauen. 


Desweiteren habe ich in letzter Zeit einige schöne Bücher bekommen, u.a. meine Belohnung von script5 für die Trailer-Aktion:



Wie du ihr - Bernard Beckett  

Orientierungslos wacht Marko in einer psychiatrischen Klinik auf: Wie kam er hierher? Warum wurde er betäubt? Was wird mit ihm geschehen? Dann erkennt er jemanden aus seiner Vergangenheit – und begreift, dass er sterben soll. Marko muss Zeit gewinnen. Genügend Zeit, um seine Geschichte aufzuschreiben: die Geschichte eines harmlos beginnenden Ausflugs, eines Erdbebens, das Markos Welt zum Einsturz brachte, und eines Mordes, der nie gesühnt wurde. In der fiebrigen Atmosphäre einer Gesellschaft am Abgrund fasst Marko einen Plan: Er wird den Täter zur Rechenschaft ziehen.

Vladimir Tod hat Blut geleckt - Heather Brewer

Vlad hat das bissige Etwas! Wenn er sich aufregt, fährt er die Zähne aus. Wenn er nicht schlafen kann, macht er sich einen Becher Blut warm. Wenn er nicht zur Schule kommt, dann weil ihm Untote an die Gurgel wollen ... Klingt schräg? Willkommen im Leben von Vladimir Tod, Halbvampir!

Infinity - Der Turm - Wolfgang Hohlbein

Der Turm, ein gewaltiges, äonenaltes Bauwerk, ist die letzte Bastion auf einer sterbenden Welt. Niemand kann mehr sagen, wer den Turm erbaut hat und welches Schicksal er für seine Bewohner bereithält. Der Turm ist allwissend, übermächtig und bedrohlich - auch für Prinzessin Arion, die Herrscherin über die Menschen und seltsamen Geschöpfe, die im Turm Zuflucht gefunden haben. Doch von außen droht Gefahr. Denn die Rebellen um den ungestümen Anführer Craiden, die abseits des Turms in einer archaischen Welt ihr Dasein fristen müssen, sind im Besitz einer Superwaffe. Mit deren Hilfe könnte nicht nur Arions Herrschaft gestürzt werden, sondern auch der Turm fallen.



Zum Schluss noch ein kleiner Diskussionsanstoß: Neulich kam bei lovelybooks die Diskussion auf, in wie weit sich Suzanne Collins bei den Hunger Games an der Handlung von "Battle Royale", dem Buch von Koushun Takami, orientiert hat. Hier mal der Klappentext:

"Asien in der nahen Zukunft. Japan und China haben die Großrepublik Ostasien gegründet, einen totalitären Staat, in dem Furcht und Unterdrückung herrschen. Dazu gehört das Experiment »Battle Royale«, ein grausames Spiel, bei dem jedes Jahr Schulklassen ausgewählt und auf eine einsame Insel verschleppt werden, wo sich die Schüler gegenseitig bekämpfen, bis nur noch ein Überlebender übrig bleibt."

Von einem Plagiat kann man natürlich nicht reden, da Collins ja keine Abschnitte zitiert hat, sondern nur die Grundidee "übernommen" hat. Was haltet ihr davon? Ich werde mir das Buch bei meinem nächsten Einkauf sicherlich zulegen und mir selbst ein Urteil bilden, wie ähnlich sich die Geschichten sind.

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