Freitag, 30. September 2011

Die dystopischen Zwölf #4 - Alles, was wir geben mussten

"Warum haben sie uns unterrichtet, ermutigt, angehalten, das alles zu produzieren? Wozu all die Bücher und Diskussionen?"

Kathy, ehemalige Schülerin im Heim Hailsham, wird in ein paar Monaten ihre Arbeit als Betreuerin aufgeben. Schon viel zu lange hat sie sich um ihre Patienten gekümmert, ihnen geholfen, sich nach ihren Operationen zu erholen. Doch langsam wird es Zeit für einen Wechsel.
Während sie über ihre Zukunft nachdenkt, erzählt sie rückblickend von ihrer Kindheit im Internat Hailsham, von ihrer Freundschaft zu Ruth und Tommy, und von den Erziehern, die den Kindern immer wieder eingeprägt haben, für sie sei eine besondere Zukunft vorgesehen. In all den Jahren des Erwachsenwerdens blieben die drei immer zusammen, auch nachdem sie das Internat verließen. So lang, bis sich irgendwann ihre Bestimmung erfüllen musste... 

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So großartig viele Jugenddystopien auch sind, mit Dystopien für ein älteres Publikum können sie in meinen Augen qualitativ einfach nicht mithalten. Das hat mir dieses Buch mehr als verdeutlicht. Das mag vor allem an Ishiguros genialem Erzähltalent liegen. Müsste ich seinen Stil in einem Wort beschreiben, wäre das ruhig. Ohne große Hektik und ohne große Gefühlsausbrüche schildert Kathy, wie sie in Hailsham aufgewachsen ist. Dabei legt der Autor Wert auf die Schilderung kleiner Alltagserlebnisse; die Kinder in Hailsham erleben trotz ihres dramatischen Schicksals, das auf sie wartet, keine sonderlich aufregenden Dinge. Für sie sind kleine Dinge wie der Tauschmarkt aufregend, bei dem jedes Kind ein selbstgemachtes Kunstwerk der anderen ertauschen kann. Oder das regelmäßige Auftauchen der mysteriösen "Madame", die immer wieder die besten Kunstwerke für ihre Galerie abholt. Aber obwohl es von der Handlung her vielleicht unspektakulär klingt, hat mich das Buch absolut in den Bann gezogen.


Sonntag, 25. September 2011

Ashes, Ashes - Gut, aber etwas mehr Tiefgang, bitte

"Die Sweeper werden dich finden - früher oder später." "Ich dachte, die kümmern sich nur um Kranke. Und um die S'ans." Aidan schüttelte den Kopf. "Nein. Sie nehmen mit, wen sie finden können. Und wer weiß, ob die Epidemie nicht zurückkehrt? Ob eine neue Welle kommt, die die letzten Überlebenden mit sich reißt?" Lucy presste die Lippen zusammen. "Klingt nach einem guten Grund, sich von den Menschen fernzuhalten."

Lucy ist gerade mal sechzehn Jahre alt, doch sie hat bereits gelernt, für ihr Überleben kämpfen zu müssen. Im von Naturkatastrophen und Epidemien zerstörten New York schlägt sie sich allein durch, auf der Suche nach Nahrung und immer auf der Flucht vor Plünderern oder hungrigen Hundehorden.  Ihre Familie ist tot, sowie auch der Rest ihrer Schulkameraden und quasi die ganze Menschheit, gestorben an einem tödlichen Virus. 
Erst die Begegnung mit Aidan macht ihr klar, dass die Menschen einander brauchen, und so schließt sie sich ihm und seiner Gruppe an. Doch auch in der Gemeinschaft lauert die Gefahr, denn immer wieder brechen die unheimlichen Sweeper ins Lager ein und entführen Menschen...

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Zu diesem Buch habe ich sehr gemischte Kritiken gelesen und in solchen Fällen ist es ja meist das Beste, sich selbst eine Meinung zu bilden. Mir hat das Buch insgesamt eigentlich gut gefallen, wenn es auch einige Schwachpunkte hatte.

Freitag, 23. September 2011

Der schleichende Serientod

Es ist ein Phänomen, was sicherlich viele von euch kennen. Ihr lest ein Buch und seid begeistert. So begeistert, dass ihr unbedingt mehr wollt. Und oh ja, die Begeisterung ist groß, als ihr bemerkt, dass das Buch nur der Auftakt zu einer Serie war. Gespannt wartet ihr Jahr für Jahr auf die Fortsetzung, und die Vorbestellung ist schon sicher, sobald der Erscheinungstermin feststeht.

Doch irgendwann, heimlich, still und leise, schleicht er sich ein... der Serientod.

Das Interesse an den Büchern lässt nach, der nächste Band wird zwar pflichtbewusst bestellt, steht dann aber ungelesen im Schrank. Irgendwie ist die Luft raus; das, was euch am Anfang so an die Bücher gefesselt hat, ist irgendwie nicht mehr da. Das Einzige, was noch interessiert, ist wie sich die Beziehung zwischen den Charakteren entwickelt.

Mir ist das schon öfter passiert und ich finde es immer sehr traurig, wenn Bücher, die ich früher regelrecht verschlungen habe, plötzlich nur noch ein mäßiges Interesse bei mir wecken. Mir ging es so bei folgenden Serien:




Die Sookie Stackhouse-Bücher von Charlaine Harris
Ach Sookie, was ist bloß aus uns geworden? Die ersten 6 Bände, die damals schon erschienen waren, als ich die Bücher für mich entdeckt habe, hatte ich innerhalb von wenigen Wochen gelesen, nein, verschlungen. Dann begann das Warten auf den Nachfolger, der noch nicht erschienen war. Die Vorfreude war groß und ich habe mich fleißig an Diskussionen zum nächsten Band beteiligt. Als er dann da war, hat sich vieles bestätigt und der große Überraschungsmoment war weg. Vielleicht lag es daran, dass der nächste Band dann nicht mehr ganz so heiß von mir erwartet wurde, denn irgendwie wusste ich ja schon vorher, was passieren würde. Mittlerweile will ich eigentlich nur noch wissen, mit wem Sookie am Ende zusammenkommt. 


Die Vampirbücher von Kerrelyn Sparks
"Wie angelt man sich einen Vampir" war ein Spontankauf, bei dem mich der lustige Klappentext angesprochen hatte. Die Charaktere waren frisch und lustig und wie bei J.R.Ward gab es genug tolle Jungs, die verkuppelt werden wollten. Aber spätestens beim Lesen des vierten Bandes fiel mir auf, dass die Charaktere quasi immer dieselben waren: ein Vampir mit ordentlich was in der Hose (was die Autorin nicht müde wird zu erwähnen), der schon lange seiner einsamen Existenz überdrüssig ist und nach der wahren Liebe sucht, findet sie gerade in der Frau, die absolut nicht zu ihm passt (weil sie Vampirjägerin ist, oder ihre Eltern von Vampiren getötet wurden etc.). Irgendwann war das Schema der Liebesgeschichte so klar und vorhersehbar, dass mich nicht einmal mehr die darumgewobene Handlung reizen konnte.  


Die Temperance Brennan-Bücher von Kathy Reichs
An Reichs Vorliebe, die Analyse von Knochen lang und breit auszuwälzen, konnte ich mich schnell gewöhnen, denn die Fälle, an deren Ermittlungen Tempe beteiligt war, waren immer richtig spannend. Ob Serienmörder, Organraub in einer medizinischen Klinik oder gefangene Mädchen in Kellerverschlägen, Kathy Reichs konnte mich immer überraschen und schockieren. Doch die letzten Fälle waren dagegen fast schon lahm und unspektakulär, die wissenschaftlichen Fakten und Analysen dagegen zu lang und zäh.
Tempe Brennan habe ich aber noch nicht aufgegeben. Ich bin und bleibe Kathy Reichs-Fan und hoffe einfach auf Besserung.

Die Betsy Taylor-Bücher von Mary Janice Davidson
Betsy war für mich eine herrliche Entdeckung im Vampir-Einheitsbrei. Was war ich von der schuhbesessenen Frau begeistert, die nach ihrem Tod unfreiwillig zur Vampirkönigin ernannt wird. Herrlich ironisch und unheimlich komisch hat sich Betsy mit ihrer untoten Existenz auseinandergesetzt. Die ersten Bücher haben richtig, richtig Spaß gemacht. Aber irgendwann gingen Frau Davidson wohl die Ideen und die Witze aus. Es wurde weniger komisch und weniger handungsreich. Die nachlassende Ideenfülle konnte man übrigens auch an einem ganz eindeutigen Zeichen sehen: die Seitenanzahl wurde von Mal zu Mal dünner...

Soviel zu meinen Serien-Leichen. Bei welchen Buchreihen war bei euch irgendwann die Luft raus?

Dienstag, 20. September 2011

The Secret Circle von L.J.Smith wird verfilmt

Bei Serpensortia bin ich gestern auf eine interessante Neuigkeit gestoßen. Nach den "Vampire Diaries" wird nun die nächste Buchserie von L.J.Smith verfilmt, eine meiner ehemaligen Lieblingsautorinnen. Hoffentlich kann sie das wieder etwas aufheitern, nachdem ihr das Recht genommen wurde, die Vampire Diaries zuende zu schreiben (wer nicht weiß, worum es geht: KLICK). Hier könnt ihr euch den Trailer ansehen:


Ich muss gestehen, die Bücher selbst fand ich zwar nett, von ihren alten Büchern war diese Reihe hier aber eher mittelmäßig. Und darum geht es: 

Ein jahrhundertealter Hexenzirkel zieht Cassie in seinen Bann. Doch es gibt eine dunkle Macht, die alles zu zerstören droht. Wird Cassie ihre magische Liebe opfern, um das Überleben der Hexen zu sichern?

Cassie ist todunglücklich, als sie aus dem sonnigen Kalifornien in das düstere New Salem umziehen muss. Doch schon bald findet sie eine neue Freundin – die wunderschöne Diana, die auch noch zur angesagtesten Clique der Schule gehört. Was Cassie nicht ahnt: Dabei handelt es sich um einen uralten Kreis von – Hexen. Und: Cassie ist eine von ihnen! 


Da mir die Aufmachung der Vampire Diaries schon gut gefiel, werde ich also definitiv mal reinschauen. Oftmals wird die Handlung in einer Serie ja wesentlich weitergesponnen als es im Buch der Fall ist. Ich bin jedenfalls gespannt.

Hat jemand von euch diese Buchreihe schon gelesen?


Sonntag, 18. September 2011

Nacht, komm! - Und niemand glaubt an deine Unschuld

"Die können mich mal!", sagte Lissy. "Das ist doch Sklaverei!" Sie standen in schwüler Sommerluft vor dem Gericht, ihre Mutter, Jung, ihr Bewährungshelfer, und die dunkelhaarige Anwältin, die sie vertreten hatte. "Ist doch wahr!", sagte sie noch mal. "Hundertzwanzig Sozialstunden, das ist ja der ganze Sommer!" 

Nachdem sich die junge Lissy einmal zu oft in Schwierigkeiten gebracht hat, erwarten sie diesen Sommer Sozialstunden im Altenheim statt Partys und Spaß. Doch schon kurz nach ihrer Ankunft wird es noch schlimmer: eine junge Pflegerin wird tot aufgefunden und die vorbestrafte Lissy gerät unter Verdacht, sie ermordet zu haben. Sie hat kein Alibi, aber dafür ein stichhaltiges Motiv: sie hat sich Hals über Kopf in den Freund der Ermordeten verliebt. Aber sollte sie ausgerechnet Daniel vertrauen, der sich plötzlich merkwürdig verhält?

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"Nacht komm!" erschien mir besonders am Anfang eher wie eine Millieustudie als wie der beworbene Jugendthriller. Denn zuerst einmal macht uns Agnes Hammer mit Lissys Leben vertraut. Und das ist alles andere als perfekt:  ihr Vater ist ein obdachloser Alkoholiker, sie selbst schwänzt ständig die Schule, neigt zu Gewalttätigkeit und hat auch sonst keinerlei Perspektiven in ihrem Leben. Ihr Abgangszeugnis hat sie, doch was soll nun nach der Schule kommen? Offenbar der Knast, wenn es nach den ermittelnden Polizisten geht, denn die sind ziemlich schnell von Lissys Schuld überzeugt.


Mittwoch, 14. September 2011

Zweilicht - Zwei Lieben, zwei Welten

"Du bist in Gefahr", wisperte sie mit erstickter Stimme. "Wenn du hierbleibst, verlierst du mich für immer. Verlass sie, sag ihr nicht, dass du sie liebst...". Ihre verzweifelte Stimme verhallte. Beim nächsten Blinzeln war sie unsichtbar geworden.

Jay ist erst seit ein paar Wochen Austauschschüler in Amerika, fernab von seiner Heimat Berlin und seiner Mutter, doch schon hat es ihm die schöne Madison aus seiner Klasse angetan. Madison mit den dunklen Indianeraugen, die ihm bedauerlicherweise kaum Beachtung schenkt. Doch gerade als er langsam zu ihr durchdringt und sich eine zarte Beziehung zwischen den beiden anbahnt, fängt Jay an, an seinem Verstand zu zweifeln. Denn in den Straßen von New York begegnet ihm immer wieder ein geheimnisvolles Mädchen namens Ivy, welches scheinbar niemand außer ihm wahrnehmen kann. Wie ein Geist taucht sie auf und genauso unauffällig verschwindet sie auch wieder. Und sie ist alles andere als begeistert von seinen Gefühlen für Madison.

Jay ist hin- und hergerissen, zwischen Madison und der mysteriösen Ivy, der Realität und  der Fantasywelt, die ihm Ivy nach und nach offenbart. Was er nicht ahnt: seine Welt ist in großer Gefahr…

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Diese Rezension wird ein wenig kürzer ausfallen als sonst, denn bei diesem Buch kann es tatsächlich zu sehr spoilern, wenn zu viel erzählt wird. Daher hier in aller Kürze:

Nina Blazon’s Name scheint ein Garant für wundervolle Geschichten voller Romantik und Fantasy zu sein. So hat sie es auch mit „Zweilicht“ wieder geschafft, nicht nur eine, sondern gleich zwei faszinierende Welten zu erschaffen, zwischen denen Jay hin- und hergerissen ist: der Realität und der Fantasiewelt, die nur in Jays Kopf existiert. Als Erzähler wurde diesmal ein männlicher Protagonist gewählt, was für mich im Genre Romantasy doch recht neu war. Vielleicht liegt es an der männlichen Perspektive, aber dieses Buch hier ist nicht so voller schnörkeliger Sätze  und schwülstigen Liebesbekundungen, wie man es vielleicht sonst von Blazon gewöhnt ist. Ich fand die eher zurückhaltende Romantik jedoch sehr angemessen.


Montag, 12. September 2011

Neuzugänge im September #1

Hallo meine Lieben,

Sonntag hatte ich Geburtstag und natürlich bin ich nicht ohne Buchgeschenke davongekommen :-) Hier sind ein paar meiner Neuerwerbungen, die ich euch bald vorstellen möchte:



Vielen lieben Dank übrigens für eure Buchtipps, die mich wieder etwas aus dem Stimmungstief holen sollen! Ich werde fleißig nach ihnen Ausschau halten.

Es gibt übrigens ein kleines Update zu den dystopischen Zwölf: Da das Interesse an "Der Report der Magd" nicht so groß war, nehme ich es von der Wahlliste und ersetze es durch "Die Entbehrlichen", einem meiner Neuzugänge. Für diejenigen, die sich darauf gefreut haben: keine Sorge, ich werde es trotzdem noch hier vorstellen, nur eben nicht mehr zur Wahl stellen.

Freitag, 9. September 2011

Sometimes happy, sometimes sad

Meine Lieben, ich brauche eure Lesetipps! Etwas Balsam für die Seele soll es sein.

Wie man an meinen zuletzt besprochenen Büchern erkennen kann, habe ich in letzter Zeit hauptsächlich Bücher mit düsterer, schwer verdaulicher Thematik gelesen: Auslöschung der Menschheit durch Zombies, Kindesvernachlässigung, Inzest...  ich muss gestehen, das ist nicht spurlos an mir vorbeigegangen. Nach "The Forest of Hands and Teeth" habe ich mich richtig geschlaucht und emotional erschöpft gefühlt. Da waren "Zoe" und "Forbidden" eigentlich nicht gerade die passende Folgeliteratur für mich. Ich denke, in nächster Zeit werde ich erstmal einen Bogen um bedrückende Bücher machen (abgesehen von der Dystopie des Monats natürlich).

Ging es euch auch schon einmal so, dass ihr nach Beenden eines Buches richtig fertig wart? Welche Bücher haben euch emotional so mitgenommen? 

Und welche Bücher haben euch im Gegensatz dazu einfach nur glücklich gemacht und ein wohlig warmes Gefühl bei euch hinterlassen? Welche sollte ich mir zulegen, wenn ich mal wieder ein Buch lesen will, dass ich mit einem guten Gefühl seufzend zuklappe? Es darf auch gern dramatisch werden, so lang es am Ende ein Happy End gibt. Am liebsten wäre mir was aus dem Jugendgenre.

Also, wer kann mir weiterhelfen?

Donnerstag, 8. September 2011

Die dystopischen Zwölf - Ihr habt gewählt

Wer es noch nicht mitbekommen hat, der September ist da. Und wieder einmal durftet ihr entscheiden, welche Dystopie ich euch diesen Monat vorstellen soll. Danke, dass wieder viele von euch teilgenommen haben! Dieses Mal hattet ihr die Wahl zwischen drei relativ neuen Büchern: "Alles, was wir geben mussten", "Der Report der Magd" und "Globalia".

Insgesamt wurden 25 Stimmen abgegeben und 13 (52%) Stimmen gingen dabei an "Alles, was wir geben mussten". Damit stelle ich euch diesen Monat ein Buch vor, zu dem vor nicht allzu langer Zeit die Verfilmung erschienen ist. Wen meine Rezension also neugierig macht, der kann sich gleich noch den Film in der Videothek ausleihen. :-)


"Der Report der Magd" erhielt magere 2 Stimmen, die restlichen 10 gingen an "Globalia". Ich gebe zu, damit habe ich nicht unbedingt gerechnet, denn den Report habe ich schon gelesen und es ist ein verdammt gutes Buch. Aber egal, ihr entscheidet schließlich und ich freue mich darauf, dieses Mal ein Buch zu lesen, das ich noch nicht kenne. Und irgendwann kommt es ja auch noch dran ;-)

Sonntag, 4. September 2011

Forbidden - Verbotene Geschwisterliebe

"Ich weiß, egal warum unsere Gefühle füreinander so sind, wie sie sind, egal wie sehr ich meine Liebe zu ihm zu rechtfertigen versuche, das wird alles nichts ändern: Lochan darf es nicht sein. Von den Millionen und Abermillionen Menschen auf dieser Erde ist er einer der ganz wenigen, die ich nicht haben kann. Und das ist etwas, das ich akzeptieren muss. Selbst wenn es mich innerlich auffrisst, langsam, aber unaufhörlich."

Seit ihr Vater sich von ihrer Mutter hat scheiden lassen, müssen sich die ältesten Geschwister Lochan und Maya um ihre jüngeren Geschwister kümmern. Ihre Mutter ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt und kommt tagelang nicht nach hause. Die Kinder zur Schule bringen, Hausaufgaben, Essen machen, die Wohnung aufräumen, die Kleinen ins Bett bringen, für all das sind die beiden verantwortlich. Nur ihre gegenseitige Unterstützung und das Wissen, dass sie sich immer aufeinander verlassen können, lässt sie nicht durchdrehen. Doch irgendwann merken beide, dass ihre Gefühle füreinander weit über das geschwisterliche Maß hinausgehen. Sie haben sich ineinander verliebt...

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Ich war mir zu Beginn nicht sicher, ob dieses Buch etwas für mich sein könnte, denn das Buch hätte aufgrund der brisanten Thematik schnell ins Reißerische abdriften können. Tabitha Suzuma hat mich aber sehr positiv überrascht, denn das Buch hat nichts obszönes oder perverses an sich. Viel mehr schildert es eine sehr dramatische, mitreißende Liebesgeschichte; weniger der Reiz des Verbotenen als das Erzähltalent der Autorin hat die Anziehungskraft dieses Buches ausgemacht.


Donnerstag, 1. September 2011

Die dystopischen Zwölf - Wahl September

Hallo ihr Lieben, die Wahl zur Dystopie des Monats geht mittlerweile in die vierte Runde. Wer hier von der Aktion zum ersten Mal liest, oder die bisherigen drei vorgestellten Dystopien verpasst hat, den verweise ich hierhin: KLICK.



Auch diesen Monat habe ich wieder ein Vorauswahl getroffen, und nachdem im letzten Monat die Jugendbücher dran waren, ist es diesmal Zeit für "erwachsene" Literatur:

  • Alles, was wir geben mussten - Kazuo Ishiguro
  • Der Report der Magd - Margaret Atwood
  • Globalia - Jean-Christopher Rufin

Wie immer habt ihr eine Woche Zeit, für euren Favoriten zu stimmen. Rechts im Sidebar findet ihr wie gewohnt die Umfrage, bei der ihr abstimmen könnt, ODER ihr gebt hier eure Stimme per Kommentar ab. Bitte nicht beides machen, denn das verzerrt die Abstimmung. Ihr habt dafür Zeit bis einschließlich 07.09. Danach nehme ich mir das gewählte Buch vor und stelle es euch vor.

Hier wieder eine kurze Inhaltsbeschreibung, die euch die Wahl erleichtern soll:

Alles, was wir geben mussten - K. Ishiguro 

Ein Speisesaal, ein Sportplatz und getrennte Schlafsäle für Jungen und Mädchen – auf den ersten Blick scheint Hailsham ein ganz gewöhnliches Internat zu sein. Aber die Lehrer, so freundlich und engagiert sie auch sind, heißen hier »Wächter« und lassen die Kinder früh spüren, dass ihnen ein besonderes Schicksal auferlegt worden ist. Diese Gewissheit verbindet Kathy, Ruth und Tommy durch alle Stürme der Pubertät und Verwirrungen der Liebe – bis für zwei von ihnen das Ende naht.

Der Report der Magd - M. Atwood

In einem fiktiven Staat in Nordamerika haben religiöse Fundamentalisten die totalitäre Republik Gilead errichtet. Nach einer atomaren Verseuchung ist ein großer Teil der weiblichen Bevölkerung unfruchtbar. Frauen werden entmündigt und in drei Gruppen eingeteilt: Ehefrauen von Führungskräften, Dienerinnen und Mägde. Letztere werden zur Fortpflanzung rekrutiert und sollen nach biblischem Vorbild für unfruchtbare Ehefrauen Kinder empfangen. Können sie ihre Aufgabe als Gebärmaschine nicht erfüllen, werden sie in entfernte Kolonien zu gefährlichen Arbeiten wie Giftmüllentsorgung abgeschoben.

Globalia -J-C. Rufin  

Alles in Globalia ist perfekt. Und nichts ist wirklich echt. Es ist eine Welt ohne Krankheit, ohne Alter und ohne Sorgen. Selbst Regen fällt unter der Glaskuppel, die Globalia schützt, nur an ausgewählten Tagen. Nach draußen kommt keiner - warum auch. Als der junge Baikal gemeinsam mit seiner Freundin trotz aller Annehmlichkeiten aus der perfekten Welt fliehen will, wird er zum Spielball des mächtigen Regimes, das die Menschen vollkommen kontrollieren will. Eine tödliche Jagd beginnt...

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