22.03.2012

„Im wirklichen Leben war ich nichts als ein menschenscheuer Einsiedler. Ein Eremit. Ein bleicher, popkulturbesessener Nerd, ohne Freunde, ohne Familie. In der OASIS war das anders. Dort war ich der große Parzival. Ein weltbekannter Jäger und eine internationale Berühmtheit.“

Im Jahr 2045 steht die Welt kurz vor der vollkommenen Zerstörung. Atomare Kriege, Hungersnöte und Energiemangel haben die Erde zu einem unwirtlichen, trostlosen Ort gemacht. Einziger Hoffnungschimmer für die Menschen: die OASIS, eine riesige virtuelle Welt, in der alles möglich ist. Zur Schule gehen, einkaufen, arbeiten, aber auch spielen, chatten oder fremde Planeten besuchen, alles geschieht virtuell und niemand ist gezwungen, sich raus in die reale, abscheuliche Welt zu begeben.

Als der Entwickler der OASIS stirbt, bricht ein nie gekannter Hype in der OASIS aus. Denn James Halliday hat irgendwo in einer der tausend virtuellen Welten ein Easter Egg versteckt. Und wer es zuerst findet, erbt sein gesamtes Vermögen – über 200 Milliarden Dollar! Auch der zurückgezogene Nerd Wade macht sich auf die Jagd und muss feststellen, dass die virtuelle Welt lebensgefährlich sein kann... 

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Ready Player One wurde von der englischsprachigen Amazon-Community zum besten Science Fiction-Buch des Jahres 2011 gewählt und auch, wenn ich nicht gerade ein Experte in diesem Buchgenre bin, kann ich mich diesem Urteil nur anschließen. Im Jahr 2045 hat sich unsere Welt dramatisch verändert und man findet sich in einem postapokalyptischem Szenario wieder. Der achtzehnjährige Wade lebt in einem der diversen Stacks, Trailerparks, bei denen aus Platzmangel alle Wohnwagen bedrohlich hoch übereinander gestapelt sind. Um seinem perspektivenlosen Leben zu entfliehen, verbringt er soviel Zeit wie möglich in der OASIS, wo er kostenlos zur Schule gehen kann, sich mit seinem besten Freund Aich zum Filmegucken verabredet oder als Avatar durch die Welten streift und seinen Charakter durch Kämpfe auflevelt.



Wade entspricht dabei dem typischen Klischeebild eines „Nerds“: blass, übergewichtig, keine echten Freunde, aber dafür ein Crack in Sachen Technik. Nerds, so müde man sie heutzutage auch manchmal belächeln mag, werden hier allerdings erfreulicherweise nicht als traurige Loser dargestellt, denn durch den gesellschaftlichen Wandel ist fast jeder zum Technikfreak mutiert.
Man merkt es vielleicht schon: man sollte eine gewisse Affinität zu Computerspielen haben, um das Buch wirklich voll auskosten zu können. Wades gesamtes Leben dreht sich um nichts anderes als um die Jagd nach dem Easter Egg. Und um das zu finden, muss man ein Experte für das Leben des Erfinders Halliday sein, der selbst ein großer Fan von diversen Filmen, Fernsehserien, Comics, Liedern und Computerspielen der 80er Jahre war. Und nur wer genug über diese Zeit weiß, hat eine Chance, das Rätsel zu knacken. So kriegt man als Leser einen Rundumschlag über die Kultur der 80er Jahre, freut sich über Anspielungen auf „Star Wars“ Filme oder wenn Wade an uralten Automaten Pac-Man spielt, während im Hintergrund Billy Idol läuft.

Wie gesagt, Technikfreunde werden sicherlich den meisten Spaß an diesem Buch haben. Aber auch diejenigen, die nicht so viel Ahnung von der Spielekonsolenwelt der 80er haben, werden das Buch sicherlich faszinierend finden, denn es erzählt eine unglaublich spannende Geschichte in einer vom Untergang bedrohten Welt. Wenigstens ein bisschen Interesse für die Materie sollte jedoch gegeben sein, denn sonst könnte man sich beim Lesen etwas langweilen, wenn Wade als Avatar durch Dungeons streift, um Hinweise auf das Easter Egg zu finden.

Besonders die ersten hundert Seiten lesen sich ein wenig wie eine unendliche Informationsflut, in der man von Wades Leben in dieser zerstörten Welt, und über die Entwicklung der OASIS und ihren Erfinder James Halliday erfährt. Hat man die ersten hundert Seiten aber erstmal „überstanden“ (wobei ich auch die sehr interessant fand), geht die Handlung so richtig los und eine nervenzerreißende Jagd nach dem Easter Egg beginnt. Denn Wade ist natürlich nur einer von Millionen Spielern, die das Ei finden wollen und so zu unendlichem Reichtum gelangen wollen. Diverse Jäger-Clans sowie Einzelkämpfer machen Wade Konkurrenz. Aber auch ein gigantischer internationaler Konzern will das Erbe finden und so die OASIS übernehmen, um richtig Profit daraus schlagen zu können. Das Ganze hat im finalen Showdown etwas von Gut gegen Böse, Jedi-Ritter gegen das Imperium, Spieler-Ehre gegen korrupte Geschäftsmänner.

Ob das Gute letztlich triumphieren wird? Findet es einfach selbst heraus. Die OASIS erwartet euch schon…

Ready Player One - Ernest Cline
Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: Penhaligon Verlag (26. März 2012)
ISBN-10: 3764530901
Preis: 19,99 Euro

Willis Fazit:



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Kommentare:

  1. Hey,

    tolle Rezi.

    Das Buch will ich auch unbedingt lesen! Steht schon ne Weile auf meiner Wunschliste.

    LG
    Manja

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  2. Hört sich gut an!
    Ich glaube, das wandert auf meine Wunschliste...:D

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  3. Yeah, das Buch ist so cool!!! :) Definiv eines meiner Highlights 2012! Schöne Rezi liebe Friederike!

    LG
    Kathi

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  4. Hey :) Ich bin über deinen Blog gestolpert und lass mal liebe Grüße da :)
    Das Buch klingt auch echt guuut!

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  5. Vielen Dank auch von unserer Seite. Wir finden READY PLAYER ONE natürlich ebenfalls genial. Und falls ihr noch bei unserem Gewinnspiel mitmachen wollt - hier ist der Link: http://www.readyplayerone.de Viele Grüße und Danke fürs Weiterempfehlen!

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