Jackpot - Wer träumt, verliert - Spannende Jagd nach den Millionen

15:13

4 Millionen Euro. Ein mysteriöses Mädchen, gefangen im Kofferraum. Zwei Brüder, die die Kohle dringend bräuchten. Das Abenteuer beginnt...

Chris staunt nicht schlecht, als er Zeuge eines Autounfalls wird. Im Kofferraum findet er ein Mädchen, das ihn bittet, eine Tasche für sie zu verstecken. Darin sei Geld - viel Geld! Chris willigt ein, doch bald kommen ihm Zweifel. Vielleicht sollte er das Geld lieber behalten, schließlich können er und sein Bruder eine Finanzspritze dringend gebrauchen. Doch dann steht das Mädchen plötzlich vor ihrer Wohnungstür und fordert die vier Millionen zurück - und verwickelt die Brüder in das Abenteuer ihres Lebens...

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"Jackpot - Wer träumt, verliert" ist der zweite Jugendroman des Drehbuchautors Stephan Knösel und liest sich wie ein irrer Roadtrip. Ein Banküberfall, jede Menge Kandidaten, die das Geld gerne hätten, und viele unerwartete Wendungen machen das Buch zu einem spannenden, kurzweiligen Lesevergnügen, dessen Handlung gerade einmal atemlose 48 Stunden umfasst.

Es beginnt damit, dass der junge Chris direkt vor seinen Augen einen Autounfall miterlebt - ein Wagen kommt von der Autobahn ab und prallt gegen einen Baum. Hinter dem Steuer ist der Fahrer blutend zusammengebrochen. Als wäre das nicht schon aufregend genug, findet Chris im Kofferraum auch noch ein Mädchen, die ihn, scheinbar unbeeindruckt von dem Unfall, bittet, eine Tasche für sie zu verstecken. Darin sei jede Menge Geld und er könne sich eine ordentliche Belohnung verdienen. Chris, der anfangs eher besorgt um ihre Gesundheit ist, willigt schließlich ein - nicht ohne Hintergedanken. Denn Chris und sein älterer Bruder leben seit dem Tod der Mutter und der Alkoholkrankheit des Vaters im Plattenbau und wissen nicht einmal, wie sie die nächste Miete aufbringen sollen. Doch Sabrina, das Mädchen aus dem Kofferraum, lässt sich das Geld nicht so einfach entgehen und spürt Chris wieder auf - und wickelt noch ganz nebenbei seinen älteren Bruder Phil um den Finger...

Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden, denn das Buch lebt von seinen unerwarteten Wendungen. Jeder der Charaktere scheint irgendetwas zu verbergen zu haben. Anfangs wirkte besonders Sabrina sehr manipulativ und verschlagen, was sie natürlich nicht gerade sympathisch gemacht hat und mich lange an ihren wahren Motiven zweifeln lies. Und auch die zwei Polizisten, die hinter Sabrina und den beiden Jungs her sind, wirken nicht gerade wie die Guten. Die Sympathieträger der Geschichte waren eindeutig die Brüder Chris und Phil, die das Geld bitter nötig hätten und deren Darstellung ich am gelungendsten fand.

Besonders gefallen hat mir auch der jugendnahe und schlagfertige Schreibstil des Autors. Trotz der Ausnahmesituation (denn hey, wie oft findet man 4 Millionen und wird daraufhin von Polizei und Räuber verfolgt?) bewahren sich Chris und Phil ihren Humor und lockern die Situation mit viel Wortwitz auf.

Stephan Knösel spricht in diesem Buch einige ernste Themen an, bleibt jedoch eher an der Oberfläche. Über manches lässt uns der Autor auch scheinbar absichtlich im Dunkeln. Wie ist der Überfall eigentlich abgelaufen? Wie weit war Sabrina darin verwickelt? Hier muss man sich seinen Teil denken; für meinen Geschmack hätte das Buch jedoch ruhig ein paar Seiten mehr vertragen und damit vielleicht noch etwas mehr Tiefe gewinnen können.

So liest es sich wie eine spannende und kurzweilige Hetzjagd, die jedoch leider nicht allzu lange im Kopf bleibt. Wer aber nach einer spannenden Mischung aus Krimi und Jugendbuch sucht, wird sich mit diesem Buch sicherlich gut unterhalten fühlen. 

Jackpot - Wer träumt, verliert - Stephan Knösel
Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: Beltz & Gelberg; Auflage: Originalausgabe (9. Juli 2012)
ISBN-10: 3407811136
Preis: 13,95 Euro

Willis Fazit:




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