Méto - Die Insel - Nur mäßiger zweiter Teil

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Achtung, enthält Spoiler für Band 1, "Méto - Das Haus"! 


»Wozu braucht er vierundsechzig Kinder und die ganzen Wächter und Diener? Warum toleriert oder beschützt er all die "abgeschnittenen Ohren", die ihre Lebensmittel im Haus stehlen?« (S. 66)


64 Jungen, eingesperrt in einem Haus, beherrscht von grausamen Cäsaren und gefangen in skurrilen Ritualen. Erst Méto wagt den Aufstand, bringt die Bediensteten des Hauses auf seine Seite und flieht mit seinen Freunden. Doch auch außerhalb des Hauses wartet auf sie die Gefangenschaft, denn der Clan der "abgeschnittenen Ohren" misstraut den Neuankömmlingen und sperrt sie ein. Wird es Méto gelingen, der Insel zu entkommen und endlich seine wahre Herkunft zu finden?



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"Méto - Die Insel" ist der zweite Teil der Trilogie des französischen Autors Yves Grevet, der uns mit seiner Geschichte in ein fesselndes Verwirrspiel eingeführt hat, bei dem Jungen ohne ersichtlichen Grund in einem strengbewachten Haus festgehalten und von ihren Familien isoliert werden. Nachdem Méto und seinen Freunden im ersten Teil die Flucht aus dem Haus gelungen ist, müssen sie sich nun auf der Insel durchschlagen, die das Haus umgibt.

Doch statt der ersehnten Freiheit finden sie sich in der Hand ihres nächsten Unterdrückers wieder: die "abgeschnittenen Ohren", ehemalige Hausbewohner, die ihm entwachsen oder geflohen sind, bilden einen brutalen Clan, der die Jungen in ihre Gewalt bringt. Ihnen müssen sie nun beweisen, dass sie keine Spione sind und die Akte überlassen, die Méto aus dem Haus mitgenommen hat, die Hinweise auf ihre wahre Herkunft enthält. Natürlich lernt Méto auch in dieser neuen Umgebung schnell, die Machtgefüge zu durchschauen und Verbündete zu finden. Dabei verfolgt er nur ein Ziel: von der Insel zu fliehen und seine Familie wiederzufinden.

Ich muss gestehen, nach dem tollen Auftakt mit "Méto - Das Haus" hat mich der zweite Band der Trilogie doch eher enttäuscht. Die Spannung des ersten Teils ergab sich hauptsächlich aus den Geheimnissen, die das mysteriöse Haus umgeben. Warum hält man 64 Jungen gefangen? Was passiert mit ihnen, wenn sie zu groß werden? Ein paar dieser Fragen beantwortet uns der zweite Band zwar, vieles wird jedoch nur angerissen und der zweite Teil wirft letzlich genauso viele Fragen auf wie er klärt. Dadurch bleibt man als Leser etwas unzufrieden zurück, denn in diesem Band geht es nicht wirklich voran, und man ist hinterher quasi genauso schlau wie vorher.

Zwar hat sich Yves Grevet seinen kurzen und knappen Schreibstil beibehalten, der den Kindern diesen abgehärteten Charakter verleiht, der sie so viel älter erscheinen lässt, als sie eigentlich sind, aber der Geschichte hätten ein paar Seiten mehr diesmal doch gutgetan. So hoffe ich, dass der Autor im Abschluss der Trilogie ("Méto - Die Welt") wieder zur Form des ersten Teils zurückfindet, der mich wesentlich mehr begeistern konnte. 

Méto - Die Insel - Yves Grevet
Gebundene Ausgabe: 212 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Oktober 2012)
ISBN-10: 3423625155
Preis: 14,95 Euro  

Willis Fazit:





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2 Kommentare

  1. Danke für den Tipp, den erten Teil sollte ich mir mal holen, hört sich toll an. Dein Schreibstil ist sehr gut, ich werde mal zur Leserin.

    LG
    Anke
    http://kleine-blogger-hilfe.blogspot.de

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  2. Na das klingt na nicht so berauschend... Ich fand den ersten Teil auch echt gut und habe mich auf Antworten im zweiten Teil gefreut, aber deine Rezi klingt ja doch sehr ernüchternd, was diesen Teil angeht...
    Doof, dass meine Bücherei die bisherige Reihe nicht vorrätig hat, ansonsten hätte ich mir den zweiten Teil lieber ausgeliehen als gekauft...
    Aber vielleicht bekomme ich ihn ja ertauscht. Mal sehen.

    Viele Grüße
    Miriam

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