Alisik: Herbst - Ein wahrer Augenschmaus

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"Glaubt ihr an Liebe auf den ersten Blick? Als ich Ruben zum ersten Mal sah, wusste ich, dass wir zusammengehören. Es gibt nur ein Problem. Ich bin tot." (S. 1)

Eines Nachts wacht die junge Alisik auf einem Friedhof auf - in einem Grab! Und nicht in irgendeinem, in ihrem eigenen Grab! Um sie herum stehen gruselige Gestalten - Bewohner des Friedhofs - von denen Alisik erfahren muss, dass sie gestorben ist. Doch sie hat keinerlei Erinnerung daran, was genau passiert ist. Wie ist sie zu Tode gekommen? Und was bitte schön soll sie nun tun, wo sie den Friedhof doch kaum verlassen und sich nur bei Nacht bewegen kann? Erst der blinde Ruben zeigt ihr, dass ihr Leben auch als Untote noch nicht vorbei sein muss...



"Alisik - Band 1: Herbst" ist ein wundervoll gezeichneter Auftakt zu einer vierbändigen Comicreihe, der mich mit herrlich atmosphärischen Bildern und einer spannenden Handlung sofort für sich gewinnen konnte. Jeder, der auf düster-romantische Bilder und verspielte Comic-Elemente steht, dürfte von Alisiks Abenteuer begeistert sein.

Alisik ist für uns als Leser dabei von Anfang an ein großes Mysterium: Wer ist das hübsche Mädchen? Wo kommt sie her? Wie ist sie gestorben? Alles Fragen, die sich auch Alisik selbst stellt, denn sie hat keinerlei Erinnerungen an ihr bisheriges Leben. Traurig und verzweifelt schleicht sie deshalb nachts über den Friedhof, unsichtbar für alle Lebenden und lauscht den Geschichten der anderen Verstorbenen, die so faszinierend wie unheimlich aussehen: da wäre Frings, ein Skelett in Umhang, der sich bei einer Trapeznummer im Zirkus das Genick gebrochen hat. Oder der General, der ein riesiges Kanonenloch im Bauch hat. Sie alle versuchen, Alisik mit ihrer neuen Existenz vertraut zu machen. Doch erst als ihr der blinde Ruben begegnet, der sie tatsächlich wahrnehmen kann, gewinnt sie wieder an Mut und Lebensfreude...

Ich lese zwischendurch sehr gerne Comics, einfach weil hier statt durch viel Text durch Zeichnungen Emotionen transportiert werden. Und das ist den beiden Zeichnern von Alisiks erstem Abenteuer sehr gut gelungen. Alisiks Geschichte ist traurig, melancholisch, aber auch lustig. Und die  Zeichnungen sind wirklich ein wahrer Augenschmaus. Neben den detaillierten, ganz außergewöhnlichen Charakteren hat es mir besonders die wunderbare Farbgebung angetan: blaugraue und lila Farbtöne verströmen eine wundervolle Atmosphäre von Mitternacht und Dämmerung - die einzige Zeit, in der Alisik unterwegs sein kann. 

Charmant fand ich auch die restliche Gestaltung des Comics. So sind beispielsweise auf Zwischenseiten immer mal wieder Auszüge aus dem Buch der 3 mal 77 Totenregeln abgebildet, die "für alle im Dienstbereich des Herrn Todt beschäftigen Mitarbeiter" gelten, zu denen nun auch Alisik zählt :-) Zwischendurch wird außerdem Rubens Geschichte erzählt sowie zu einem fiesen Bauunternehmer übergeblendet, der den Friedhof abreißen lassen will, um dort ein Einkaufszentrum zu errichten.

So zeichnen sich bereits im ersten Band einige Konflikte ab, die eine spannende Fortsetzung versprechen. Ich werde auf jeden Fall wieder dabei sein, wenn es im Oktober mit Alisik weitergeht. Und wer gerne noch mehr über Alisiks Welt und die Charaktere erfahren oder noch ein paar schöne Innenabbildungen sehen will, den verweise ich auf die Internetseite von Carlsen Comics: KLICK

Alisik - Band 1: Herbst - H. Rufledt, H. Vogt
Taschenbuch: 96 Seiten
Verlag: Carlsen (Juli 2013)
ISBN-10: 3551770263
Preis: 7,99 Euro

Willis Fazit:


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2 Kommentare

  1. Mir hat es auch sehr gefallen und ich bin sehr gespannt wie es weiter geht :-) Sehr schöne Rezi!
    LG

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  2. Ave,
    ich stimme dir voll und ganz zu. Besonders was die Farbgebung angeht ist der Zeichenstil wirklich gelungen.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Seitenfetzer

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