29.04.2014


"Okay, mein Herz ich weiß, das ist immer ein bisschen schwer zu verstehen, aber du träumst nicht. Die Sache ist ganz einfach: Du bist tot!" "Ja, ist schon klar. Wenn ich daraus lernen soll, nicht mehr als fünf Margaritas zu trinken und mein Glas in Clubs nicht unbeaufsichtigt zu lassen, stehen die Chancen gut." (Pos. 224)

Monique ist wirklich zu beneiden: schön wie ein Topmodel, erfolgreich im Beruf und einen perfekten Verlobten an ihrer Seite, wohnt sie im schicksten Bezirk von Berlin. Kein Wunder, dass Monique nicht gerade bescheiden ist; manche würden wohl auch von arrogant sprechen. Doch dann wird sie dummerweise von einem LKW überfahren und landet im Jenseits. Ein Versehen, wie sich da herausstellt: Monique sollte eigentlich noch gar nicht sterben. Doch zurück im Leben muss sie feststellen, dass bei ihrer Wiedererweckung scheinbar etwas schiefgelaufen ist...

                                                            Meine Meinung                                                            

Wenn man sich beim frühen Ableben der Protagonistin hämisch denkt: "Das geschieht dir recht, du arrogantes Miststück!", dann ist das normalerweise kein gutes Zeichen für ein Buch. Im Falle von "Schön wie Käsekuchen" ist es jedoch nur der Auftakt zu einer herrlich sarkastischen und humorvollen Komödie, die mir echt unterhaltsame Lesestunden beschert hat. Wer nach einer lockeren Lektüre sucht, bei der man am Ende garantiert gute Laune hat, ist hier definitiv richtig!

Bis vor kurzem war Moniques Leben noch perfekt, so perfekt wie ihr wohlgeformter Körper oder die Gucci-Handtasche an ihrem Arm. Doch plötzlich geht alles irgendwie in die Brüche: in ihrem Job gibt es Stress, ihr Verlobter Etienne war auch schon mal aufmerksamer und gerade, als sie den fetten Jogger-Muttis in Schlabberklamotten ausweichen will, klebt sie plötzlich an der Stoßstange eines LKWs und ist tot! Und das war noch nicht mal das Schlimmste! Im Himmel stellt man nämlich fest, dass ihr frühes Ableben leider ein Versehen war. Ein Versehen!!! Aber wenn Monique geahnt hätte, was sie zurück auf der Erde erwarten wird, hätte sie wohl weniger auf ihrer Wiedererweckung bestanden...

Jaja, Monique ist schon eine Klasse für sich. Egoistisch, eingebildet dass es zum Himmel stinkt, rücksichtslos und sehr privilegiert - so lernen wir sie kennen. Eine Frau, die man garantiert nicht zur Freundin haben will und der ich tatsächlich das eine oder andere Unglück an den Hals gewünscht habe. Perfektes Ausgangsmaterial also für eine bissige Komödie, bei der der Heldin mal ordentlich den Kopf gewaschen wird. Und genau das habe ich hier auch gekriegt :-) 

Was genau schiefgelaufen ist, als Monique wieder auf die Erde zurückgeschickt wird, werde ich natürlich nicht verraten. Nur soviel: ich hatte dabei einen Heidenspaß - Monique dagegen eher weniger :-) Die muss nämlich im Verlauf der Geschichte sehr schmerzhaft feststellen, wie brüchig und oberflächlich ihr bisheriges Leben eigentlich war. Und auch wenn ich es mir am Anfang wirklich nicht vorstellen konnte, ist mir Monique im Laufe der Geschichte doch tatsächlich ans Herz gewachsen. Zwar wird sie nicht gerade zu einer Heiligen, und ja, auch nicht wirklich zu einer liebenswerten Freundin, aber trotzdem lacht und leidet man irgendwann mit ihr mit. Was der Himmel da für sie ausgeheckt hat, ist aber auch ganz schön fies und manchmal tat sie mir sogar richtig leid; etwas, womit ich nach den ersten Seiten nie gerechnet hätte, wo ich Monique am liebsten noch persönlich vor den LKW geschubst hätte :-D

Emily van Hill schmückt die Komödie mit ordentlich Berliner Lokalkolorit, und so verschlägt es uns nicht nur in den schicken Grunewald und versnobbte Geschäfte auf dem Kudamm, sondern auch ins verrufene Hellersdorf-Marzahn. Da ich selbst Randberlinerin bin, hat mich das natürlich sehr angesprochen. Die Geschichte glänzt außerdem mit liebevollen Nebencharakteren, wie etwa dem himmlischen Gesandten Bernd, der in Windeln herumläuft, oder der bodenständigen Connie, die quasi das komplette Gegenteil von Monique ist. Und wenn die mein Herz nicht schon erobert hätten, dann hätten es wohl spätestens Moniques spitzzüngige Sprüche oder die herzerwärmenden Weisheiten des Buches, wie z.B. "Eenen dicken Hintern kannste kaschieren, zu wenig Grips nich." Ich fand es herrlich und empfehle "Schön wie Käsekuchen" definitiv weiter!

Schön wie Käsekuchen - Emily van Hill
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 506 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 298 Seiten
ISBN-Quelle für Seitenzahl: 1490532846


Willis Fazit:





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1 Kommentar:

  1. Das klingt nach einer witzigen "Zwischendurch-Lektüre". Werde ich mir auf jeden Fall holen. Danke für den Tip.

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