16.01.2015


"Robyn, seine Robyn, brauchte jemanden Überlebensgroßes - einen Gewinner, einen Ritter-, und er würde das für sie sein. Für sie würde und könnte Adam normal und furchtlos sein. Er wollte unbedingt furchtlos sein. Er könnte es sein. Er würde ihr Superheld sein."

Adam leidet unter einer Zwangsstörung. Stundenlang kann er sich im Zählen und Abschreiten der immer gleichen Wege verlieren oder seine Sammelfiguren neu ordnen, aber nur in der richtigen Reihenfolge. Und manche Türen kann er erst durchschreiten, wenn er vorher ein kompliziertes Ritual durchlaufen hat. Doch dann trifft Adam in der Gruppentherapie auf die faszinierende Robyn, seine absolute Traumfrau, und beschließt: Für sie muss er unbedingt normal werden! Denn Robyn hat selbst schon genug Probleme, da braucht sie keinen zwangsgestörten Typen. Und erst wenn er normal ist, kann er ihr Herz gewinnen und Robyns ganz persönlicher Batman werden. Doch das ist leichter gesagt als getan...



                                                              Meine Meinung                                                             

Der ungewöhnliche Held aus Zimmer 13B ist ein tolles Jugendbuch, welches so ungewöhnlich wie der Titel selbst ist und nicht nur einen klasse Einblick in das Thema Zwangsstörungen bei Jugendlichen gibt, sondern auch die erste Liebe und Freundschaft thematisiert. Und wie man es von der Thematik her schon erwarten kann, handelt es sich hier um keine 0815-Geschichte, weder von den Charakteren noch der Handlung her.

Zimmer 13B ist der Gruppentherapie-Raum, in dem sich Adam regelmäßig mit anderen Kids trifft, die wie er unter Zwangsstörungen leiden. Hier legen sie sich Alter Egos wie Wolverine oder Wonder Woman zu, die stark genug sind, um mit ihren Problemen klarzukommen. Und Adam will natürlich unbedingt Robyns Batman sein. Batman und Robin, verstanden? ;-) Aber dazu muss er erst einmal gesund werden. Und das stellt sich leider als schwieriger heraus, als er anfangs annimmt...

Mehr will ich zur Handlung gar nicht sagen. Nur eine kleine "Warnung" vorweg: Das Buch ist  kein actiongetriebener Pageturner, bei dem man rasant durch eine komplexe Handlung hetzt. Aber fesselnd ist es trotzdem allemal. Das liegt vor allem an Adam. Er ist ein wirklich toller, ungewöhnlicher Charakter, der oft das Gefühl hat, die Last der ganzen Welt auf den eigenen Schultern zu tragen. Und tatsächlich gibt es einiges in seinem Leben, was ihn belastet. Dass aber die Welt untergeht, wenn er ein bestimmtes Ritual nicht ausführt, bevor er eine Tür betritt, erkennt selbst er als unsinnig und übertrieben. 

Durch die Ich-Erzähler Perspektive kriegt man Adams zeitweise sehr verqueren Gedanken hautnah mit und kann dadurch wirklich verstehen, was in jemandem vorgeht, der unter einer Zwangsstörung leidet. Sie zeigt aber auch, dass hinter den Zwängen ein ganz normaler Junge steckt, der Mädchen in den Ausschnitt starrt, Computerspiele zockt und in die Leichtathletikmannschaft seiner Schule aufgenommen werden will. So werden einem in diesem Buch ganz nebenbei die Akzeptanz von Andersartigkeit vermittelt und Vorurteile genommen.

Obwohl Adam zeitweise sehr unter seinen Zwängen leidet, liest sich das Buch doch nicht bedrückend oder schwer, sondern leicht und lustig. Trotzdem gibt es hier kein Hollywood Klischee-Happy End, sondern ein durchaus realistisches Ende. Und gerade das hat mir gut gefallen. Kurzum: Der ungewöhnliche Held aus Zimmer 13B empfehle ich gerne allen weiter, die sich für Psychologie interessieren; oder auch allen, die einfach wieder einmal ein gutes, realistisches Jugendbuch lesen wollen :-)

Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: cbt (1. September 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570163040

Willis Fazit:



Ich bedanke mich ganz herzlich beim cbt-Verlag und Blogg dein Buch für das tolle Rezensionsexemplar!

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Kommentare:

  1. Eine tolle Rezension!
    Ich mochte das Buch auch total gerne und fand es ebenso wie du so schön, dass Adam einfach auch so herrlich normal ist trotz seiner vielen Zwänge.
    Das Ende hat mich sehr beeindruckt und wird mir sicherlich noch lange im Kopf bleiben.

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    1. Ja nicht wahr? Besonders wie seine Hormone immer mal wieder mit ihm durchgegangen sind, fand ich witzig.

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  2. Ich hatte mit dem Buch auch schon geliebäugelt. Ich denke, ich werde es mir mal auf meine Merkliste setzen. :)

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    1. Falls du es tatsächlich liest, würde ich mich freuen zu hören, wie es dir gefallen hat :-)

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