Red Rising: Im Haus der Feinde - Imposanter zweiter Teil, der wirklich alles hat!

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Broschiert | 576 Seiten | Heyne Verlag | Übersetzt von Bernhard Kempen | Hier kaufen

"Seit siebenhundert Jahren lebt mein Volk in Sklaverei, ohne Stimme und ohne Hoffnung. Jetzt bin ich sein Schwert. Auch ich vergebe nicht. Also lasse ich mich von ihm in sein Shuttle führen. Soll er denken, dass er mich besitzt. Soll er mich in sein Haus einladen, damit ich es niederbrennen kann." (S. 10)

Zwei Jahre ist es her, seit Darrow am Institut siegreich hervorging und sich in den Dienst des Erzgouverneurs Augustus begeben hat. Noch immer arbeitet er im Geheimen für die Söhne des Ares, die die Weltengesellschaft zum Einsturz bringen wollen. Um in eine möglichst mächtige Position zu kommen, macht Darrow dem Erzgouverneur ein verlockendes Angebot: er hilft ihm, das Oberhaupt der Weltengesellschaft zu stürzen und Nero an ihre Stelle zu setzen. Ein Krieg mit ungeahnten Folgen bahnt sich an...

Wow, was war das für ein genialer krasser Ritt! Pierce Brown weiß echt, wie man seine Leser schockiert, begeistert und atemlos an die Seiten fesselt. Wo andere Trilogien im Mittelteil nachlassen und oft eher aufs Finale zuschwächeln, fährt Brown hier richtig schweres Geschütz auf. Und so gewaltig, wie die geschilderten Weltraumschlachten sind, so gewaltig ist auch das Buch selbst. Während sich die Handlung von Teil 1 auf die Geschehnisse im Institut fokussiert hat, in dem die Goldenen Jugendlichen gegeneinander antreten mussten, reist Darrow im zweiten Teil als Lanzenreiter des Erzgouverneurs durch das ganze Universum, über den Erd- bis zu den Jupitermonden. So kommt diesmal etwas mehr Science Fiction-Feeling auf als noch im ersten Teil. 

Die Handlung ist richtig komplex, lässt sich aber ganz grob auf Folgendes runterbrechen: Während die Angriffe und Attentate der Söhne des Ares immer zahlreicher werden, verfolgt Darrow seinen eigenen Plan. Er will einen Bürgerkrieg auslösen und so die gesamte Weltengesellschaft und ihr Klassensystem stürzen. Und dafür muss er zuerst die eh schon bestehende Feindschaft der Häuser Augustus und Bellona weiter anfachen...

Politische Intrigen und Winkelzüge, irre unvorhersehbare Kampftaktiken und Pläne, sowie unzählbare Todesopfer. Der zweite Teil ist noch gehaltvoller als der eh schon imposante erste Teil und bietet jede Menge dramatische Wendungen und schockierende Enthüllungen, die mich atemlos an den dicken Wälzer gefesselt haben. So erfahren wir diesmal unter anderem, wer oder was hinter dem Anführer der Rebellengruppe Söhne des Ares steckt (keine Sorge, ich spoilere nicht), was mich echt überrascht hat. Und auch von vielen Charakteren, die Darrow schon im ersten Teil begleitet haben, müssen wir Abschied nehmen. Kein Wunder, hier folgt quasi ein Kampf auf den anderen und da bleiben zahlreiche Opfer natürlich nicht aus.

Neben den diversen Kämpfen stehen natürlich auch Darrows Beziehungen zu seinen Gefährten im Fokus. Sevro und seine Heuler, Roque und auch Mustang, für die Darrow starke Gefühle entwickelt hat, sind immer an seiner Seite und selbst mit dem verschlagenen Schakal geht Darrow hier ein Bündnis ein. Seine Zwickmühle, seine Freunde ständig belügen zu müssen und sie immer wieder durch seine geheimen Pläne in Gefahr zu bringen, hat nicht nur an ihm gezehrt, sondern auch an mir, denn ich habe Mustang, Sevro und Co. genauso lieb gewonnen wie Darrow selbst.

Und so muss ich sagen, dieses Buch hatte wirklich alles! Eine unheimlich packende Geschichte voller Dramatik, unvorhergesehener Wendungen, Schlachten, Liebe, tiefer Freundschaft und Loyalität, aber auch bitterem Verrat. Mit Im Haus der Feinde hat Pierce Brown wirklich einen imposanten und gewaltigen zweiten Teil abgeliefert, der mich absolut begeistert hat und nun ungeduldig und mit einem nervösen Gefühl auf den Abschlussband warten lässt. Wird Darrows Revolution gelingen? Oder wird seine Geschichte ein böses Ende nehmen? Beides ist möglich und ich warte voller Ungeduld auf den September, denn da erscheint endlich Red Rising: Tag der Entscheidung.

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1 Kommentare

  1. Hallo Friederike,

    eine tolle Rezension, Die Lust auf die Trilogie macht. Zum Glück habe ich hier schon Band 1 liegen und jetzt freue ich mich, Dank Deiner Rezi, um so mehr darauf.

    LG

    Martina
    von www.leserattenhoehle.blogspot.de

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