Donnerstag, 21. Oktober 2010

Der zweitbeste Koch - Kurt Bracharz

Krimis gehören mit zu meinen Lieblingsbüchern, auch wenn ich seltsamerweise nur selten dazu komme, welche zu lesen. :-) Von meinem neuesten Ausflug in die Krimiwelt will ich euch heute erzählen. 

Xaver Ypp, Gourmetkritiker und Journalist für ein Feinschmecker-Magazin, ist nicht gerade begeistert, als er einen pubertierenden Burger- und Pommesliebhaber zum neuen Superkritiker ausbilden soll, weil dieser keinen Geschmack vergisst, den er je kennengelernt hat. Doch der Anweisung vom Chefredakteur kann sich Xaver leider nicht verweigern und führt den Teenie in die besten Restaurants der Stadt. Als er dabei auf ein Stückchen Fleisch trifft, dessen Geschmack nicht einmal das Geschmacksgenie erkennt, beginnt der eigenartige Kriminalfall. Xaver nimmt eine Probe zwecks Untersuchung mit, die ihm jedoch kurz darauf gestohlen wird. Was hat ihm die Restaurantküche da bloß auf den Teller getan? Und was hat das alles mit dem Verschwinden des Kochs Wang Li zu tun, dem zweitbesten Koch der Welt?




Was anfangs wie ein kulinarischer Krimi wirkte, schlug irgendwann im Laufe des Buches in etwas anderes um. Plötzlich tauchen mächtige Milliardäre und eine Tierschutzorganisation in der Stadt auf, die dem Verlauf des Buches eine ganz andere Richtung geben als ursprünglich angenommen. Als richtigen Krimi würde ich das Buch allerdings nicht bezeichnen. Der eigentliche Inhalt der Geschichte scheint nämlich die chinesische Küche zu sein, in der ja bekanntlich alles gegessen wird, was kreucht und fleucht. So macht der Autor mit dem Leser einen amüsant makaberen Ausflug in die kulinarischen Abartigkeiten fremder Kulturen. 

Und das passt auch wunderbar zum Kriminalfall, der doch schließlich mit einem kleinen Stückchen Fleisch startet. Leider war das Rätsel um dieses nicht sonderlich geheimnisvoll, wenn man vorher den kurzen Satz auf der Rückseite des Buchumschlages gelesen hat. So konnte man sich als Leser schon vieles denken. Doch das nahm dem Buch nichts vom Lesevergnügen, denn es unterhält den Leser nicht vordergründig mit dem Kriminalfall. 

Das Ende hat mir den Eindruck vom Buch dann doch etwas getrübt.  Ich finde es immer sehr schade, wenn ein bis dato gutes Buch durch ein eher schwaches Ende runtergerissen wird. So ging es mir hier leider auch: die Auflösung des Krimifalls hatte letztendlich kaum noch etwas mit dem Fleischstückchen zu tun und es kam mir irgendwie banal vor, zu simpel, das Ganze wirkte konstruiert und erzwungen. 

Abgesehen davon bietet das Buch aber gute ungewöhnliche Unterhaltung für Feinschmecker und für Liebhaber unblutiger Spannungsgeschichten.  

Der zweitbeste Koch - Kurt Bracharz
Gebundene Ausgabe: 180 Seiten
Verlag: Haymon Verlag; Auflage: 1., Aufl. (9. September 2010)
ISBN-10: 385218634X
Preis: 17,90 Euro

Vielen Dank an den Haymon Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Willis Fazit:



Kommentare:

  1. Da ich kein Thriller Mensch bin, hä#tte ich mir das Buch bestimmt nicht mal angeguckt, aber das mit der chinesischen Küche usw. hört sich wirklich interessant an.

    Aber wenn du sagst, dass dieses Buch ein "schlechtes" Ende hat, werde ich definitiv die Finger davon lassen. Ich hasse sowas, ich rege mich da immer unglaublich drüber auf :(

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  2. Danke für dein Kommi :).

    Wenn du irgendwann einmal etwas über Zombies lesen möchtest, dann kann ich dir dieses Buch natürlich nur empfehlen! Aber ich weiß natürlich nicht, ob dir der Schreibstil gefällt. Ich denke bei diesem Buch ist es einfach Geschmackssache. Viele Leute sind wirklich große Fans von Richard Laymon. Entweder man mag ihn oder eben nicht. ;)

    Ich habe deinen Blog bei mir mal verlinkt. Er ist echt schön gemacht und ich werde wieder vorbeischauen. :)

    Liebe Grüße
    Lena

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