Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, was für mich leider eine einzige Enttäuschung war: Crown of War and Shadow von Bestseller-Autorin J.R. Ward. Was mich daran so genervt hat, erfahrt ihr hier:
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| Gebundene Ausgabe | 624 Seiten | Bramble Verlag | Übersetzung: Julia Abrahams, Babsi Schwarz, Christoph Hardebusch |
Dabei war durchaus Potenzial da: wir lernen Sorrel als junge Frau kennen, die als Waise in einer Schänke aufgewachsen ist und sich durch harte Arbeit ihre Unterkunft verdienen muss. Die Leute im Dorf behandeln sie wie Abschaum, denn Sorrel hat eine Fähigkeit, die die Einwohner gleichermaßen fürchten wie auch in Momenten der Not für sich nutzen wollen: sie kann den Tod von Lebewesen vorhersehen, wenn sie ihnen in die Augen sieht - und den Tod sogar rückgängig machen! So hat sie schon Dutzende Babys des Dorfes gerettet - und erntet dafür nur Misstrauen, denn Magie ist verpönt. Eines Tages kommt der sexy Söldner Merc in die Schänke und ab da überschlagen sich die Ereignisse: Sorrel wird für einen Dämonenangriff verantwortlich gemacht und ihr bleibt nur, Merc anzuheuern, um aus dem Dorf zu fliehen. Vorher erfährt sie aber noch die Wahrheit über ihre Herkunft: sie ist die Nachfahrin der Erlöserin, und es ist an ihr, die Dämonen aufzuhalten und gegen den bösen dunklen König zu kämpfen, der vor Jahrhunderten verbannte wurde.
Klingt bis dahin doch ganz gut, oder? Leider habe ich von Anfang an mit dem Schreibstil gehadert, der für J.R. Ward ungewohnt gezwungen altertümlich und verschachtelt wirkte und teilweise einfach schlimm (=falsch) übersetzt wurde. Dazu fand ich Sorrel einfach schrecklich naiv und unterwürfig und die Liebesgeschichte war eine absolute Enttäuschung.
Nach 25% war ich eigentlich drauf und dran, das Buch abzubrechen, hab dann aber der Handlung wegen doch noch grob durchgeblättert. Gelohnt hat es sich aber nicht, denn diese bestand eigentlich nur daraus, wie Sorrel und Merc von Ort zu Ort reisen, Merc ihr dabei jede Menge Unterstellungen macht, sie zwischendurch immer mal wieder von Monstern angegriffen werden und ihrem eigentlichen Ziel, den dunklen König zu besiegen, keinen Schritt nähergekommen sind. Die ganze Reise war eigentlich von Anfang an sinnlos, leider kann ich hier nicht mehr zu erzählen, ohne zu spoilern. Wenn man aber "Der Weg ist das Ziel" als Credo nimmt, dann fand ich diesen Weg einfach nur anstrengend und belanglos.
Und die Liebesgeschichte? Davon hab ich leider kaum was gespürt. Die einzigen Emotionen, die ich regelmäßig bei der Interaktion zwischen Sorrel und Merc hatte waren Irritation, Genervtheit und ein bisschen Ekel. Merc ist eine wandelnde Red Flag und ich kann gar nicht glauben, dass er echt der Main Love Interest ist. Er macht sich quasi von der ersten Begegnung an unsympathisch, als er Sorrel zum Sex zu sich zitiert - immerhin arbeitet sie in einer Schänke, die auch als Bordell herhält, also gehört das doch natürlich zu Sorrels Jobprofil? Auch als sie in Lebensgefahr ist, will er ihr natürlich nur helfen, wenn sie mit ihm schläft, denn er MUSS sie haben! Er begegnet ihr die ganze Zeit mit Vorurteilen und Fehlannahmen (die Sorrel aber frustrierenderweise überhaupt nicht aufklärt) und glänzt mit so netten Aussagen wie ".. dass es ein gut gepflügte Feld war, in das ich letzte Nacht gerutscht bin", nachdem sie miteinander intim waren, oder "Ein Mann hat Bedürfnisse", nachdem er bei einer anderen Frau war, weil Sorrel so frech war und mit einem anderen Mann gesprochen hat. What the hell?!
Selbst wenn es dann mal netter zwischen den beiden zuging, waren die Gespräche, in denen Merc Sorrel vom intimen Stelldichein überzeugen will, einfach nur cringy und haben für mich überhaupt keine Erotik ausgestrahlt, sondern wirkten eher plump und lächerlich. Sorrel ist allerdings voll drauf abgefahren, und allgemein war sie im Laufe der Geschichte übermäßig interessiert an Mercs Geschlechtsteil - wohl auch, weil sie bis dahin noch nie eins live gesehen hat. Ich saß derweil nur noch augenverdrehend vor den Seiten und habe gehofft, dass es endlich vorbei ist. Teil 2 werde ich mir auf jeden Fall sparen, noch mehr davon ertrage ich nicht!




















