Heute möchte ich euch das neueste Buch von Stacia Stark vorstellen: Empire of Blood - We who will die. Ob es sich lohnt, erfahrt ihr hier:
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| Gebundene Ausgabe | 624 Seiten | dtv Verlag | Übersetzung: Michelle Gyo |
"Empire of Blood" ist eins der Bücher, welches ich in diesem Jahr unbedingt lesen wollte, denn die Autorin konnte mich bereits mit ihrer "Kingdom of Lies"-Reihe begeistern. Von daher waren meine Erwartungen an ihre neuestes Buch auch hoch. Leider wurden diese jedoch überwiegend enttäuscht, vor allem was das Worldbuilding oder die Erzählweise betroffen hat. Wüsste ich es nicht besser hätte ich vermutet, das Buch wurde von jemand anderem als von Stacia Stark geschrieben. Dabei fing die Geschichte noch stark an, hat mich im Verlauf aber durch ihre wirre, gestückelt wirkende Erzählweise leider verloren.
Die Hauptrolle spielt Arvelle, eine toughe Kämpferin, die im Dorn als Leibwächterin arbeitet, um sich und ihre jüngeren Brüder zu versorgen. Das Leben im Dorn ist hart, und Arvelle sehnt sich nach einem besseren Leben in den nördlichen Ländern, wo sich auch die Gesundheit ihres schwerkranken Bruders verbessern könnte. Doch dann kommt alles anders: ein Vampir ist auf Arvelles Kampffähigkeiten aufmerksam geworden und verlangt von ihr das Unmögliche: sie soll an der Auslese teilnehmen, dem Arena-Wettkampf der Schnellsten und Stärksten des Landes, und dort den Imperator töten. Dafür heilt er ihren Bruder. Notgedrungen willigt Arvelle ein, und ahnt noch nicht, dass sie sich noch weiteren Herausforderungen stellen muss. Denn nicht nur der Primus, der die Elitekämpfer ausbildet, hat es auf Arvelle abgesehen, sondern auch der hochgefährliche Sohn des Imperators...
Von Beginn an schmeißt uns die Autorin alle möglichen Worldbuilding-Elemente um die Ohren: Die Welt, in der Arvelle lebt, ist ans Römische Reich angelehnt, mit einem (Vampir)Imperator an der Spitze, der alle umliegenden Länder brutal an sich reißt und die Verlierer dann in Gladiator-Arenen kämpfen lässt. Zusätzlich treten die besten Kämpfer aus allen Bezirken in der Arena gegeneinander an, um das Volk zu unterhalten. So weit, so gut. Dazu wirft Stacia Stark aber auch noch gefühlt jedes uns bekannte Fantasy-Wesen mit in den Ring: Vampire, Menschen mit magischen Fähigkeiten, Götter, Elfen, Zentauren, Greife und noch viele mehr. Gefühlt mit jedem Kapitel kamen neue dazu, aber es hat sich einfach nicht stimmig eingefügt, es las sich fast als würde sich die Autorin denken "Hey, Kelpies wären doch auch cool, bauen wir sie mal mit ein". Dadurch hat sich das Worldbuilding super schwammig und wenig abgegrenzt angefühlt - wären demnächst noch besenfliegende Hexen aufgetaucht, es hätte mich nicht überrascht.
Dieses wirr wirkende Infodumping ist bezeichnend für den gesamten Erzählstil des Buches. Es fühlt sich eher wie ein Flickenteppich aus immer wieder reingeworfenen neue Informationen, Entwicklungen oder Charakteren an, die teilweise nur wenig später gar keine Rolle mehr spielten. Das las sich teilweise sehr sprunghaft und hektisch, und durch das ständige Reinwerfen von neuen Charakteren sind mir die meisten auch kaum ans Herz gewachsen, weil sie nur wenig ausgearbeitet und dadurch wenig greifbar waren.
Am meisten hat mich die Liebesgeschichte gefesselt. Arvelle begegnet in der Arena ihrer Jugendliebe wieder, die sie vor Jahren einfach ohne ein Wort verlassen hat. Wie die beiden langsam wieder zueinandergefunden haben, hat mir tatsächlich sehr gefallen. Aber auch das konnte mich nicht über die erzählerischen Schwächen hinwegtrösten. So fällt mein Fazit leider unerwartet enttäuscht aus, und da die Konflikte, die am Ende des Buches noch bestehen, mich tatsächlich nur wenig reizen, bin ich noch unsicher, ob ich Teil 2 ("We who will rise", erscheint im Januar 2027) lesen werde oder nicht.





















