Dienstag, 15. Februar 2011

Unverhofft kommt oft - Oksa Pollock

Anfangs ist Oksa nicht begeistert, als ihr ihre Eltern eröffnen, dass sie von Paris nach London ziehen, weil ihr Vater sich einen lang gehegten Traum erfüllen und ein Restaurant eröffnen will. Doch als sie erfährt, dass auch ihr bester Freund Gus und seine Familie mitziehen, sieht das schon ganz anders aus. Die Schule in London ist toll und Oksa findet auch schnell neue Freunde. Wenn da nur nicht ihr gemeiner Mathelehrer McGraw wäre, der es einfach nicht lassen kann, gemein zu Oksa zu sein. Doch sie muss bald merken, dass sie noch viel größere Sorgen als ihren Lehrer hat, als ihr eines nachts völlig unerwartet eine Feuerkugel aus der Hand schießt und die Haare ihrer Puppe abfackelt. Und plötzlich hat sie so ein merkwürdiges sternförmiges Mal um ihren Bauchnabel herum. 

Von ihrer Großmutter erfährt Oksa schließlich das wohlgehütete Familiengeheimnis: Sie ist eine Zauberin, genau wie ihr Vater und ihre Oma, die aus einer geheimen Magierwelt namens Edefia stammen, aus der sie vor vielen Jahren fliehen mussten. Und nicht nur das: Oksa ist die Unverhoffte, das Mädchen, dem es bestimmt ist, über Edefia zu herrschen. Aber Oksa hat nicht nur Anhänger, sondern auch viele Feinde, die ihre Kräfte für ihre eigenen Zwecke nutzen wollen...

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Meine Meinung

Die Geschichte um die junge Zauberin Oksa Pollock hat die Leser in Frankreich begeistert und auch bei uns in Deutschland könnte Oksa die würdige Nachfolgerin von Harry Potter werden, die richtigen Zutaten bringt das Buch auf jeden Fall mit. Die Entstehung des Buches grenzt selbst schon fast an Zauberei. Da sie von den Verlagen Frankreichs nur Absagen erhielten, entschieden sich die beiden Autorinnen, das Buch im Selbstverlag herauszubringen und boten es jahrelang diversen Buchhandlungen an. Die ersten Leser waren begeistert und steckten mit ihrem Eifer weitere Leser an, bis Oksas Geschichte schließlich in ganz Frankreich bekannt war und endlich doch ein Verlag Interesse an dem Buch zeigte - das Buch wurde ein Bestseller. 

So zauberhaft wie die Entstehungsgeschichte um das Buch herum ist auch die Geschichte selbst. Ich denke, bei einem jungen Mädchen, das in England zur Schule geht und dort ihre Zauberkräfte entdeckt, werden Vergleiche zum berühmten Harry Potter natürlich nicht ausbleiben, doch auch wenn Ähnlichkeiten vorhanden sind, haben die beiden Autorinnen ihr ganz eigenes Oksa-Universum geschaffen. Und an dieser Stelle ein Kompliment an sie! Das Buch ist echt super geschrieben, einfach aber trotzdem voller liebevoller Details, so dass ich schon nach wenigen Seiten richtig tief in der Geschichte drin steckte. Sofort kam bei mir ein Gefühl von Vertrautheit auf, als würde ich Oksa und ihre Familie schon lange kennen.

Im Kampf gegen ihre Widersacher lernt Oksa magische Fähigkeiten, um die man sie nur beneiden kann. Sie kann schweben, an der Decke laufen, Feuerbälle schleudern und mit magischen Kugeln um sich schießen. Die Kreativität der beiden Autorinnen kannte scheinbar keine Grenzen bei den ganzen magischen Gestalten und Zaubern, die sie geschaffen haben und die dem Buch einen einzigartigen Charme verleihen, wie beispielsweise der Gedächtnisradiergummi, der unliebsame Erinnerungen auslöscht oder die Goranov-Pflanze, die sehr empfindlich ist und beim kleinsten Schrecken in Ohnmacht fällt. 

 Leider finde ich aber auch bei diesem Buch kleine Kritikpunkte. So fand ich das Buch zur Mitte hin etwas lahm, als Oksa in den Ferien ihre Zauberausbildung antritt. Außerdem war mir die Geschichte nicht komplex genug, was vielleicht daran liegt, dass das Buch doch eher für Kinder und Jugendliche gedacht ist. Oder weil ich durch Harry Potter einfach zu verwöhnt bin, was die Handlung betrifft. Und wie es manchmal bei Kinder- und Jugendbüchern zu sein scheint, verhalten sich die Kinder oftmals klüger als die Erwachsenen. Warum zum Beispiel lässt Oksas Familie sie weiterhin zur Schule gehen, nachdem sie erfahren haben, dass dort einer ihrer Feinde lauert, der sie jederzeit entführen könnte?

Abgesehen davon ist Oksa aber ein tolles Mädchen, mit der sich die Leser leicht identifizieren können: sie ist mutig aber immer wieder auch schüchtern, handelt oftmals bevor sie genau nachgedacht hat und bringt sich so in brenzlige Situationen, zickt rum, wenn sie sich von ihrer Familie ungerecht behandelt fühlt und kann es absolut nicht leiden, wenn sich andere Mädchen an ihren besten Freund Gus hängen. Ein ganz normales Mädchen also. :-)

Alle, die Harry Potter geliebt haben, werden sicherlich auch mit Oksa jede Menge Spaß haben, ich jedenfalls freue mich schon auf das nächste Buch.

Mehr zu Oksa gibts unter oksapollockfans.de. Bis zum 20.02.2011 kann man sich dort noch für ein kostenloses Leseexemplar bewerben, also haltet euch ran!

Oksa Pollock - Die Unverhoffte - A. Plichota, C. Wolf
Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
Verlag: Oetinger (März 2011)
ISBN-10: 3789145025

Preis: 19,95 Euro

Willis Fazit:










1 Kommentar:

  1. Hallo Friedelchen,

    ich habe ein Stöckchen aufgegangen und ich wollte dich gerne einladen, auch ein paar Worte zum Thema zu schreiben. Deine Meinung würd mich interessieren, falls du eine Antwort zum Stöckchen schreiben willst: http://marieseth.blogspot.com/2011/02/stockchen-literaturentscheidungen.html

    Liebe Grüße,
    - Marie

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