Heute möchte ich euch eine faszinierende Liebesgeschichte vorstellen, bei der zwei Seelen immer wiedergeboren werden, nur um einander in jedem Leben erneut zu finden und zu zerstören: Our Infinite Fates von Laura Steven.
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Gebundene Ausgabe | 416 Seiten | dtv Verlag | Übersetzung: Michelle Landau | ab 14 Jahren |
"Ich habe dich vermisst", wisperte er, so leise, dass ich es kaum hörte. Meine Stimme brach. "Ich habe dich auch vermisst."
Arden war immer da.
Arden würde immer da sein.
Selbst wenn unsere Familien trauerten und weiterlebten, selbst wenn unsere Vorfahren längst begraben waren, selbst wenn wir wie Geister durch die Risse in der Zeit schlüpften, würde es uns immer geben. Ganz egal wie verdreht und kaputt, wir waren die einzige wirkliche Konstante, unsere Liebe wie ein Fluss, der sich Jahr um Jahr, Jahrhundert um Jahrhundert einen Weg durch die Erde bahnte, mit jeder Krümmung und jeder Kurve tiefer und breiter wurde. (S. 216)
In jedem Leben begegnen sie einander wieder, und in jedem Leben töten sie einander noch vor dem 18. Lebensjahr - Evelyn und Arden werden immer wiedergeboren und sind scheinbar dazu bestimmt, sich immer wieder ineinander zu verlieben, bevor ihre Leben auf tragische Weise enden. Doch diesmal hat Evelyn, die in diesem Leben im Jahr 2022 Branwen heißt, einen dringenden Grund ihren 18. Geburtstag zu überleben. Denn ihr jüngere Schwester hat Leukämie, und Evelyn ist eine passende Knochenmarkspenderin. Wird sie Arden davon abhalten können, ihre Leben vor ihrer Spende zu beenden? Und wird sie in diesem Leben vielleicht endlich Antwort auf die Frage bekommen, die sie schon seit Jahrhunderten quält: Warum das alles?
Starcrossed Lovers, eine Liebe, die Jahrhunderte überspannt und ein dramatischer Wettlauf mit der Zeit - wenn euch das anspricht, dann solltet ihr Our Infinite Fates nicht verpassen. Das Buch erzählt eine Geschichte über die unsterbliche Natur der Liebe, so fesselnd, romantisch und dramatisch, dass ich es kaum weglegen konnte.
Länger als ihre Erinnerung reicht, dauert der Kreislauf schon an: Evelyn wird immer wieder geboren, mal als Junge, mal als Mädchen, immer mit dem Wissen, dass sie noch vor ihrem 18. Geburtstag Arden begegnen, sich verlieben und sterben wird. Doch diesmal ist ihr Widerwille gegen diesen Kreislauf größer als je zuvor. Denn in diesem Leben im Jahr 2022 in Wales hat sie als Branwen eine Mutter, die schon genug Verlust erlitten hat, und eine kleine Schwester, deren Leben von Branwens Überleben abhängt. Als da ein neuer Junge in der Stadt auftaucht und mit ihr flirtet, ist klar, dass es sich um Arden handelt. Wird sie es diesmal schaffen, sich nicht zu verlieben und zu sterben?
Hach, ich habe richtig mitgefiebert und gelitten. Evelyns Wunsch, endlich Antworten zu bekommen, und ihre widersprüchlichen Gefühle für Arden gingen mir richtig nahe. Denn trotz ihrer grausamen gemeinsamen Vergangenheit flammt die Liebe zwischen ihnen immer wieder sofort auf, wenn sie einander begegnen. Das hat sich richtig bittersüß gelesen, und die Einblicke in ihre gemeinsame Vergangenheit haben es für mich genauso unverständlich gemacht, wieso sie nicht einfach glücklich miteinander werden können. Durch den Rückblick auf dutzende ihrer vergangenen Leben kriegen wir kleine Einblicke in die unterschiedlichsten Kulturen, denn die beiden werden in den verschiedensten Zeitaltern und Orten auf der Welt wiedergeboren. Und doch erfahren sie nie wie es ist, erwachsen zu werden, ein normales Leben zu führen mit Job, Kindern, Alt werden - etwas, was sich Evelyn sehnlichst wünscht.
"Wie oft hatte ich mir im Lauf der Jahrhunderte gewünscht, unsere Liebe wäre so simpel wie das hier? So simpel wie die zärtliche Zustimmung einer Mutter, wie der Feuerschein auf unseren Gesichtern, wenn wir uns vor einem Kamin küssten, wie tausend kleine Freuden und Nettigkeiten, die sich zu einer vollkommen gewöhnlichen Liebesgeschichte zusammensetzten?Aber so war unsere Liebesgeschichte nicht. Sie war Blut und Schmerz und Tod, ein grausamer Kreislauf, dazu verdammt, sich immer zu wiederholen." (S. 170)
Hinter allem steht natürlich die Frage nach dem Warum - warum tötet Arden Evelyn in jedem Leben erneut vor ihrem 18. Geburtstag, wenn Arden dadurch doch auch selbst stirbt? Diese Frage hat nicht nur die Hauptprotagonistin, sondern auch mich richtig gequält. Die Auflösung war so überraschend wie schockierend, und das Ende der Geschichte (keine Sorge, keine Spoiler) wird mir noch lange im Kopf rumschwirren. Ich kann euch die Geschichte daher wirklich nur wärmstens ans Herz legen.
Huhu,
AntwortenLöscheneigentlich mag ich so Zeitschleifen-Geschichten nicht wirklich (keine Ahnung, warum), aber dieses Buch klingt richtig richtig spannend und was du dazu schreibst, hat mich schon überzeugt, es auf meine Wunschliste zu schreiben. So ein Mist aber auch. ;)
Liebe Grüße,
Isa
Ähm ja, sorry not sorry? :-D An sich haben wir hier keine Zeitschleife, sie führen immer wieder ganz neue Leben in unterschiedlichen Zeitaltern. Bei Vorablesen gibt es sonst auch eine Leseprobe von der Geschichte, falls du mal reinschauen möchtest.
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