Blackspell: Das Geheimnis der Blutmotten - Guter atmosphärischer Auftakt, jedoch mit erzählerischen Schwächen

Heute möchte ich euch das Debüt von Celine Leonora vorstellen, eine Dark Academy-Geschichte: Blackspell - Das Geheimnis der Blutmotten. Und darum geht es:

Gebundene Ausgabe | 448 Seiten | UJU 


Mit einer guten Dark Academy Geschichte kriegt man mich immer wieder :-) Ich liebe Bücher, in denen die Protagonistinnen lernen müssen, mit ihren magische Fähigkeiten umzugehen und dabei auch noch mit den typischen Problemen eines Schulalltags konfrontiert werden. Von daher habe ich mir viel versprochen von "Blackspell: Das Geheimnis der Blutmotten", dem Auftakt der düsteren Fantasy-Reihe. Insgesamt fand ich die Atmosphäre und das magische System der Geschichte auch gut gelungen, aber ich habe etwas mit den Charakteren und ihren Motiven gehadert, weshalb mich der Auftakt der Reihe nicht ganz überzeugen konnte.

Es beginnt damit, dass Eden Blackspell in das verfallene Anwesen ihres verstorbenen Vaters zieht. Seit Jahren sind die beiden voneinander entfremdet, umso mehr überrascht sie das Testament ihres Vaters, welches ihr ein Vermögen verspricht, sofern sie ihre schulische Ausbildung an der Wyndhouse Academy beendet. Doch schon in in der ersten Nacht muss sie feststellen, dass es sich um keine normale Schule handelt, denn ihre Mitschüler besitzen übernatürliche Kräfte, so auch der undurchsichtige Wolf Holmesworth, zu dem sich Eden merkwürdig hingezogen fühlt, obwohl ihr Vater sie vor ihm gewarnt hat. Wenig später sieht sie im Wald auch noch ein totes Mädchen, das über und über mit Motten bedeckt ist – doch kurz darauf ist die Leiche spurlos verschwunden. Was geht hier vor sich? 

Atmosphärisch hat mir die Geschichte gut gefallen: die düstere Academy, an einem ebenso düsteren wie magischen See gelegen, dazu die Fähigkeiten der Mitschüler - all das fand ich gut gelungen. Leider hatte die Geschichte für mich ein paar erzählerische Schwächen, die ich darauf zurückführen würde, dass es sich um ein Debüt handelt. Diese Schwächen beziehen sich vor allem auf die Nachvollziehbarkeit von Handlungen und Motiven. So wird Eden beispielsweise von Mitschülern ernsthaft bedroht, hält es aber nicht für nötig, das mal irgendjemandem zu melden; oder sie schlägt immer wieder alle ernstgemeinten Warnungen oder auch ihr eigenes drohendes Bauchgefühl in den Wind. Und auch die Rote Garde, die Vorfälle in der magischen Gemeinschaft untersuchen soll, nimmt das Verschwinden mehrerer Schüler trotz Zeugenaussagen nur mit einem Schulterzucken hin und tut nichts weiter, genau wie die Schulleitung. Ich fand das einfach null glaubwürdig, dass es niemanden außer Eden irritiert und all dieses unlogische Verhalten hat mich beim Lesen einfach nur wütend gemacht. Dazu war mir Eden manchmal einfach zu naiv oder blind für offensichtliche Schlüsse. 

Wer hinter den Morden steckt, damit konnte mich die Autorin in Teilen schon überraschen. Aber das Warum, also die Motivation für die Taten, fand ich... naja, sagen wir mal schwach und auch wieder wenig nachvollziehbar. Vielleicht erfährt man dazu noch mehr im nächsten Teil, aber mein Bedürfnis, ihn zu lesen, hält sich in Grenzen, dazu hatte das Buch zu viele Schwächen. An sich schade, denn es blieben doch noch einige spannende Fragen offen, nicht zuletzt zu Edens familiärem Hintergrund, zu denen ich gern Antworten hätte.


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