Heute möchte ich euch in meiner Rezension das Debüt von Maxime Herbord vorstellen: Empire of burning shadows.
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| Gebundene Ausgabe | 432 Seiten | Cove Verlag | ab 16 Jahren |
Der Plot ist sehr kurz beschrieben und leider auch wie gefühlt jede andere Romantasy-Geschichte, ohne ein herausstechendes Element: nach einem Angriff der Schattenläufer auf ihr Dorf wird Joslins Zwillingsbruder entführt und sie begibt sich auf die Suche nach ihm. Dabei entdeckt sie mithilfe zweier mysteriöser Männer, zu denen sie sich gleichermaßen hingezogen fühlt, dass sie selbst auch magische Kräfte besitzt und zu den sogenannten Etheri gehört.
Mein größtes Problem war der Schreibstil. Gerade Fantasy-Geschichten leben in meinen Augen vom Worldbuilding, und das findet hier so gut wie gar nicht statt. Man erfährt nur, dass es Licht- und Schattenläufer gibt, die über magische Fähigkeiten verfügen und zwischen denen ein sehr fragiles Friedensabkommen besteht, welches im Laufe der Geschichte aber zerbricht. Inwiefern diese Magieläufer das Leben der Menschen beeinflussen, bleibt ebenso unklar wie was sie eigentlich konkret können und worin der Konflikt zwischen beiden Parteien besteht. Aber nicht nur das Worldbuilding hat keinen Tiefgang, auch alle anderen Beschreibungen blieben stets super oberflächlich und schnell abgehakt, egal ob es um Schauplätze geht, die Joslin besucht, ohne dass diese groß Relevanz für den weiteren Handlungsverlauf haben, noch um die Hinweise auf das Geheimnis rund um Joslins leibliche Eltern, über die sie quasi nebenbei stolpert, oder die Charaktere, deren Aussehen und Persönlichkeit in zwei Sätzen auserzählt ist und die dadurch facettenlos und stereotyp bleiben. Insgesamt wirkte der Schreibstil einfach sehr unausgereift und die unbeantworteten Fragen stapelten sich beim Lesen immer weiter.
Garniert wird das ganze von einem schieren Übermaß an schwülstigen Adjektiven und abstrusen Vergleichen, wie dieser hier: "Ein Blatt hatte sich in seinem zerzausten Haar verfangen, verräterisch wie eine Spur seiner Verpflichtungen." (S. 222) Oder das hier: "Seine Finger glitten über meine Haut wie vertraute Liebkosungen. Zärtlich, forschend, fast ehrfürchtig. Durch die Berührung entstand etwas zwischen uns: ein heiliger Raum, den er mit stiller Zärtlichkeit betrat." (S. 269)
Joslin als Hauptcharakterin hat mich oft zum Verzweifeln gebracht. Irgendwie soll sie zwar willensstark rüberkommen, verhält sich andererseits aber auch schrecklich naiv und vergisst ständig, was sie eigentlich gerade tun will (nämlich ihren Bruder finden), weil sie sich wie eine Marionette von den beiden Love Interests Lanir und Khiran steuern lässt. Und die haben auch nicht viel mehr zu bieten als ein schiefes, dunkles Lächeln, welches sich verstohlen auf ihre Lippen schleicht, doppeldeutige plumpe Anmachsprüche und lauter zwanghaft mysteriöse Andeutungen, die mich als Leserin frustriert haben aufschreien lassen, weil man schon wieder keine Antworten bekommt. Und dafür dass das Buch mit dem Trope "slow burn" beworben wird geht es hier doch viel zu schnell zur Sache.
Es tut mir leid, aber für mich war das nichts. Ein schöner Farbschnitt kann hier leider nicht über eine sehr mittelmäßige Geschichte hinwegtäuschen, die alles andere als epic ist und der es einfach an allem fehlt: an vielschichtigen Charakteren, an Worldbuilding, und an einem Schreibstil, der nicht so wirkt als hätte man jedes altertümlich klingende Adjektiv unterbringen wollen. Die Fortsetzung werde ich mir sparen.



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