Jeder Tag endet mit dem Tod - deutsche Sci-Fi-Krimikost

22:07

"Er trug die Erinnerungen eines Tages in ihm, den alle anderen, vermutlich auf der ganzen, verflucht beschissenen Welt erneut erlebten. Zurückgesetzt. An den Anfang geschleudert. Verdammt dazu, einen ganzen Tag erneut zu erleben. Warum? Was war passiert?"

Elmar Kreuzer staunt nicht schlecht, als die dreizehnjährige Lisa König ihn bittet, den Mord an ihrem Vater zu untersuchen. Die örtliche Polizei hat den Fall als einfachen Raubmord zu den Akten gelegt, doch Lisa glaubt nicht, dass ihr Vater das zufällige Opfer eines Einbrechers war; er wurde gezielt ermordet. Doch niemand will ihr glauben, niemand die offensichtlichen Beweise sehen. Kreuzer willigt ein, ihr zu helfen und gerät damit an die Grenzen seiner Realität. Denn schon am ersten Tag seiner Ermittlungen wird er erschossen - und wacht am nächsten Morgen doch lebendig auf. Nur ist es wieder derselbe Tag, den er eben erst erlebt hat...

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Das Konzept ist bekannt: wie schon Bill Murray in "Und täglich grüßt das Murmeltier" ist Kommissar Elmar Kreuzer gezwungen, denselben Tag wieder und wieder zu durchleben. Doch während Murrays Filmschicksal witzig ist, ist es für Kreuzer ein Wettlauf mit der Zeit. Ihm bleibt immer nur ein Tag zum Ermitteln, denn jeden Abend wird er umgebracht. Erst wenn er den Mörder von Udo König und damit auch seinen eigenen Mörder findet, wird er die Zeitschleife durchbrechen können, in der er steckt. 

Denkt man am Anfang vielleicht, dass die Geschichte langweilig werden könnte, wenn der Kommissar immer wieder denselben Tag erleben muss, wird man bald eines besseren belehrt. Denn Kreuzer hat einen für Ermittler einmaligen Vorteil: er kann einen Zeugen wieder und wieder befragen, dabei mal nett vorgehen, mal bedrohend; er kann Spuren nachgehen, von denen er eigentlich gar nichts wissen kann, von denen er aber am Vortag schon erfahren hat. Und mit jedem Tag verdichtet sich das Bild und Kreuzer kommt dem Mörder immer näher. Er trifft auf eine Reihe von Verdächtigen, doch immer wenn man denkt, dem Mörder endlich auf der Spur zu sein, wird der Verdächtige auch schon wieder entlastet. So bleibt man tatsächlich bis zum Schluss im Ungewissen, wer der Täter war und die Geschichte ist von Anfang bis zum Ende spannend.

Leute, die absolut kein Science Fiction leiden können, müssen sich übrigens nicht zurückhalten, sondern können trotzdem getrost zu diesem Krimi greifen. Denn das Element der Zeitschleife ist zwar da, aber Kreuzer entwickelt keine wüsten Theorien von Wurmlöchern, Paralleluniversen etc., um das Phänomen zu erklären. Er nimmt es einfach hin, da er es nun mal nicht ändern kann, und versucht es zu seinem Vorteil zu nutzen. 

Abgesehen von der unüblichen Art dieses Krimis hat mich auch gerade der Charakter des Elmar Kreuzer sofort fasziniert. Kreuzer ist ein sehr sympathischer Ermittler, den ich auch gerne an meiner Seite hätte, falls ich mal polizeiliche Hilfe brauche. Er ist stur und gibt nicht auf, wenn er eine Spur wittert und genau diese Charaktereigenschaft ist es, die Lisa zu ihm geführt hat. Kreuzer selbst ist kinderlos, Lisa eine Vollwaise. Von Anfang an ist ihm das junge Mädchen, das alleine über hundert Kilometer reist, um ihn zu finden, sympathisch und er entwickelt fast schon väterliche Gefühle für sie. Irgendwie ist mir die Beziehung zwischen den beiden tatsächlich nahegegangen und ich fand sie sehr berührend.

Mein Fazit: Okay, das Cover ist eher mau, aber gebt dem Buch bitte eine Chance! Denn drinnen steckt eine wirklich gute, spannende Geschichte, die mir sehr gut gefallen hat. Nicht umsonst haben die Leser der EPIDU-Community dafür gevotet, dass dieses Buch verlegt werden soll. Schröder hat ein interessantes Konzept aus Krimi und Science-Fiction geschaffen und mir damit einen unüblichen, echt spannenden Krimigenuss beschert. 


Jeder Tag endet mit dem Tod - Michael Schröder
Broschiert: 376 Seiten
Verlag: Epidu Verlag GmbH; Auflage: 1 (15. März 2011)
ISBN-10: 3942584085
Preis: 14,90 Euro

Willis Fazit:




Ich danke dem EPIDU Verlag und "Blogg dein Buch" für die Bereitstellung des Rezensions-exemplares!

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4 Kommentare

  1. Eine wirklich gut geschrieben Rezension und hat mir Spass gemacht diese zu lesen. Werde dieses Buch demnächst in meinen Bücherregal stellen. Vielen Dank für die weiterempfehlung.

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  2. Hallo Friedelchen,

    ich möchte mich auf dem Weg bedanken für die positive Kritik an dem Buch. Gerade als Autor tut es sicherlich gut, wenn Leser genau die Dinge schätzen, auf die man beim Schrieben Wert gelegt hat. In dem Fall habe ich dem Charakter Kreuzer und der kleinen Lisa viel Arbeit und Intensität versucht zu geben und wenn das erkannt und geliebt wird, ist man stolz :-)

    Mit freundlichen Grüßen,
    Michael Schröder


    Also Vielen Dank ...

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  3. Hey, echt coole Rezension! Hab dir übrigends zwei Awards vermacht, weil ich deinen Blog so toll finde :)

    http://ashley-violetta.blogspot.com/2011/06/zwei-awards.html

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  4. Danke für eure freundlichen Worte und Herr Schröder, gern geschehen :-)

    Danke auch für die Awards, ich werde sie nach meinem Urlaub hier einpflegen.

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