Crave - Das Teenie-Vampirbuch für die nächste Generation

Heute habe ich einen Buchtipp für euch, der mich gefühlt 10 Jahre in die Vergangenheit versetzt hat, als Romantasy-Bücher rund um übernatürliche Wesen ihre Hochzeit hatten ;-) Erfahrt hier, ob sich "Crave" von Tracy Wolff lohnt:

Gebundene Ausgabe | 688 Seiten | dtv Verlag | Übersetzung: Katarina Ganslandt

Nach dem Unfalltod ihrer Eltern verschlägt es Schülerin Grace ins eisige Alaska, wo ihr Onkel Schulleiter an der elitären Katmere Academy ist. Doch schon kurz nach ihrer Ankunft muss sie feststellen, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht: die Schülerschaft scheint in verfeindete Grüppchen gespalten zu sein, normale Unterrichtsfächer sucht man vergeblich, und an jeder Ecke scheinen Gefahren zu lauern. Am Merkwürdigsten ist allerdings ihr Mitschüler Jaxon, den alle zu fürchten scheinen - alle außer Grace, die sich unerklärlicherweise zu ihm hingezogen fühlt. Doch sie ahnt noch nicht, in welche Gefahr sie diese Gefühle bringen werden...

Die Teenie-Vampire sind zurück und bereit, eine neue Generation für sich zu begeistern! Und hätte mir jemand vor dem Lesen von "Crave" erzählt, dass mich eine Teenie-Geschichte, in der sich ein Mädchen in einen Vampir verliebt, noch einmal begeistern könnte, hätte ich wohl nur verächtlich gelacht. Immerhin ging mir der Hype rund um die Twilight-Bücher vor einigen Jahren entsetzlich auf den Keks, weshalb ich lange Zeit einen weiten Bogen um Jugendbücher gemacht habe, in denen es um Vampire ging. Und doch hat mir "Crave" überraschend gut gefallen. 

Es beginnt mit Grace' Umzug vom sonnigen Kalifornien nach Alaska, nachdem ihre Eltern bei einem Unfall gestorben sind. Entwurzelt und mit ihrer Trauer kämpfend, fällt es Grace nicht leicht, sich in ihrem neuen Zuhause inmitten der unwirtlichen Schneelandschaft einzugewöhnen, auch wenn ihre Cousine Macy und ihr Onkel alles daransetzen, Grace willkommen zu heißen. Denn auch die anderen Schüler machen es ihr nicht gerade leicht und begegnen ihr mit Abneigung und Misstrauen. Bis sie die Aufmerksamkeit von Jaxon Vega auf sich zieht...

Wer damals die Twilight-Bücher als auch die diversen ähnlich angesiedelten Geschichten gelesen hat, wird hier natürlich einige altbekannte Muster wiederentdecken. Tracy Wolff hat das moderne Vampir-Genre nicht neu erfunden, konnte ihm in meinen Augen aber trotzdem ihren eigenen Stempel aufdrücken. Und letztlich war es bei mir weniger der "Wow, das ist neu"-Faktor, als einfach die gelungene Mischung aus spannenden Charakteren, coolem Internat-Setting und das Potenzial, welches die Geschichte bereithält, die mich überzeugen konnte.

Wenn es euch so geht wie mir und ihr schon immer von der passiv-devoten Bella Swan genervt wart, findet ihr hier vielleicht endlich eine Protagonistin, mit der auch ihr mitfiebern könnt. Denn Grace fand ich toll, sie ist kein hilfloses schüchternes Mädchen, deren Gedankenwelt sich nur noch um den gutaussehenden Typen dreht, sobald sie auf Jaxon trifft. Nein, sie versucht einfach, sich in ihr neues Leben im Internat und als Waise einzufinden, was ihr natürlich nicht leicht fällt, verliert dabei aber trotzdem nicht ihr Selbstbewusstsein. Deshalb habe ich auch sehr gerne mit ihr mitgefiebert und gemeinsam mit ihr die Geheimnisse der Katmere Academy entdeckt. Und zu entdecken gibt es hier definitiv einiges!

Mit Jaxon dagegen musste ich erst einmal warm werden, genau wie Grace, denn arroganten Bad Boys, die sich für die Herrscher der Schule halten, kann ich so gar nichts abgewinnen. Natürlich erfahren wir im Verlauf der Geschichte, warum er sich so verhält, wie er es tut, aber da gab es doch einige Nebencharaktere, die spontan mehr Faszination auf mich ausgeübt haben :-D 

Auch das Setting hat mir echt gut gefallen. Die Geschichte spielt in einem Internat inmitten der unwirtlichen, schneebedeckten Bergwelt von Alaska, wo sich die Katmere Academy wie eine mittelalterliche Schlossanlage an den Berghang schmiegt. Im Buchinneren verbirgt sich eine Zeichnung des Internats, die deutlich macht, wie groß und geheimnisvoll die Anlage ist und ich freue mich schon richtig darauf, die Mauern im nächsten Band weiter zu erkunden. Denn die Geschichte hat gerade erst ihren Lauf genommen und das Worldbuilding verspricht noch viel zu entdecken.

Der erste Band endet mit einem gemeinen Cliffhanger, der natürlich das unbändige Bedürfnis in mir geweckt hat, sofort weiterzulesen. Glücklicherweise müssen wir gar nicht so lange warten, denn bereits im Frühjahr 2022 geht es weiter mit Grace, Jaxon, Macy und Co. und ich werde auf jeden Fall wieder mit dabei sein! Und ihr? :-)


3 Kommentare:

  1. Hallöchen,
    ich habe mich ja wahnsinnig auf "Crave" gefreut. Und ich wollte genau das, wie du es schreibst: 10 Jahre zurückversetzt werden. Hat bei mir nur leider so gar nicht geklappt :(
    Hach, zu deiner Rezension fällt mir so viel zu sagen ein. Ich will dir das Buch nicht madig machen, ich freue mich sehr, dass es dir gefallen hat. Ich fand es nur einfach unterdurchschnittlich schlecht.

    Die Charaktere fand ich leider gar nicht spannend, weil ich Grace als sehr flach empfand. Ich hab sie ganz anders wahrgenommen als du. Nämlich schon irgendwie schüchtern und devot. Sie hat ja auch alle komischen Ereignisse immer einfach hingenommen ohne wirklich zu hinterfragen. Jaxon war auch nicht mein Fall. Da ging es mir wie dir. Ich habe ihn sehr stark als Edward-Kopie wahrgenommen. Nur sogar noch schlimmer :D
    Das Internatsetting war leider gar nicht so, wie ich es mir erhofft habe. Weil es kaum eine Rolle gespielt hat ... also das hätte blöd gesagt auch alles in einem Hotel passieren können, vom Internatfeeling habe ich da leider gar nichts gespürt.

    Ich bin mir echt noch nicht sicher, ob ich die Reihe weiterlesen möchte. Ich hab mich ursprünglich ja so sehr auf das Buch gefreut und dann war es leider absolut nicht das, was ich erwartet habe :(
    Gerade deshalb fand ich es sehr spannend, deine Rezension zu lesen.
    Liebste Grüße, Kate

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    1. Huhu Kate, ach schade dass es dich so gar nicht überzeugen konnte. Mir ging es damals ähnlich mit Twilight - ich war super gespannt darauf und war dann total enttäuscht, weil ich nicht nachvollziehen konnte, was alle daran so toll fanden.

      Und keine Sorge, du machst es mir nicht madig :-D Geschmäcker und Wahrnehmungen sind nun einmal unterschiedlich.

      Grace hat sich nichts gefallen lassen, das war zumindest mein Eindruck, weshalb ich sie nicht als schüchtern empfand. Und vielleicht ist es halt einfach schon so lange her, aber in meiner Erinnerung war Edward ein totaaaaler Langweiler, und auch wenn mir Jaxon nicht super sympathisch war, hat er mich doch zumindest nicht gelangweilt :-D

      Ich freue mich auf jeden Fall schon drauf, wie sich die Geschichte noch entwickeln wird :-)

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    2. Hallöchen,
      dann war es bei uns beiden ja genau umgekehrt. Ich mochte Twilight nämlich wahnsinnig gerne. Ach, was sage ich. Ich hab's geliebt! :D

      Ja, da hast du schon Recht. Edward war schon ein ziemlicher Langweiler :D

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