Emily Wildes Enzyklopädie der Feen - Herrlich atmosphärische, düstere Feen-Fantasy

Wenn ihr düstere Geschichten über Feen mögt, dann seid ihr hier genau richtig :-) Denn heute möchte ich euch eine super atmosphärische Fantasygeschichte vorstellen, in der es genau darum geht: Emily Wildes Enzyklopädie der Feen von Heather Fawcett.

Gebundene Ausgabe | 416 Seiten | Fischer Tor Verlag | Übersetzung: Eva Kemper

Eine umfassende Sammlung aller Feenarten und ihrer Kategorisierung - das ist es, was die Forscherin Emily Wilde anstrebt, als sie das Volk der Verborgenen von Ljosland erforschen will, um auch diesen abgelegenen Landstrich in Norwegen mit untergebracht zu haben. Emilys Forschung stößt bei den Ljosländern auf wenig Zustimmung, besonders da der Ort in den letzten Jahren sehr unter dem Einfluss der Feen zu leiden hatte. Doch Emily kann nicht ahnen, dass sie noch viel tiefer in die Welt der Feen hineingezogen wird, als sie erhofft hat...

Ich LIEBE Geschichten rund um Elfen und Feen, und dabei gilt für mich: je düsterer, desto besser. Emily Wildes Geschichte hat da sofort mein Interesse geweckt, allein schon aufgrund des rauen Settings in der norwegischen Wildnis. Und was soll ich sagen, es hat mir richtig gut gefallen :-) Die Geschichte ist atmosphärisch, humorvoll und spannend und ich habe Emily direkt in mein Herz geschlossen.

Emily Wilde ist ein herrlich trockener, schroffer Charakter. Sie lebt für ihre Arbeit und als Dozentin und Forscherin an der Universität Cambridge ist sie es gewohnt, sehr analytisch und rational vorzugehen. Ihr Äußeres geht sie genauso pragmatisch an wie den Rest ihres Lebens: Bequemlichkeit, Mode als auch Smalltalk und emotionale Beziehungen zu anderen Menschen spielen für sie keine Rolle. So stößt sie die Einwohner von Ljosland direkt vor den Kopf, als sie mit wissenschaftlicher Distanz in deren Geheimnissen stochert. Trotzdem gelingt es ihr nach und nach, mehr über die örtlichen Feen - die Verborgenen - herauszufinden. Und bringt sich mit ihrer Forschung in Lebensgefahr...

Emilys komplettes Gegenteil ist ihr Kollege und gleichzeitig schärfster Konkurrent, Wendell Bambleby (was für ein Name!), der kurzerhand auch nach Ljosland reist, um Emily zu unterstützen (worauf sie jedoch herzlich wenig Wert legt). Er ist unglaublich charmant, unglaublich gut aussehend und neigt dazu, seine Studien zu fälschen und Emily mit seiner hedonistischen Lebensart auf die Palme zu bringen. Und außerdem hält Emily ihn für eine Fee - kein Mensch kann so perfekt sein! Die beiden sind wie Feuer und Wasser, weshalb sich ihre Dialoge einfach sehr unterhaltsam gelesen haben.

Während Emily mit ihrer Zwangsgesellschaft die vielfältige Feenwelt von Ljosland erkundet, begegnen uns diverse Feenarten, wie Wechselbälger, Brownies oder natürlich auch die Verborgenen. Es ist eine richtig faszinierende Feen-Kultur voller schicksalhafter Verträge zwischen Mensch und Fee, die Heather Fawcett uns hier präsentiert. Vieles davon erfahren wir durch Emilys Tagebuchnotizen, in denen sie jede Menge Sagen und Geschichten festhält, die sich die Einwohner von Losland und darüber hinaus erzählen.

Emilys Suche nach den Verborgenen klingt jetzt erstmal nicht so unglaublich spannend und fesselnd. Und trotzdem habe ich das Buch verschlungen, denn es ist einfach herrlich atmosphärisch. Die raue, verschneite Landschaft von Ljosland, die heimeligen Abende im Pub, und die absolut magische Welt der Feen haben mich richtig an die Seiten gefesselt. Teilweise wird es sogar ziemlich gruselig, wenn blutige Handabdrücke an Fensterscheiben auftauchen oder krallenbewehrte Wesen versuchen, eine Mahlzeit aus Emily zu machen. Und natürlich wird es so richtig spannend, als Emily die Aufmerksamkeit der Verborgenen auf sich zieht. 

Kurzum, mir hat Emilys Abenteuer richtig gut gefallen und ich bin echt froh, dass Heather Fawcett ihre Geschichte weiterführen wird, denn im Englischen erscheint im Januar 2024 mit "Emily Wilde's Map of the Otherland" eine Fortsetzung. Ich kann das Wiedersehen mit Emily und Bambleby kaum erwarten ♥


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