Immer ist ein verdammt langes Wort - Wieder ein neues Lieblingsbuch von Sabine Schoder

In meiner heutigen Rezension möchte ich euch ein Jugendbuch vorstellen, welches zu meinen Jahreshighlights zählt: Immer ist ein verdammt langes Wort von Sabine Schoder. Erfahrt hier, was mich so begeistern konnte:

Broschierte Ausgabe | 352 Seiten | Fischer Sauerländer Verlag | Altersempfehlung: ab 14 Jahren

 "Soll ich dir helfen?" "Das wäre echt super. Leg dich einfach hier auf den Boden", schlage ich vor. "Falls was schiefgeht, falle ich wenigstens weich." Sein Grinsen fängt Feuer. "Du musst nicht extra auf einen Balkon klettern, um dich auf mich zu werfen. Wir könnten drüber verhandeln."

Renas Leben war noch nie leicht, doch nachdem sie vier Monate lang nach einem Unfall im Koma lag, ist alles anders: ihre Mutter hat ihre Arbeit verloren, ihre neue Wohnung im Sozialgebiet bietet kaum genug Platz für zwei Menschen, und Rena ist fast permanent auf Schmerzmittel angewiesen und hat außerdem mit Gedächtnislücken zu kämpfen. Ausgerechnet jetzt fällt ihr die Liebe vor die Füße - buchstäblich, in Form ihres neuen Nachbarn Kick, der vom Balkon über ihrem stürzt. Doch je näher sie Kick kommt, desto stärker nagt ihre Vergangenheit an ihr...

Wem von euch der Name Sabine Schoder bisher nichts sagt, sollte ihn sich spätestens jetzt merken! Denn die österreichische Autorin hat sich mit ihrem Debüt "Liebe ist was für Idioten. Wie mich" vor fünf Jahren unmittelbar in die Liste meiner Lieblingsautorinnen katapultiert und mich seitdem mit jedem ihrer mittlerweile vier Bücher absolut von den Socken gehauen. So nun auch wieder geschehen bei "Immer ist ein verdammt langes Wort", ein ganz wunderbares, einzigartiges Jugendbuch, welches vor Witz aber auch Ernst sprüht.

Wie üblich hat es Schoders Protagonistin nicht leicht. So lernen wir Rena kennen, als sie gerade nach einem halben Jahr aus dem Krankenhaus entlassen wird. Statt wie geplant zu studieren, muss Rena die letzte Klasse wiederholen und sich außerdem einen Job suchen, um ihre arbeitslose Mutter zu unterstützen. Keine leichte Aufgabe, wenn man sich nur unter Schmerzen bewegen kann. Doch Rena ist es gewohnt, die Erwachsene im Haus zu sein, da ihre Mutter unter heftigen Panikattacken leidet und sich kaum um ihre Tochter kümmern kann. Einziger Lichtblick in ihrem Leben ist Kick, dieser Junge von nebenan mit den faszinierenden Augen.

Die Autorin greift hier auf ihre altbekannten und bewährten Mittel zurück: eine toughe Protagonistin mit viel bissigem Humor aus der sozial ärmeren Schicht, schwierige Familienverhältnisse und ein männlicher Gegenpart mit unheimlich viel Charme, der einen sofort um den Finger wickelt. Und trotzdem hat sich die Geschichte absolut einzigartig gelesen und ist kein Abklatsch ihrer bisherigen Bücher. Das lag unter anderem an Renas Unfall, an den die Erinnerung nur schleichend zurückkommt und der sich als großes Geheimnis gestaltet. Immer öfter hat Rena Gedächtnisaussetzer und kann sich nicht erinnern, wie sie von einem Ort zum anderen gekommen ist. Und die Erinnerungen an den Unfall, die nach und nach in ihrem Gedächtnis aufblitzen, ergeben irgendwie keinen rechten Sinn...

Ich liebe die Bücher der Autorin einfach, weil sie es brillant versteht, Witz und Ernst zu vereinen und unvergessliche Charaktere zu erschaffen, die man einfach lieben muss. Renas Leben ist echt nicht leicht und trotzdem liest sich das Buch nie bedrückend, sondern brüllend komisch. Aber auch unglaublich spannend, denn was bei dem Unfall geschah ist die große Frage des Buches und hat mich atemlos an die Seiten gefesselt, sodass ich sogar auf einige Stunden Schlaf verzichtet habe. Genauso fasziniert hat mich aber auch Kick, der sich mit seiner humorvollen Art immer mehr in Renas Leben drängt.

Wie man es sich schon denken kann, hält das Buch eine überraschende Wendung bereit, die mir die Kinnlade hat runtersacken lassen. Und dabei dachte ich zwischendurch noch, dass ich bereits erahnen könnte, wie das Buch ausgeht. Aber von wegen! Sabine Schoder hat mich hier echt hinters Licht geführt und sich für den Grundplot von "Immer ist ein verdammt langes Wort" etwas ausgedacht, was ihre Geschichte zu einer absolut außergewöhnlichen werden lässt. 

Mein Fazit: "Immer ist ein verdammt langes Wort" ist ein absolutes Must Read! Sabine Schoder hat mir alles geboten, was ich mir von ihrem neuen Buch erhofft habe - und mehr! Ich habe lauthals gelacht, geweint, gelitten und mich genauso rettungslos in Kick verliebt wie Rena. Und genau so sollte ein gutes Jugendbuch sein. Bereitet euch auf schlaflose Nächte vor, denn wenn ihr erst einmal in den Sog der Geschichte geraten seid, werdet ihr nicht eher aufhören können, als bis ihr das große Geheimnis des Buches gelüftet habt. Von mir gibt es eine absolut dicke Leseempfehlung ♥

Kommentare:

  1. Hallo liebe Friederike,
    ich habe das neue Buch von Sabine Schoder auch gelesen. Und wie du, war auch ich begeistert von der Geschichte. Ich mag den Humor der Autorin unglaublich gerne. Aber auch das Thema hat mich hier sehr angesprochen. Kick und Rena mochte ich ebenfalls sehr :o)
    Eine sehr schöne Rezension von dir.
    Liebe Grüße
    Tanja

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    1. Hi liebe Tanja,
      jaaa, ihr Humor ist einfach herrlich, in den habe ich mich gleich im ersten Buch von ihr verliebt :-D

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