Lore - Coole und überraschend brutale Urban Fantasy Geschichte über die Jagd auf griechische Götter

Heute möchte ich euch einen Highlight Titel aus dem Arena Verlag vorstellen, rund um die griechische Sagenwelt: Lore von Alexandra Bracken. Erfahrt hier, worum es genau geht und ob sich der Titel lohnt:

Gebundene Ausgabe | 584 Seiten | Arena Verlag | Übersetzung: Sabine Schilasky | ab 14 Jahren

Einst war die Jagd auf die Götter ihr einziger Lebensinhalt. Doch seit diese ihr vor sieben Jahren alles genommen hat, flüchtet Lore vor ihrem Schicksal. Als die nächste Jagd jedoch ausgerechnet in ihrer Heimatstadt New York stattfinden soll, wird Lore unfreiwillig wieder in die Kämpfe hineingezogen. Denn niemand anderes als Göttin Athene bittet Lore um ihre Hilfe. Um den brutalen Gott Hades aufzuhalten, braucht sie die Hilfe der Sterblichen. Doch auch Hades hat bereits eine riesige Zahl Anhänger um sich geschart, die alles für ihren Herrscher tun würden...

Schon als Jugendliche habe ich die griechischen Sagen verschlungen und war begeistert von den Heldengestalten und Gottheiten. Von daher stürze ich mich auch immer wieder gerne auf Geschichten, die die griechische Sagenwelt aufgreifen, weshalb natürlich auch Lore nicht in meinem Regal fehlen durfte. Und insgesamt konnte mich die Geschichte echt super unterhalten, auch wenn ich mir vom Ende etwas mehr erhofft hatte. 

Da sie in einem Jugendbuch Verlag erschienen ist, habe ich tatsächlich nicht damit gerechnet, dass die Geschichte so krass brutal ist. Wobei es aber nur Sinn macht, denn Lore wächst in einer Gesellschaft auf, in der jeder sein Leben dem Kampf gegen die Götter widmet und die Tage aus nichts anderem als Training bestehen, um die eigenen Kampffähigkeiten zu perfektionieren und so die Chance zu haben, Kléos zu erlangen - Ruhm, das höchste Gut für die Jäger. Doch nachdem ihre Familie beim letzten Zyklus vor sieben Jahren brutal getötet wurde, hat Lore dieser Welt den Rücken zugekehrt und sich vor den Jägern versteckt. Umso überraschter ist sie, als plötzlich ihr alter Freund Castor vor ihr steht und sie zur Rückkehr in die Jagd bittet. Bald schon muss Lore erkennen, dass sie ihrem Schicksal scheinbar nicht entkommen kann.

Lore, die eigentlich Melora heißt, kann man nicht anders als tough bezeichnen :-) Sie hat von klein auf gelernt zu kämpfen und sich nichts sehnlicher gewünscht, als bei der Jagd auf die Götter Ruhm zu erlangen und dem Oberhaupt der Blutlinie als Löwin zu dienen. Mit ihr sollte man sich wirklich nicht anlegen, denn hinter ihrer harten Schale steckt ein ebenso harter Kern, gestählt durch den Verlust ihrer Familie. Sie ist sehr impulsiv und wirkt anfangs sehr abweisend, aber je mehr man über ihr Leben erfährt, desto mehr kann man dieses Verhalten auch verstehen. Lediglich ihr Freund aus Kindheitstagen, Castor, bringt ihre sanfte Seite zum Vorschein. Zwischen den beiden entwickelt sich langsam mehr; falls ein Buch für euch also nur vollständig ist, wenn eine Liebesgeschichte enthalten ist, braucht ihr euch keine Sorgen zu machen ;-)

Das Worldbuilding fand ich super spannend - quasi als Parallelgesellschaft existieren die einzelnen Blutlinien neben unserer normalen Welt. Diese Blutlinien stammen von den größten griechischen Helden ab - Herakles, Perseus, Achilles usw. Alle sieben Jahre versammeln sich die Nachfahren dieser Helden, um Jagd auf die Götter zu machen, die für wenige Tage sterblich werden. Tötet man einen dieser Götter, übernimmt man selbst deren Kraft. Ich fand die Integration der griechischen Sagen recht authentisch und mehr an den Legenden orientiert als andere Geschichten, die mir im Jugendbereich untergekommen sind, vermutlich aufgrund der griechischen Wurzeln der Autorin. Ich meinte ja bereits, dass diese Geschichte ziemlich brutal ist, und das liegt nicht nur an der martialischen Kultur der Blutlinien, in der Mut, Gehorsam und Kampfwille verlangt werden, sondern auch an den patriarchalischen Strukturen, in denen Frauen keine Chance haben, Oberhaupt ihrer Blutlinie zu werden oder schon als Mädchen zur Ehe versprochen werden. 

Obwohl es sich um einen echt dicken Schinken mit 584 Seiten handelt, liest sich die Urban Fantasy Geschichte doch tempo- und actionreich und konnte mich mit einigen unvorhergesehenen Wendungen überraschen. Gerade zum Ende hin ging es mir dann aber etwas zu schnell. Die Auflösung, wer was warum gemacht hat, erschien mir irgendwie zu lapidar, und der große Endkampf gegen den Oberbösewicht Ares ging dann doch recht flott über die Bühne. Schade, hier hab ich irgendwie Größeres erwartet, nachdem davor alles an dieser Geschichte so GROSS und gewaltig gewirkt hat. 

Trotzdem hat mir Lore insgesamt richtig gut gefallen und wenn ihr Urban Fantasy und griechische Sagen mögt, solltet ihr euch das Buch nicht entgehen lassen :-)

1 Kommentar:

  1. Hallöchen Friederike,
    irgendwie klingts cool bis auf den Schluss. Ich gebe offen zu, dass ich mit griechischer Mythologie nicht mehr ganz so viel anfangen kann. Aber das hab ich auch über Vampire gesagt und siehe da, Covet höre ich bereits und Jay Kristoffs neues Werk wird auch im Winter gelesen. Vielleicht schafft Lore es ja doch noch bei mir. Die Prota gefällt mir jedenfalls nach deiner Vorstellung schon mal.

    Liebe Grüße
    Tina

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