Matched - welchen Preis zahlst du für ein perfektes Leben?

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"All of the things that were shown in early studies to be good for longevity - happy marriages, healthy bodies - are ours to have. We live long, good lives. We die on our eightieth birthdays, surrounded by our families, before dementia sets in. Cancer, heart diseases, and most debilitating illnesses are almost entirely eradicated. This is as close to perfect as any society has ever managed to get."

An ihrem siebzehnten Geburtstag erfährt Cassia endlich, wen die Gesellschaft zu ihrem idealen Partner erklärt hat, den Jungen, mit dem sie den Rest ihres Lebens verbringen und mit dem sie eine Familie gründen darf. Als sich herausstellt, dass es ihr bester Freund Xander ist, ist sie überglücklich. Doch  als der Microchip, der detaillierte Informationen über ihren Partner enthalten soll, ihr ein anderes Gesicht zeigt, ist sie tief bestürzt, denn auch diesen Jungen hat sie schon kennengelernt. Den mysteriösen Ky, der aus den äußeren Provinzen zu ihnen gezogen ist. Wie kann das sein, wo die Gesellschaft doch keine Fehler macht? Cassia beginnt zu zweifeln, ob die Entscheidungen der Gesellschaft immer richtig sind und je mehr sie Ky kennenlernt, desto mehr quält sie die Frage: wer ist ihr wahrer Match, Xander oder Ky?


Meine Meinung

Auf den ersten Blick scheint die Welt, in der Cassia lebt, perfekt zu sein. Es gibt keine Kriminalität mehr, keine Krankheiten, kein Hunger. Jeder Einwohner hat einen perfekt organisierten Tagesablauf, der Bildung, Gesundheit und Freizeit ideal vereint und ein langes, zufriedenes Leben ermöglichen soll.  
Nach ihrem siebzehnten Geburtstag dürfen sich alle Bürger entscheiden, ob sie möchten, dass die Gesellschaft den idealen Partner für sie findet oder ob sie lieber Single bleiben möchten. Kinder sind jedoch nur den "gematchten" Paaren vorbehalten, um den Kindern das Aufwachsen in einer glücklichen Familie zu gewährleisten. Die Gesellschaft bestimmt jedoch nicht nur das zukünftige Familienleben, sondern ordnet auch jedem je nach seinen Fähigkeiten den passenden Beruf zu. Das alles wird möglich, indem sie seit frühester Kindheit Daten über jeden Einwohner erheben und so anhand von Wahrscheinlichkeiten das beste Leben für jedermann bestimmen; welche Nahrung und wieviel Sport sie für ihre Gesundheit benötigen, mit welchem Partner sie ein glückliches Leben führen können.

All das hat Cassia nie in Frage gestellt. Doch nachdem sie Ky's Bild statt Xanders auf ihrem Microchip angezeigt bekommt, beginnt sie zu zweifeln, ob der Gesellschaft nicht auch Fehler unterlaufen können. Neugierig geworden durch sein Bild, verbringt Cassia mehr und mehr Zeit mit Ky und kann nicht verhindern, dass sie mehr für ihn zu empfinden beginnt, als sie sollte. Erst das Zusammensein mit Ky öffnet ihr die Augen und zeigt ihr die Nachteile ihrer Gesellschaft:

"I've been thinking in terms of absolutes; first, I believed our Society was perfect. The night they came for our artifacts, I believed it was evil. Now I simply don't know. Ky blurs the lines for me. He helps me see clearly."

Ky, der nach dem Tod seiner Eltern aus den äußeren Provinzen zu seiner Tante gezogen ist, ist es nicht erlaubt, einen Partner zu bekommen, da sein Vater einen schlimmen Fehltritt begangen hat, der Benachteiligungen für die ganze Familie mit sich bringt. Aufgrund seines gesellschaftlichen Standes muss Ky bei der Nahrungsherstellung arbeiten, einem der unbeliebtesten Jobs in ihrer Gesellschaft. Nach und nach lässt er Cassia an seinen Erinnerungen an sein früheres Leben teilhaben und macht ihr klar, dass das Leben nicht überall so friedlich und geregelt läuft wie in ihrer Provinz. Die äußeren Provinzen sind zerrüttet und von Kämpfen gebeutelt, bei denen auch Kys Eltern ums Leben kamen. Ist ihre Gesellschaft also wirklich so perfekt, wie es den Anschein hat?

Ally Condie lässt sich sehr viel Zeit, den Leser in Cassias Welt einzuführen. So wirkt die Handlung anfangs langatmig und ich habe etwas ungeduldig darauf gewartet, wann es endlich richtig los geht. Der Großteil des Buches besteht aus Beschreibungen von Cassias Alltag, dem Matchingritual, der Arbeit und der Organisation der Freizeit. Obwohl ich mir zeitweise ein etwas höheres Tempo gewünscht hätte, fand ich dieses "sich Zeit lassen" aber auch positiv, denn gerade bei Dystopien ist es mir wichtig, so viel wie möglich über die Welt zu erfahren, in der die Geschichte spielt. Und das ist hier auf jeden Fall gegeben. Durch Cassia erhält man einen Einblick in fast alle Aspekte der Gesellschaft. Gegen Ende nimmt die Handlung aber glücklicherweise etwas mehr Fahrt auf.

Auch die Liebesgeschichte zwischen Cassia und Ky entwickelt sich wie das Buch: langsam und ruhig, ohne große Dramatik. Cassias Verbindung zu Xander erlaubt ihnen natürlich nicht, sich in der Öffentlichkeit zu sehen, weshalb ihnen nur heimliche Treffen bleiben. Vielleicht liegt es an der ruhigen, stillen Art der Liebe zwischen ihnen, dass ich von ihren Liebesgeständnissen nicht so sehr berührt war, wie ich es erwartet hätte. Die richtigen Worte stehen zwar da, aber ihr Schicksal ist mir nicht übermäßig ans Herz gegangen. Oder sagen wir noch nicht, denn dies ist ja erst der Auftakt zur Geschichte um die beiden, und es folgt sicherlich noch mehr Dramatik im nächsten Buch. 
Am meisten hatte ich noch Mitgefühl mit Xander, der natürlich irgendwann von Cassias Zweifeln erfährt und den ich eigentlich am interessantesten von allen Charakteren fand. Schade war, dass er durch den Fokus auf Ky eher im Hintergrund blieb; obwohl er Cassias bester Freund ist, hatte ich das Gefühl, über Ky doch mehr erfahren zu haben als über ihn. Aber auch hier verspricht der nächste Teil sicherlich Besserung.

Mein Fazit: Obwohl "Matched" ein wirklich schönes Buch ist, konnte es beim Lesen nicht so intensive Gefühle bei mir hervorrufen wie beispielsweise die Hunger Games. Der Funke, der mich an das Buch gefesselt hätte, hat hier gefehlt. Trotzdem hat die Geschichte sehr viel Potential und ich fiebere dem nächsten Band entgegen, der aufgrund der Entwicklungen am Ende dieses Buches ein höheres Tempo verspricht. Der Trilogiebeginn ist Ally Condie auf jeden Fall gelungen. Im nächsten Band wünsche ich mir aber etwas mehr Dramatik.

"Crossed", der nächste Band, erscheint am 01. November 2011 im englischen Original.

Matched - Ally Condie
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Dutton Juvenile; Auflage: Trade Paperback. (30. November 2010)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0525423648

Preis: 10,85 Euro

Willis Fazit:




Du willst wissen, wie es ausgeht? Hier wird das Ende verraten (zum Lesen markieren):
Cassia erfährt, dass sie nur Teil eines Experiments war, indem ihr Ky gezeigt wurde. Alles wurde stets von der Regierung überwacht. Ky wird abgeholt und in die äußeren Provinzen geschickt, angeblich um zu arbeiten, doch in Wirklichkeit soll er als Soldat im Krieg kämpfen. Alle Menschen aus Cassias Straße müssen daraufhin die rote Pille nehmen, die sie die letzten Stunden vergessen lässt. Doch Cassia nimmt ihre nicht. Da ihre Mutter aufgrund ihres Berichts ebenfalls in die äußeren Provinzen versetzt wird, geht Cassia mit und macht sich auf die Suche nach Ky.


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4 Kommentare

  1. Ich bin ganz deiner Meinung. Dass das Buch sich so viel Zeit nimmt, hat mir auch sehr gut gefallen. Die Autorin kann auch irgendwie sehr schön erzählen, so dass ich mich nicht wirklich gelangweilt habe.
    Genauso unspektakulär waren aber auch meine Gefühle gegenüber der Liebesbeziehung. Cassia fand ich zwar interessant, aber ihre Gefühle für Ky haben mich doch eher kalt gelassen.

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  2. ich versteh das mit dem funken gut der hat bei mir auch gefehlt!! auch wenn die story an sich echt nicht schlecht ist aber hunger games war besser XD die aktion hat einfach überall gefehlt ...td freu ich mich auf teil 2

    also schöne rezi XD und ein schönes we gelle :D

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  3. Ging mir ähnlich! Kam definitv nicht an die Hunger Games ran ;) mal sehen, wie Band 2 wird...

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  4. Mir hat der Funken auch gefehlt. Die Idee hat mir zwar gefallen, aber alles in allem war mir das Buch zu ruhig. Ich möchte einfach nicht erst auf einen zweiten Teil warten müssen, bevor es zur Sache geht.

    Liebe Grüße,
    Nina

    PS: Was für eine zauberhafte Eule!!

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