Everlasting Love: Gefährliches Schicksal - Mythologisch angehauchte Geschichte, die ihr Potenzial leider nicht voll ausnutzt

Mögt ihr unterhaltsame Geschichten mit mythologischem Einschlag? Dann habe ich in meiner Rezension vielleicht den passenden Buchtipp für euch: Everlasting Love - Gefährliches Schicksal von Lauren Palphreyman erzählt nämlich eine moderne Geschichte rund um Liebesgott Cupid, dem es verboten ist, mit seiner wahren Liebe zusammenzukommen. 

Broschierte Ausgabe | 432 Seiten | Fischer Verlag | Übersetzung: Anna Julia Strüh | Hier kaufen


Er ist der Liebesgott persönlich - und ausgerechnet Lila soll sein Match sein. Das jedenfalls erzählt man ihr, als sie in die Datingagentur "Everlasting Love" beordert wird. Doch Lila hat keinerlei Interesse an dem arroganten Fremden, der angeblich ihr Seelengefährte sein soll und der sogar aufgrund seines Verhalten von der eigenen Agentur ausgeschlossen wurde. Und als wäre das noch nicht genug, muss sie auch noch erfahren, dass es den beiden sogar verboten ist, sich ineinander zu verlieben. Wie ernst die Agentur dieses Verbot nimmt, wird Lila schnell klar, als man beginnt, Jagd auf sie zu machen. Und so begibt sich Lila gemeinsam mit Cupid auf die Suche nach einer legendären Waffe, um ihre Feinde aufzuhalten...

Als Teenie habe ich die Sagen des klassischen Altertums verschlungen und bin immer begeistert, wenn die Sagengestalten in einen modernen Kontext gesetzt werden, wie z.B. bei den Geschichten rund um Percy Jackson. So waren meine Erwartungen an dieses Buch hier entsprechend hoch. Insgesamt war es dann auch eine unterhaltsame Geschichte mit einigen spannenden Ansätzen, die mich aber leider trotzdem nicht sonderlich flashen konnte, denn das Potenzial der Geschichte wurde in meinen Augen nicht vollends genutzt.

Dabei beginnt es vielversprechend: Lila konnte mich initial sofort für sich gewinnen, wie sie wütend in die Liebesagentur stapft und eigentlich gar keinen Bock auf das ganze Theater rund um ihren angeblichen Match hat, immerhin hat sie ja einen Freund. Doch bereits der erste Plan, Cupid von Lila fernzuhalten, um zu verhindern, dass sich die beiden ineinander verlieben, scheitert kläglich, als Cupid in Lilas Schule auftaucht. Und trotz des Verbots scheint Cupid es regelrecht darauf anzulegen, Lila für sich zu gewinnen. Das große Geheimnis, warum die beiden eigentlich keine Gefühle füreinander entwickeln dürfen, hat mich lange Zeit an die Seiten fesseln können. Leider fand ich die Auflösung dann aber eher mau.

Ich denke, das liegt daran, dass es ein Erstlingwerk von einer selbst verlegten Autorin ist. Lauren Palphreyman hat die Geschichte nämlich zuerst in Eigenregie bei Wattpad veröffentlicht, bis die Verlage auf ihren dortigen Erfolg aufmerksam wurden. Die Grundidee an sich ist wirklich spannend, aber die Handlung selbst war mir etwas zu simpel, zu wenig komplex und tiefgehend. Dabei hat die Autorin ein paar tolle Ideen gehabt (allein schon die ganze Everlasting Love-Agentur ist spannend), die jedoch eher nur oberflächlich behandelt werden und mich dadurch etwas unbefriedigt zurückgelassen haben. Was, wie, warum? - darüber wird Lila lange Zeit im Dunkeln gelassen und die gegebenen Erklärungen fand ich dann auch etwas dürftig. Aber vielleicht erfährt man in den zwei Folgebänden ja mehr.

Und der zweite Punkt, von dem ich mir einfach mehr erhofft hatte, war Cupid, der mich doch etwas enttäuscht hat. Denn vom Liebesgott höchstpersönlich habe ich einfach mehr erwartet als dass er gut aussieht. Zwar kann Lila nicht anders, als ihm ständig auf sein wohldefiniertes Sixpack zu starren, aber abgesehen davon scheint Cupid gar nichts besonderes an sich zu haben. Ich hätte erwartet, dass er eine gewisse romantisierende Wirkung auf seine gesamte Umgebung hat, oder über besondere Kräfte verfügt, aber nö. Da fand ich ein paar der Nebencharaktere tatsächlich spannender (ich sage nur Cal). Mich konnte Cupid also leider nicht wirklich faszinieren und auch ein gewisses Knistern zwischen Cupid und Lila war für mich irgendwie nicht fühlbar. Schade.

Aber obwohl der Funke nicht wirklich übergesprungen ist, gebe ich Teil 2 trotzdem noch eine Chance und erhoffe mir, dass Cupids Charme dort etwas greifbarer wird und die Geschichte an Komplexität gewinnt. Potenzial ist auf jeden Fall da, jetzt bleibt abzuwarten, was Lauren Palphreyman daraus macht ;-)



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