Leselaunen - Über Neujahrsvorsätze und die Verharmlosung von Gewalt in Büchern

Das Jahr 2021 ist gerade mal wenige Tage alt, und schon gab es den ersten buchigen Aufreger. Dazu erzähle ich euch gleich mehr weiter unten. Ansonsten bin ich voll motiviert ins neue Jahr gestartet und habe einiges gelesen und gebloggt. Davon will ich euch in den heutigen Leselaunen erzählen (eine regelmäßige Aktion von Letterheart):

Neuzugänge

Ich habe mich in den letzten Wochen wirklich zurückgehalten und mir nur wenige neue Bücher angeschafft. Ich will ja schließlich an der Reduzierung des SuBs arbeiten :-P So habe ich mir von meinem Weihnachtsgeld zwei Titel gegönnt, die schon eine Weile auf meinem Wunschzettel standen: White Maze: Du bist längst mittendrin von June Perry, sowie Rabenherz & Eismund von Nina Blazon. Kurz vor Weihnachten hatte ich mir außerdem Faunblut gegönnt, ebenfalls von Nina Blazon. Ihre Geschichten sind einfach immer total magisch und mitreißend. 


Zusätzlich hatte ich beim Adventskalender des Arctis Verlags Glück und durfte mich über den Gewinn von Feuererwachen von Rosaria Munda freuen. Ich bin echt gespannt, denn die Geschichte klingt vielversprechend und ich höre eigentlich immer nur schwärmende Stimmen zu diesem Verlag :-) Kennt ihr eines der Bücher bereits? 


Aktuelles Buch 

Gerade lese ich ein Buch, welches schon einige Jahre ungelesen im Regal stand: Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen von Ulla Scheler. Es geht um Ben und Hanna, beste Freunde seit Ewigkeiten, die nach ihrem Abitur auf ein Abenteuer losziehen - mit dramatischem Ausgang. Bisher gefällt es mir sehr gut und ich bin gespannt auf das, was da noch kommt.


Momentane Lesestimmung

Die ist richtig gut! Über die Weihnachtstage hatte ich recht viel Urlaub und habe diese Zeit voll zum Lesen genutzt, das war toll. So habe ich im Dezember 5 Bücher geschafft, was für mich mittlerweile eine super Quote ist. Außerdem hab ich im Dezember eine Trilogie begonnen und vor wenigen Tagen auch direkt beendet, nämlich die Götterfunke-Trilogie von Marah Woolf. Es fühlt sich super an, eine Geschichte so am Stück verschlingen zu können und nicht ewig auf den nächsten Teil warten zu müssen :-)

Außerdem motiviert mich mein Vorankommen bei der "12 für 2021"-Challenge. Nachdem ich letztes Jahr mit meinen "20 für 2020" so grandios gescheitert bin (gerade mal 2 von 20 habe ich geschafft), stapel ich dieses Jahr etwas tiefer. Und was soll ich sagen, es läuft! Denn direkt das zweite Buch, zu dem ich in diesem Jahr gegriffen habe, stammt von dieser Liste, nämlich eben mein aktuelles Buch. Vielleicht schaffe ich es diesmal ja wirklich, die Hoffnung stirbt zuletzt :-D

Nehmt ihr selbst auch an einer Lesechallenge teil?

 

Zitat der Woche

Das stammt natürlich aus meinem aktuellen Buch, Es ist gefährlich bei Sturm zu schwimmen. Ben und Hanna haben am nächsten Tag ihre Abi-Abschlussfeier und nun liegt Hanna schlaflos im Bett:

"Er: Kannst du nicht schlafen, weil du Angst vor morgen und morgen und morgen hast? 

Ich starrte auf die Wörter, und ich wusste, dass Ben in seinem Bett lag und darauf wartete, dass die Antwort kam, und sie musste fast sofort kommen, weil ich immer schnell schrieb, und ich wusste nicht, wie ich jetzt lügen sollte, und ich wusste, dass mein Zögern ihm schon alles verriet, und am Ende schrieb ich einfach die Wahrheit. 

Ich: Ja" (S.48)

Und sonst so?

Gestern bin ich durch Ina von Inas little Bakery darauf aufmerksam geworden, dass das Buch "365 Tage" von Blanka Lipińska auf Platz 1 der Bestseller-Liste des SPIEGEL gelandet ist. 'Na ist doch schön', mögen manche jetzt vielleicht denken, aber schon als ich den Trailer zum gleichnamigen Film bei Netflix gesehen habe, kam ich aus dem Stirnrunzeln nicht mehr heraus. Denn im Buch/Film geht es darum, dass ein Mann eine Frau gewaltsam entführt, gefangen hält und missbraucht. Und mit so einer Thematik macht der Blanvalet Verlag scheinbar gerade richtig viel Geld.

Was daran so problematisch ist, bringt Buchkolumnistin Karla Paul auf Twitter sehr treffend auf den Punkt; schaut euch unbedingt einmal den Thread dazu an, HIER zu finden.   

 Tweet von Karla Paul über das Buch "365 Tage"

Aktuell kocht die Diskussion dazu hoch, denn viele Leser:innen und auch der Verlag verteidigen die Geschichte damit, dass es sich ja um Fiktion handelt und dass man in solchen Geschichten auch einmal Tabus brechen darf. Yoah, mit so einer Argumentation könnte man aber auch pädophile Geschichten verteidigen.

Ich vertrete ja das Credo "Für jede Person gibt es das passende Buch", und von daher sollen ruhig alle lesen, was ihnen gefällt. Wer sich von Vergewaltigungsfantasien erregt fühlt - fine by me. Problematisch finde ich jedoch, dass es sich hier um einen sehr großen Publikumsverlag mit enormer Reichweite handelt, der mit dieser Publikation dazu beiträgt, Gewalttaten gegen Frauen zu verharmlosen bzw. zu romantisieren.

Mir ist schon klar, dass ein Verlag Entscheidungen notwendigerweise aus finanzieller Sicht treffen muss, aber trotzdem sollte ein Verlag in meinen Augen ein Konzept haben, für was man als Verlag stehen und was man den Lesenden mitgeben will, immerhin beeinflusst man die Gesellschaft und deren Denken. 

Kennt ihr das Buch oder den Film? Wenn ja, was haltet ihr von der Diskussion?


Kommentare:

  1. Yes Girl !!! Alles was du zum Thema 365 Tage sagst, fühl ich ! Aber das wusstest du schon. Danke für den "Support" und vor allem dafür, dass du das Thema auch nochmal aufgegriffen hast. Wir können gar nicht genug über die Problematik der Gewaltverharmlosung reden. Ich hoffe, dass es irgendwann gehört wird und vielleicht ja auch bewirkt, das manche Menschen noch reflektieren.

    LG Ina

    AntwortenLöschen
  2. Huhu Friederike :-)
    Ich versuche mich an der #21für2021 Challenge und "Rabenherz und Eismund" steht auch auf der Liste :-)
    Die ganze Thematik rund um "365 Tage" ist anscheinend an mir vorübergegangen - und das, obwohl wir auch Netflix haben...
    lg Favola

    AntwortenLöschen
  3. Faunblut habe ich verschlungen, ganz viel Spaß damit!

    An der Thematik von 365 Tage stört mich eig nur, dass ein Buch, dessen Verfilmung ich so abgrundtief schlecht fand, es auf Platz 1 der Bestsellerliste geschafft hat 😅 das Thema ist an sich nicht so meins und ich verstehe die Kritik absolut, allerdings hoffe ich doch, dass die meisten Menschen Realität und Fantasie auseinander halten können. Schließlich haben es auch schon Thriller, in denen es um Mord und Vergewaltigung geht und die teilweise aus der Sicht des Mörders geschrieben sind auch auf die Bestsellerlisten geschafft.

    Liebe Grüße ☺️

    AntwortenLöschen

Für die erforderliche Zuordnung des Kommentars werden personenbezogene Daten von dir gespeichert, nämlich Name, E-Mail und IP-Adresse. Durch das Absenden des Kommentars erklärst du dich hiermit einverstanden.