Nachruf an Lisa J. Smith

09:04

Nein, keine Sorge, L.J. Smith ist nicht tot, auch wenn mein Titel das vielleicht andeuten mag. Aber gestern habe ich bei Reden ist Silber, Lesen ist Gold einen Post gesehen, der mich sehr schockiert hat. Auf Vampire Diaries wurde ein Brief von Smith an ihre Fans veröffentlicht. In diesem schreibt sie folgendes: 


"Aber auch Autoren bleiben nicht von Konsequenzen verschont. Dies ist noch vertraulich, aber in meinem Fall ist die Konsequenz, dass mir gekündigt worden ist und ich Vampire Diaries nicht weiterschreiben darf. Midnight ist das letzte Buch, das ihr jemals wieder von L.J. Smith in dieser Reihe sehen werdet. Ich habe bereits das nächste Buch ‚Phantom’ für meinen Verleger ‚HarperCollins’ geschrieben.
Aber anstatt mir Änderungsvorschläge zu schicken, erhielt ich einen Brief, adressiert an den anonymen Ghostwriter, der an meiner Stelle die Vampire Diaries Reihe weiterschreiben soll. Da ich über Damon und Elena’s Liebe geschrieben habe – und auch über Damon’s Gefühle für Bonnie – bin ich aus dieser Buchreihe ausgeschieden."


Wie bitte?!?! Ich verschlinge ihre Bücher, seit ich 12 Jahre alt bin und Damon war wohl der erste Buchcharakter, in den ich so richtig verknallt war. Und nun so was: da der Ausgang der Story den Verlegern nicht gefallen hat, wurde ihr gekündigt und an ihrer Stelle soll ein Ghostwriter die Serie fortführen. Ich bin geschockt!!! Smith hatte damals in den 90ern leider einen Vertrag unterschrieben, bei dem die Geschichte und die Charaktere nicht ihr gehören, was ihre Kündigung ermöglicht hat.

Ich muss gestehen, mir haben die "neuen" Vampire Diaries zwar nicht mehr gefallen. Der vierte Band, den sie auf Drängen ihrer Fans geschrieben hatte, war schon nicht mehr ganz so gut wie die Vorgänger und hat das phänomenale Ende des dritten Bandes leider versaut. Aber gut, als Fan kann man ja eigentlich nie genug bekommen und dank der TV-Serie "The Vampire Diaries" sind die Bücher nach Jahren endlich wieder in den Fokus gerückt, was mich als Alt-Fan natürlich sehr für L.J. Smith gefreut hat.Trotzdem habe ich auf das Lesen der neuen Bücher verzichtet, weil sich Smiths Stil einfach zu sehr verändert hat. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass ich mit der "Enteignung" von Smith einverstanden bin. 

L.J. Smith bittet zwar darum, den HarperCollins Verlag nicht zu boykottieren, aber genau das werde ich in diesem Fall wohl tun. In Zukunft werde ich höchstens noch Fanfiction über die Vampire Diaries lesen, die sind wenigstens kostenlos. Und ein Ghostwriter tut schließlich auch nichts anderes, er führt einfach eine fremde Idee fort. Traurig :-(

Wer Nachschub von L.J. Smith sucht, unabhängig von den Vampire Diaries, dem empfehle ich folgende Bücher, am besten im englischen Original:

- The Forbidden Game Trilogie
- Dark Visions Trilogie
- Night World Serie (bisher 9 Teile, auch auf deutsch erschienen)
- Secret Circle Trilogie (auch auf deutsch erschienen, "Der magische Zirkel")

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6 Kommentare

  1. Ich hab die Bücher zwar nie gelesen, aber das ist ja wirklich mies. Und für die Fans natürlich echt super schade, da würde mir die Lust an den Büchern auch vergehen.

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  2. Mir gehts da wie Crini, nie gelesen aber sowas ist einfach das letzte. Am liebsten würd ich ja schreiben: Das macht man einfach nicht - leider gilt das wohl nicht für alle und jedermann.

    The Forbidden Game kann ich übrigens auch nur empfehlen. Sonst hab ich leider noch nichts von LJ Smith gelesen. ^^

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  3. Hallo Friedelchen,

    ich kann deinen Frust gut verstehen. Im Grunde ist es einmal mehr schade, dass Autoren in ihren Rechten beschnitten werden und auch in ihren Möglichkeiten, ihre Werke so fortzusetzen, wie sie möchten. Ein Beweis mehr, dass man Verträge wirklich sehr sorgfältig prüfen muss, bevor man sich unterschreibt. Denn so eine Klausel zu unterschreiben ist einfach fatal. Irgendwann. Davor war auch eine Lisa J. Smith nicht gefeit.

    Schade.

    Liebe Grüße,
    - Marie

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  4. Also ich fand die Bücher leider überhaupt nicht gut :o

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  5. Ich kenne die Serie nicht, aber das Vorgehen des Verlages kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Und man stelle sich vor, man sei die Autorin, öffne nichtsahnend das Schreiben - das noch nicht mal an sie adressiert war, sondern, wie ich das verstanden habe, nur eine Kopie eines anderen Briefes und eine Kündigung enthielt. Hä?!
    Sorry, aber das macht man einfach nicht. Das ist ja wie Schluß machen per SMS. Kein Verständnis meinerseits!

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  6. Wer die Bücher auf Deutsch gelesen hat und nicht gut fand, den kann ich verstehen. Der Schreibstil in der Übersetzung ist furchtbar, ich habe in die deutschen Bücher einmal einen Blick geworfen und die ganze Reihe, alle sieben Bände, auf englisch gelesen. Ihr eigener Schreibstil ist einfach genial! Und wie man so eine erfolgreiche Autorin einfach "feuern" kann, ist mir ein Rätsel. Aber ich denke, irgendwann wird der Verlag selbst merken, was sie sich damit angetan haben - es gibt mit Sicherheit viele Fans, die sich die neuen Bücher nicht mehr kaufen werden. Ich jedenfalls werde das nicht tun, weil sie für mich nichts mehr mit LJ Smiths Büchern zu tun haben!

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