Blogtour Heldentage - Tag 2: Die Charaktere stellen sich vor

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Meine Lieben, willkommen zur Blogtour zu dem beeindruckend realistischen Debüt Heldentage, welches ich vor kurzem verschlungen habe (meine Rezi gibt es hier). In den folgenden Tagen möchten wir euch das Buch etwas genauer vorstellen, denn die Thematik, die in diesem Buch behandelt wird, verlangt meiner Meinung nach wirklich nach Aufmerksamkeit. Gestern konntet ihr bereits ein sehr interessantes Interview mit der Autorin Sabine Raml lesen und bei mir lernt ihr heute die Hauptcharaktere des Buches kennen:

                                                                     LEA                                                                    

"In 790 Tagen werde ich volljährig. Keine Ahnung, ob andere Menschenköpfe auch so voll sind wie meiner. Mein Kopf fühlt sich an, als würde er bald platzen, aber wenn er tatsächlich platzt, bekommt er vielleicht mal wieder etwas mehr Luft."


Lea ist die Hauptprotagonistin des Buches, fünfzehn Jahre alt und lebt mit ihrer Mutter allein irgendwo in Deutschland. Ihr Vater hat sich vor 5 Jahren nach Ibiza abgesetzt, und seitdem ist Lea quasi die Erwachsene im Haus. Da sie sich so häufig um ihre Mutter kümmern oder deren Gang zu verschiedenen Ämtern übernehmen muss, ist sie aufgrund ihrer vielen Fehlzeiten in der Schule gezwungen, die letzte Klasse zu wiederholen. Und unter den "Babys" um sich herum, die sich über Leas Eigenheiten lustig machen, fühlt sie sich alles andere als wohl.

Denn Lea hat recht viele Eigenheiten: Ihre Freunde nennen sie auch Spaghetti, wegen ihrer langen blonden Haare, die ziemlich schlaff herunterhängen. Sie wird bei jeder Gelegenheit knallrot, wenn sie sich für etwas schämt (also nicht nur ein niedliches Erröten, sondern wirklich peinlich tomatenrot!), sie muss mit hässlichen Schuhen rumlaufen, die sie vom Sozialamt bekommen hat, und sie hat noch nie einen Jungen geküsst, nicht mal ihren Freund Lenny. Ach ja, und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, kriegt Lea außerdem noch unheimlich schlecht Luft und muss deshalb dauernd zum Arzt.

Sie träumt von dem Tag, an dem sie endlich volljährig wird und in die weite Welt ausziehen kann. Bis dahin sammelt sie die Postkarten, die sie von ihren Freunden bekommt und an die Tür im Keller pinnt. Die Karten sind ihre einzige Chance, etwas von der Welt außerhalb ihrer Heimatstadt zu sehen. Denn Urlaub können sich Lea und ihre Mutter nicht leisten...


                                                                     POLA                                                                   

"Die schöne Pola läuft meistens barfuß durch die Welt. Manchmal trägt sie eine dieser Fußketten, an denen klitzekleine Muscheln und bunte Perlen hängen und die so schön klimpern, wenn Pola ihren Fuß oder auch nur den kleinen Zeh bewegt. Es ist unglaublich, wie selbstverständlich sie so durch die Großstadtstraßen geht und Lärm macht und sich alle nach ihr umdrehen und sie bewundern. Ich würde mich das niemals trauen."

Pola ist Leas beste Freundin und auf der Wer-ist das-tollste-Mädchen-Liste ihrer Klasse die Nummer 1 (Lea ist übrigens auf Platz 3, sehr zu ihrer Überraschung). Sie ist alles, was Lea gerne wäre: mutig, selbstbewusst, und außerdem hat sie eine richtig tolle Mutter, die ihr sogar erlaubt, in dem Wohnwagen hinter dem Haus zu wohnen. Pola arbeitet neben der Schule als Sportmodel und ist ein sehr flippiges Mädchen, das mit klimpernden Fußkettchen rumläuft und trotz der vielen Energie durch ihre Yogastunden immer total ausgeglichen ist.

Pola ist eine wahre Freundin und hält immer zu Lea, komme was wolle. Aber auch ihr erzählt Lea nicht, was genau bei ihr zu Hause abläuft...


                                                                     LENNY                                                                    

"Lenny trägt sein Totenkopfshirt und die schwarzen Adidasturnschue und ist braun gebrannt. Man könnte denken, er ist ein cooler Typ, aber das ist er nicht. Er ist ein wahrer Schatz, und er baut uns ein eigenes Bett. Als er fertig damit ist, deutet er eine Verbeugung an und sagt: 'Darf ich bitten, gnädige Frau?'"

Lenny ist fester Bestandteil von Leas Clique und war bis vor kurzem ihr erster richtiger Freund. Mit seinen merkwürdigen Monchhichi-Haaren ist Lenny eigentlich ein süßer und romantischer Typ, der Lea aus dem Urlaub immer Postkarten geschickt und ihr sogar ein wundervolles Armband mitgebracht hat, dessen Gegenstück er selbst trägt. Doch gerade deshalb ist es umso unverständlicher für Lea, dass er plötzlich mit ihr Schluss gemacht hat. Und vor allem auf diese fiese Weise:

"Abserviert ohne Worte, ohne Blicke und ohne eine Entschuldigung. Abserviert in Abwesenheit."


                                                                 LEAS MUTTER                                                                

"Für Mutter schäme ich mich am meisten. Weil sie den ganzen Tag nur rumhängt und säuft und null an die Zukunft denkt, weder an meine noch an ihre. Schon erstaunlich, dass Mutter nichts ist und auch nichts werden will."

Leas Mutter sieht mit ihren Locken ein bisschen aus wie Katja Riemann. Früher hatte sie mal Träume von einem eigenen Laden, in dem sie selbstgestrickte Sachen verkauft. Aber diesen Traum hat sie längst gegen ihre Flaschenfreunde eingetauscht. Nun verbringt sie den ganzen Tag auf dem Sofa, wo sie trinkt, raucht und im Internet nach früheren Bekannten sucht, um zu sehen, was aus denen geworden ist. Fast schon manisch sucht sie nach ihrer früheren besten Freundin Petra. Warum, weiß Lea auch nicht so genau. Um ihre Tochter kümmert sie sich dagegen gar nicht. Kein Wunder, dass sie sich so sehr nach einer ganz normalen Mutter sehnt:

"Mein Mutter könnte ein fröhlicher Mensch sein und einen interessanten Job haben und eine wahre Alltagsheldin sein (sie ist vor mir wach und bleibt länger auf und dazwischen ist sie für mich da, wenn ich sie brauche). Sie könnte ihre Hand auf meinen Bauch legen, wenn er so kalt und leer ist wie jetzt, und dann würde der Schmerz sofort verschwinden."

                                                                                                                                                

Neben diesen vier Hauptcharakteren gibt es natürlich noch viele weitere Nebencharaktere, doch die solltet ihr einfach selbst für euch entdecken ;-) Eine Chance dazu bekommt ihr am 09.03, denn da verlost Lena auf ihrem Blog ein Exemplar des Buches "Heldentage". Probiert euer Glück, denn das Buch ist wirklich toll und beeindruckend! Morgen geht es aber erstmal bei The Bookthief weiter, mit Lea im Gespräch.

-Die Tourstationen-

2.3.2015
Die Autorin Sabine Raml im Interview
Die Figuren aus »Heldentage« stellen sich vor

4.3.2015
Lea, die Protagonistin aus »Heldentage«, im Gespräch

5.3.2015
Was macht uns zu Helden des Alltags? – Ein Essay

6.3.2015
Vor welchen Herausforderungen stehen Jugendliche von heute? – Ein Expertengespräch

7.3.2015
Noch mehr Lesefutter. Sabine Ramls Kurzgeschichte »Easy«

8.3.2015
Was macht dich zum Helden? – Präsentation des »Heldentage«-Trailers

9.3.2015
»Heldentage«-Gewinnspiel – Mach mit! 


Bildquellen:
Elle Fanning: IMDb Movie Database
Kette: Mary Grace Design DE
Monchhichi: Klick
Katja Riemann: von Alireza Rezvani (Eigenes Werk) (CC BY-SA 3.0), via Wikimedia Commons

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11 Kommentare

  1. Hallo und guten Tag,

    hm nette Attribute haben ja die Personen des Buches oder?

    Spagetti-Haare ..Monchhichihaare usw.

    Bin gespannt, was ich wären der Blogtour noch erfahren werde.

    LG..Karin..

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    1. Hi Karin,
      ja, jeder Charakter hat hier irgendetwas, was ihn besonders auszeichnet. Ich weiß gar nicht, ob Pola auch so herausstechende Haare hatte, dann würden sich ja alle dadurch auszeichnen :-)

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  2. Haha, wirklich tolle Beschreibungen der Charaktere. :)

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  3. Toller Beitrag zur Blogtour - mit Witz und Liebe gemacht - ganz klasse. ;-)
    Da bekomme ich gleich Lust auf mehr. :D
    Ganz liebe Grüße
    Johanna von Mein Bücherimperium

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    1. Danke für das liebe Kompliment, Johanna! :-)

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  4. Klasse! Total toll gemacht. Passt fabelhaft zu der Geschichte. Überhaupt ein toller Blog. Ich folge dir unauffällig ;-)

    Liebe Grüße, Gisela und ihre Bücher

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    1. Vielen Dank, Gisela! Ich hoffe, du findest ein paar schöne Leseanregungen.

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  5. Toller Beitrag, macht mich richtig neugierig auf die Geschichte, die Charaktere wirken ja schon mal interessant. :D

    glg Nadja <3

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  6. Hallo!
    Toller Beitrag!Ja dieses Buch beschäftigt sich mit einem sehr ernsten Thema.Kinder die in solch einem Umfeld leben versuchen oft alles vor anderen zu verstecken.Dass Buch hört sich echt interessant an!Freue mich auf morgen.LG Marina Mennewisch

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    1. Hi Marina,
      ja, das ist gerade das Schlimme, das Gefühl, sich niemandem mitteilen zu können und so natürlich auch keine Hilfe zu kriegen.
      Das Buch kann ich wirklich nur empfehlen!

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